Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Themen rund um die Promotion im Ausland.
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Böhnchen am 17.09.2008, 21:31

Hallo Chris,

auch ich wundere mich ein wenig über Deinen harten Schuss gen diskriminierende Uni-ler, der mir - wenn ich meine Erfahrung mit BWL-Lehrstühlen damit vergleiche - sehr undifferenziert vorkommt. Vom Aufsteiger zum Opfer, den Schuh solltest Du Dir nicht anziehen....

Die 10%-Anspielung verstehe ich, auch in unserer Promotionsordnung gibt es für FH- und BA-Absolventen die Regel, dass sie nur angenommen werden, wenn sie zu den besten 10% Ihres Jahrgans gehören.

Dass Du bisher vornehmlich Absagen erhalten hast würde ich primär auf 2 Gründe zurückführen.
a) Du bist nicht allein auf weiter Flur. Es bewerben sich viele, zumeist mehrere Interssierte im Monat auf die Betreuung einer externen Promotion. Die kann man nicht alle nehmen. Ein Externer verursacht Aufwand, bringt sich selten auch entlastend (mal ne Veranstaltung halten, publizieren, DAs betreuen etc.) ein. Also ein Minusgeschäft, es sei denn, das Thema interessiert unseren Prof. wirklich wirklich wirklich oder es lässt sich sinnig an ein Projekt andocken.
b) Hand aufs Herz. Ja, Du hast genügend Projekte, auf die Du schön eine Diss pflanzen kannst. Aber kannst Du Dir wirklich die Zeit nehmen, Dich der Diss so zu widmen, dass sie gut wird? Oder geht das Ganze eher in Richtung "gepimpter Projektbericht", den man mit ach und krach und gnädigem cum laude als Diss verkauft!? Sowas wird ja gelesen, und fällt immer auch auf den betreuenden Lehrstuhl zurück. Ich würde eher hier den Hasen im Pfeffer vermuten. "Alles" und "alles gleich gut" funktioniert nicht auf dem Level mit dem Job, den Du beschreibst, das ist meine persönliche Meinung die auf meinen Anforderungen an eine Diss fußt.

Was ich spannend finde ist, dass Du mit Deinen Diplomarbeitsanfragen so ins Leere gelaufen bist. Da vermute ich einen Grund hinter, den ich aber nicht im Elfenbeinturm suchen würde....

Mit Grüßen
vom Böhnchen
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Fire am 18.09.2008, 14:59

Hallo Chris,

ich bin hier neu und habe weit nicht alle messages hier auf dem Forum gelesen. Ich hätte aber ein Rat für dich. Ich habe auch ein Deutsches FH-Abschluss (ich bin eben eine Ausländerin) und wollte promovieren. Ich wollte, so zu sagen, zu der Wissenschaft in Deutsche positiv beitragen. Allerdings, nach mehreren Versuchen hier in der Bundesrepublik einen Doktorvater zu finden, habe ich wo anders gesucht und zwar im Ausland. Ich würde dir raten nach einer Uni in Holland oder in UK zu suchen. Für sie sind wir eben Absolventen einer University of Applied Sciences, also, einer University.

Ich persönlich promoviere an der Uni Rotterdam (sie sind, übrigens, stark in Logistik --> Hafen usw.) und finde es völlig ok. Nicht jede Uni kann eine berufsbegleitende Promotion vorschlagen aber mein Prof. hat bis jetzt so was auch nicht gemacht. Ich bin die erste, so zu sagen. Für die Promotion in UK muss man normalerweise was zahlen. In Holland - mal so, mal so. Aber Geld, soweit ich verstehe, ist für dich kein Problem. Und die Diss, sowie die ganze Kommunikation werden dann auf Englisch sein. Du bist aber, soweit ich verstehe, gut in Sprachen (Indien usw.).

In sum, du solltest versuchen einen Doktorvater zu finden, der an deinem Thema und an einem praktischen Bezug Interesse hat. Um dieses Ziel zu erreichen rate ich dir eine zweiseitige Beschreibung deines Promotionsprojekts zu schreiben, welche du dann an den potenziellen Doktorvater schicken kannst. Die Struktur kann ich dir, nach Bedarf, zukommen lassen. Ich habe so ein Dokument für mich erstellt.

Nach einem Doktovater habe ich per Email gesucht. Ich hatte eine Liste der Unis in Holland i nder Hand, habe dann ihre Web-Seiten angeschaut und nach potenziellen Doktorvätern gesucht, die ich dann angeschrieben habe. Natürlich ist es immer besser persönlich jemandem zu kennen aber das hat bei mir auch wohl gut geklappt.

Das sind also meine Story und mein Rat.

Viel Erfolg.

Olga

P.S.: ich bin, übrigens, mit meinem FH-Studium sehr zufrieden gewesen. Auch die ganze Facilities, die wir an der FH hatten waren viel viel besser als an manchen Top-Unis. Ich kann also nicht klagen.
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Melissa64 am 18.09.2008, 15:40

...finde jedoch die Defamierung von FH Absolventen (nach alter Diplom Regelung) seitens der Uni-Profs als vollkommen deplaziert.


Ich habe nach meinem FH-Abschluss noch ein Uni-Studium absolviert - mit Halbtagsjob finanziert. Das FH-Studium konnte man durchlaufen, ohne eine einzige schriftl. Seminararbeit geschrieben zu haben, da man zwischen den Prüfungsarten - z.B. mündl. Prüfung und Hausarbeit - auswählen konnte. Es mussten primär Klausuren geschrieben werden. Es war eine gute Vorbereitung für die Uni - aber mehr auch nicht. Man hat nicht wirklich wissenschaftliches Arbeiten und Denken gelernt. Von daher finde ich, dass FH-Absolventen noch wissenschaftl. Vorprüfungen machen müssten, bevor sie zur Promotion zugelassen werden. Auch finde ich es hanebüchen und weltfremd, dass Handwerker mit Meisterprüfung, die viell. noch nicht einmal ein Abitur haben, zum Studium zugelassen werden sollen.

Aber was ich eigentlich zum obigen Zitat sagen wollte: Ein Prof. von mir sagte mal sarkastisch, dass manche Seminararbeiten eine derart schlechte Rechtschreibung hätten, dass die Verfasser solcher Arbeiten im Beruf dann wohl auf eine Sekretärin angewiesen seien, die richtig schreiben könnte. Du bist unter den Jahrgangsbesten, willst auch noch einen Dr.-Titel zu Dünnbrettbohrer-Konditionen - aber es reicht noch nicht mal zum Wissen, dass es nicht "Defamieren" heißt...

Melissa
Melissa64
 
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Koenigsportal am 18.09.2008, 16:01

Dass ein Studium an einer Institution 'niederen Ranges' nicht auf wiss. Arbeiten vorbereitet, kann ich nicht bestätigen. Ich weiß zwar nicht,wie es an einer FH aussieht, aber mein Berufsakademie-Studium war in der Hinsicht schon anspruchsvoll. Man musste zumindest eine Hausarbeit von 30 Seiten und eine Diplomarbeit von mind. 40 Seiten schreiben. Je nach Prof und betreuendem Unternehmen waren die ARbeiten auch länger. Ich habe während meines geisteswiss. Uni-Studiums im Anschluss sehr davon profitiert, und oft wurde gerade das von Prof. gelobt, was ich an der BA gelernt hatte: Strukturieren, klar schreiben usw. Speziell in Phil. findet man ja nun doch einige, die da im düsteren Wust selber untergehen.
Auch an der Uni gibt es übrigens Fächer, in denen der Scheinerwerb recht fragwürdig ist, wo man z.B. Scheine allein für Anwesenheit bekommt; ebenso wie es dreimonatige Abschlussarbeiten gibt.
Es kommt wohl immer auch auf die Talente der Studenten selber an und was sie aus den Möglichkeiten machen. Man kann überall irgendwie billig durchkommen, wenn mans geschickt anstellt.

Was die Rechtschreibfehler von Chris angeht, hab ich zwar auch zuerst gestutzt, mich dann aber gefragt, ob es vielleicht einfach an Auslandsjobs usw. liegt
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Koenigsportal am 18.09.2008, 16:06

Melissa64 hat geschrieben: Auch finde ich es hanebüchen und weltfremd, dass Handwerker mit Meisterprüfung, die viell. noch nicht einmal ein Abitur haben, zum Studium zugelassen werden sollen.


In der Regel werden Bewerber ohne Abitur aber nur nach einer Prüfung zum Studium zugelassen.
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