Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Themen rund um die Promotion im Ausland.
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Böhnchen am 22.09.2008, 12:24

Hallo zusammen,

ganz von der Hand weisen würde ich den Titel-Komplex allerdings nicht, ich würde das aber nicht als rein intrinischen Vorgang sehen. Es gibt ja nicht nur unbetitelte Chefs mit promovierten Mitarbeitern deren Ego das ankratzt, in manchen Branchen ist ab einer gewissen Höhe kein Dr. die Ausnahme, auch das hat Folgen. Aus der Gruppe der Unpromovierten in gleich-gestellten aber fast nur promovierten Kreisen sind mir in letzter Zeit 2 Exemplare begegnet, die ihren Nicht-Titel als Nachteil empfunden haben (Wohlgemerkt, Karriere war da, ich wäre froh, mal ansatzweise diese Höhenluft schnuppern zu dürfen). Einer der beiden holt ihn nun nach, der andere sagt, würde nochmal die Möglichkeit haben, würde er erst eine Diss setzen, er muss sich inhaltlich mit seinesgleichen und darüber gestellt oft rechtfertigen, obwohl er wirklich sehr sehr gut ist.

Viele Grüße
vom Böhnchen
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon MasterBone am 22.09.2008, 17:18

@Königsportal: Du hast vollkommen Recht, diese Auslegung war schon ironisch gemeint.... :-)

Die investierte Arbeit und vor allem die investierte Zeit in eine Promotion sollte deshalb nicht unterschätzt werden... aber warum kommen einigen (hoffentlich wenigen) erfolgreichen Führungskräften diese Neid-Komplexe?
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Koenigsportal am 22.09.2008, 17:41

@masterbone

Weil der Dr. eben doch noch immer der Adelstitel der Bürgerlichen ist?!
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Profitaenzer am 23.09.2008, 09:50

Melissa64 hat geschrieben:Das FH-Studium konnte man durchlaufen, ohne eine einzige schriftl. Seminararbeit geschrieben zu haben, da man zwischen den Prüfungsarten - z.B. mündl. Prüfung und Hausarbeit - auswählen konnte. Es mussten primär Klausuren geschrieben werden. Es war eine gute Vorbereitung für die Uni - aber mehr auch nicht.Man hat nicht wirklich wissenschaftliches Arbeiten und Denken gelernt.


Noch besser:

Melissa64 hat geschrieben:Du bist unter den Jahrgangsbesten, willst auch noch einen Dr.-Titel zu Dünnbrettbohrer-Konditionen - aber es reicht noch nicht mal zum Wissen, dass es nicht "Defamieren" heißt...Melissa


Liebe Melissa, hab herzlichen Dank fuer diesen geistreichen Beitrag. Wenn Dein Norwegisch genau so gut ist, wie mein Deutsch, duerfen wir ja alle zufrieden sein. Sicherlich schreibst Du Deine Promo auch ohne Lektor, da Du ja in Deutsch perfekt zu sein scheinst. Du bist eben eine richtig gute Deutsche. Ich habe erst vertieft Deutsch gelernt, als ich hier in der 11. Klasse Gym war. Ich weiss auch nicht, auf welcher FH Du warst, kann dies aber nicht mal annaehernd bestaetigen. Nix fuer Ungut, aber etwas mehr Zurueckhaltung waere angebracht. Bzgl. Deines Hinweises auf das orthographisch natuerlich korrekte "Diffamieren" kann ich wirklich nur noch mit dem Kopf schuetteln. Ich gebe Dir jedoch recht, dass es sicherlich auch unter den FHs starke Qualitaetsunterschiede gibt, genau so wie unter den Unis.

Schtudinki hat geschrieben:Was mich total stört ist, dass es Leute gibt, denen überhauptnicht bewusst ist, dass sie mit ihren Aussagen über die "arroganten" Uni Leute völlig undifferenziert anderen ans Bein treten - und zwar gerade denen, von denen sie sich dann auch noch Hilfe bei Fragen zur Promotion erhoffen. In Kombination mit den damit einhergehenen Aufzählungen der eigenen Referenzen oder was man dafür hält, finde ich ein solches Verhalten schlicht unerzogen.


Das ist richtig. Da habe ich etwas zu schnell geschossen, was mir auch leid tut. Hierfuer entschuldige ich mich nochmals.

Koenigsportal hat geschrieben:Dass ein Studium an einer Institution 'niederen Ranges' nicht auf wiss. Arbeiten vorbereitet, kann ich nicht bestätigen.


Dem kann ich mich nur anschliessen. An meiner FH musste ich staendig Seminararbeiten ablegen, immer wieder Studienarbeiten abgeben etc. Ein Zuckerschlecken war das nicht gerade. Der MBA war natuerlich noch krasser. In Gruppenarbeiten (zusammen mit Uni-Absolventen, BA-Absolventen und Absolventen anderer FHs) merkte man den anderen Teilnehmern auch an, dass sie diese Anzahl an Seminararbeiten auch nicht "gewohnt" waren bzw. stark unterschaetzt hatten.

Boehnchen hat geschrieben:b) Ich würde eher hier den Hasen im Pfeffer vermuten. "Alles" und "alles gleich gut" funktioniert nicht auf dem Level mit dem Job, den Du beschreibst, das ist meine persönliche Meinung die auf meinen Anforderungen an eine Diss fußt..


...wahrscheinlich hast Du recht.

Fire hat geschrieben:Ich hätte aber ein Rat für dich. Ich habe auch ein Deutsches FH-Abschluss (ich bin eben eine Ausländerin) und wollte promovieren. Ich wollte, so zu sagen, zu der Wissenschaft in Deutsche positiv beitragen. Allerdings, nach mehreren Versuchen hier in der Bundesrepublik einen Doktorvater zu finden, habe ich wo anders gesucht und zwar im Ausland. Ich würde dir raten nach einer Uni in Holland oder in UK zu suchen.


Liebe Olga, hab ganz herzlichen Dank fuer Deine Antwort. Genau den gleichen Gedanken mit Rotterdam hatte ich naemlich auch schon im Hinterkopf. Das waere jetzt mein naechster Step gewesen. Vor allem haben viele Hochschulen in Holland eine sehr gute Reputation, auch foerderlich fuer den CV. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der beruflichen Praxis ist eine ganz andere als hier in Deutschland. Ich habe auch schon zig Hochschulen in Norwegen angeschrieben, habe aber ehrlich gesagt aus persoenlichen Gruenden keinen Nerv, das dort zu machen. Es wuerde sich (glaube ich) im CV nicht so gut machen, wenn man als norwegischer Muttersprachler seinen PhD im Heimat(Geburts)land macht, vorher aber im Ausland studiert hat. Dann lieber zum PhD auch ins Ausland. Kannst Du mir vielleicht mal Deine Emailadresse per PN geben? Ich haette hierzu noch einige spezifische Fragen an Dich.


An alle anderen: Vielen Dank fuer die kritische Diskussion, auch wenn ich jetzt nicht auf alle Einzelheiten eingehen kann. Es wird sich schon irgend eine Moeglichkeit auftun. Nebenberuflich (und damit meine ich auch voll im Job) ist das natuerlich schon heavy, aber wenn man eine Hochschule findet, die auch an der beruflichen Praxis interessiert ist, sollte das schon machbar sein. Abschliessend moechte ich noch zum Ausdruck bringen, dass ich es wirklich schade (besser gesagt erschreckend) finde, dass manche (nicht alle) Uni-Profs überhaupt kein Interesse an einer Kooperation mit der freien Wirtschaft haben.

Abschliessende Gruesse


Chris
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Melissa64 am 24.09.2008, 12:05

Liebe Melissa, hab herzlichen Dank fuer diesen geistreichen Beitrag.


Gern geschehen.

Wenn Dein Norwegisch genau so gut ist, wie mein Deutsch, duerfen wir ja alle zufrieden sein.


Wir können nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, sagte ein BWL-Prof. von mir öfter. D.h.: Du kannst Deine Situation nicht mit meiner vergleichen. Da ich nicht in Norwegen oder sonstigem Ausland promovieren will, sind meine Fremdsprachenkenntnisse völlig irrelevant (abgesehen vom Latinum, das mir aber bereits anerkannt wurde.) Ich sehe es überhaupt nicht ein, dass jemand ohne sehr gute Deutschkenntnisse auf Deutsch promovieren will und dafür Toleranz reklamiert

Sicherlich schreibst Du Deine Promo auch ohne Lektor, da Du ja in Deutsch perfekt zu sein scheinst.


Wer weiß, vielleicht arbeite ich ja selbst als Lektorin für andere?


Du bist eben eine richtig gute Deutsche.


Aber ja: groß und blond *lol*

Tatsächlich hatte ich im Deutsch-LK im Abitur ein "sehr gut".



Ich habe erst vertieft Deutsch gelernt, als ich hier in der 11. Klasse Gym war.


Na und? Das ist doch Dein Problem.


fuer Ungut, aber etwas mehr Zurueckhaltung waere angebracht.


Nun verdreh mal nicht die Tatsachen: Ich habe nur einen kurzen Beitrag in diesem Thread geschrieben, während Du lang und breit über Deine guten Noten etc. erzählt hast. Mangelnde Zurückhaltung scheint eher Dein Problem zu sein. Solange Sebstian mich nicht sperrt, schreibe ich hier, wo und wann ich es für richtig halte.

Melissa
Melissa64
 
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