Melissa64 hat geschrieben:Das FH-Studium konnte man durchlaufen, ohne eine einzige schriftl. Seminararbeit geschrieben zu haben, da man zwischen den Prüfungsarten - z.B. mündl. Prüfung und Hausarbeit - auswählen konnte. Es mussten primär Klausuren geschrieben werden. Es war eine gute Vorbereitung für die Uni - aber mehr auch nicht.Man hat nicht wirklich wissenschaftliches Arbeiten und Denken gelernt.
Noch besser:
Melissa64 hat geschrieben:Du bist unter den Jahrgangsbesten, willst auch noch einen Dr.-Titel zu Dünnbrettbohrer-Konditionen - aber es reicht noch nicht mal zum Wissen, dass es nicht "Defamieren" heißt...Melissa
Liebe Melissa, hab herzlichen Dank fuer diesen geistreichen Beitrag. Wenn Dein Norwegisch genau so gut ist, wie mein Deutsch, duerfen wir ja alle zufrieden sein. Sicherlich schreibst Du Deine Promo auch ohne Lektor, da Du ja in Deutsch perfekt zu sein scheinst. Du bist eben eine richtig gute Deutsche. Ich habe erst vertieft Deutsch gelernt, als ich hier in der 11. Klasse Gym war. Ich weiss auch nicht, auf welcher FH Du warst, kann dies aber nicht mal annaehernd bestaetigen. Nix fuer Ungut, aber etwas mehr Zurueckhaltung waere angebracht. Bzgl. Deines Hinweises auf das orthographisch natuerlich korrekte "Diffamieren" kann ich wirklich nur noch mit dem Kopf schuetteln. Ich gebe Dir jedoch recht, dass es sicherlich auch unter den FHs starke Qualitaetsunterschiede gibt, genau so wie unter den Unis.
Schtudinki hat geschrieben:Was mich total stört ist, dass es Leute gibt, denen überhauptnicht bewusst ist, dass sie mit ihren Aussagen über die "arroganten" Uni Leute völlig undifferenziert anderen ans Bein treten - und zwar gerade denen, von denen sie sich dann auch noch Hilfe bei Fragen zur Promotion erhoffen. In Kombination mit den damit einhergehenen Aufzählungen der eigenen Referenzen oder was man dafür hält, finde ich ein solches Verhalten schlicht unerzogen.
Das ist richtig. Da habe ich etwas zu schnell geschossen, was mir auch leid tut. Hierfuer entschuldige ich mich nochmals.
Koenigsportal hat geschrieben:Dass ein Studium an einer Institution 'niederen Ranges' nicht auf wiss. Arbeiten vorbereitet, kann ich nicht bestätigen.
Dem kann ich mich nur anschliessen. An meiner FH musste ich staendig Seminararbeiten ablegen, immer wieder Studienarbeiten abgeben etc. Ein Zuckerschlecken war das nicht gerade. Der MBA war natuerlich noch krasser. In Gruppenarbeiten (zusammen mit Uni-Absolventen, BA-Absolventen und Absolventen anderer FHs) merkte man den anderen Teilnehmern auch an, dass sie diese Anzahl an Seminararbeiten auch nicht "gewohnt" waren bzw. stark unterschaetzt hatten.
Boehnchen hat geschrieben:b) Ich würde eher hier den Hasen im Pfeffer vermuten. "Alles" und "alles gleich gut" funktioniert nicht auf dem Level mit dem Job, den Du beschreibst, das ist meine persönliche Meinung die auf meinen Anforderungen an eine Diss fußt..
...wahrscheinlich hast Du recht.
Fire hat geschrieben:Ich hätte aber ein Rat für dich. Ich habe auch ein Deutsches FH-Abschluss (ich bin eben eine Ausländerin) und wollte promovieren. Ich wollte, so zu sagen, zu der Wissenschaft in Deutsche positiv beitragen. Allerdings, nach mehreren Versuchen hier in der Bundesrepublik einen Doktorvater zu finden, habe ich wo anders gesucht und zwar im Ausland. Ich würde dir raten nach einer Uni in Holland oder in UK zu suchen.
Liebe Olga, hab ganz herzlichen Dank fuer Deine Antwort. Genau den gleichen Gedanken mit Rotterdam hatte ich naemlich auch schon im Hinterkopf. Das waere jetzt mein naechster Step gewesen. Vor allem haben viele Hochschulen in Holland eine sehr gute Reputation, auch foerderlich fuer den CV. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der beruflichen Praxis ist eine ganz andere als hier in Deutschland. Ich habe auch schon zig Hochschulen in Norwegen angeschrieben, habe aber ehrlich gesagt aus persoenlichen Gruenden keinen Nerv, das dort zu machen. Es wuerde sich (glaube ich) im CV nicht so gut machen, wenn man als norwegischer Muttersprachler seinen PhD im Heimat(Geburts)land macht, vorher aber im Ausland studiert hat. Dann lieber zum PhD auch ins Ausland. Kannst Du mir vielleicht mal Deine Emailadresse per PN geben? Ich haette hierzu noch einige spezifische Fragen an Dich.
An alle anderen: Vielen Dank fuer die kritische Diskussion, auch wenn ich jetzt nicht auf alle Einzelheiten eingehen kann. Es wird sich schon irgend eine Moeglichkeit auftun. Nebenberuflich (und damit meine ich auch voll im Job) ist das natuerlich schon heavy, aber wenn man eine Hochschule findet, die auch an der beruflichen Praxis interessiert ist, sollte das schon machbar sein. Abschliessend moechte ich noch zum Ausdruck bringen, dass ich es wirklich schade (besser gesagt erschreckend) finde, dass manche (nicht alle) Uni-Profs überhaupt kein Interesse an einer Kooperation mit der freien Wirtschaft haben.
Abschliessende Gruesse
Chris