Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

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Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Profitaenzer am 16.09.2008, 12:24

Hallo zusammen,

vorab: Ja, ich habe die Suchfunktion bemueht, aber ganz konkret wurde ich nicht fuendig.

Ich bin Dipl.Betriebswirt (FH) gehoerte zu den besten 10% meines Absolventenjahrgangs, habe unlaengst den MBA nebenberuflich gemacht und bin in leitender Funktin bei einem sehr grossen Logistiker taetig. Studium und MBA gingen Hauptsaechlich ueber die Logistik.

Jetzt liegt der Wunsch nahe, noch weiter einen Doktortitel zu erlangen. Das Hauptproblem ist, dass ich was nebenberufliches finden muss, denn ich werde unter keinen Umstaenden meinen (weit ueberdurchschnittlich gut bezahlten) Job aufgeben und Vollzeit als Assistent an eine Uni gehen. Bitte nicht falsch verstehen, soll kein Eigenlob sein bzw. arrogant rueberkommen, aber ich bin beruflich (momentan) wirklich viel zu erfolgreich, also dass ich das aufgeben wuerde.

Frage1: Nochmals zu diesem PhD: Wenn ich den habe - darf ich dann vor meinem Namen einen Dr. ohne Zusatz fuehren? Welche Einschraenkungen? Habe gelesen, dass der PhD von einer US-Uni verliehen werden muss, von Unis aus dem Ostblock scheint das nicht zu gehen. Und dann muss man sich entscheiden, ob man PhD oder Dr. haben moechte. Ein Wahlrecht. Ist das so richtig? Hier sind die Informationen etxrem widerspruechlich.Was ist jetzt richtig?

Frage2: Nach langem Suchen bin ich auf folgenden Anbieter gestossen, ist privat finanziert aber hoert sich gut an:
http://www.hamburger-fh.de/studienangeb ... /index.php.
Was haltet Ihr davon? Wenn ich das richtig sehe, sind das 78 Credits x 490 EUR = 38K + diverse NK, also in Summe ca. 40K. EUR.
Und dann? Darf ich den Titel dann fuehren?

Frage3: Was haltet Ihr im Allgemeinen von Promotionsberatungen wie http://www.iaad.de etc. ?

Frage4: Welche andere Moeglichkeit seht Ihr, dass man nebenberuflich einen PhD machen kann? Ich habe auch beruflich keine Zeit, dass ich an Unis gehe und Pruefungen nachhole oder wochenlange Vorlesungen besuche. Das schaffe ich zeitlich gar nicht.

Gruss und Danke vorab fuer Eure Hilfe


Chris
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Schtudinki am 16.09.2008, 13:17

Hall Chris,

Zu 1: Sagt Deine angegebene Seite:
Übrigens: Nach Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 6. März 2008 dürfen Inhaber dieses Ph.D.-Titels in Deutschland die Abkürzung "Dr." ohne fachlichen Zusatz und Herkunftsbezeichnung führen.
Den Beschluss würd ich mir mal genau anschauen. Vorab hilfreich ist auch eine Recherche auf Anabin (http://www.anabin.de/), letztendlich kann Dir das wohl aber nur das zuständige Wissenschaftsministerium sagen. Ich würde mich da jeweils für den konkreten Fall genau erkundigen und mir das dann auch schriftlich bestätigen lassen.

Zu 2: Da steht u.a. das hier:
Während der vier Jahre finden jeweils in den Sommermonaten vierwöchige Präsenzphasen an der University of Louisville statt. Während der Herbst- und Frühjahrssemester werden die Präsenzveranstaltungen in Wochenendseminaren im HFH-Studienzentrum Schloss Rheda abgehalten.
, was für mich bedeutet, dass es zu Deiner Situation so wie Du sie beschreibst nicht passt... Deine Frage
Und dann? Darf ich den Titel dann fuehren?
versteh ich nicht so ganz. Vielleicht kannst nochmal sagen was genau Du meinst...

Zu 3: Nichts

Zu 4: Das Gleiche, was hier auch etliche machen: Uni und Doktoravater suchen und extern in der verbleibenden freien Zeit Deine Doktorarbeit schreiben.
Schtudinki
 
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Sebastian am 16.09.2008, 13:49

Schtudinki hat geschrieben:Zu 1: Sagt Deine angegebene Seite:
Übrigens: Nach Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 6. März 2008 dürfen Inhaber dieses Ph.D.-Titels in Deutschland die Abkürzung "Dr." ohne fachlichen Zusatz und Herkunftsbezeichnung führen.

Die KMK allein setzt da - glaube ich - kein Recht. In der einschlägigen NRW Verordnung (Link unter Anfangen / Im Ausland... steht:
Inhaberinnen und Inhaber des in den Vereinigten Staaten von Amerika erworbenen Grades „Doctor of Philosophy“ – abgekürzt „Ph.D.“ –, können, sofern die verleihende Einrichtung von der Carnegie Foundation for the Advancement of Teaching als „Research University (high research activity)“ oder als „Research University (very high research activity)“ klassifiziert ist (Carnegie-Liste), die Abkürzung „Dr.“ ohne weitere Zusätze führen.

Der Name der Organisation ist dem des zweifelsfrei anerkannten Deutschen Akademischen Auslandsdienstes e.V. (DAAD) verdächtig ähnlich - so etwas würde mich schon mal stutzig machen.
Im Impressum steht keine juristische Person als "Hintermann", sondern nur eine natürliche Einzelperson. Nirgendwo stand ein Gesellschaftszusatz, trotzdem heißt es dort "Vertretungsberechtigte Gesellschafter: ..."
Kann o.k. sein, ist aber so nicht korrekt und würde mich schon stören.

P.S.: Google hilft!
P.P.S.: Internationalität im deutschsprachigen Raum kann auch die Augen öffnen :wink:
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Frodo am 16.09.2008, 15:08

@Profitaenzer:Vielleicht solltest du dir überlegen, ob eine Diss. das Richtige für dich ist, wo du offenbar im Berufsleben stark eingebunden bist und es dir an Zeit fehlt. Sollte nicht abschätzig gemeint sein, aber ich persönlich bin nicht gerade angetan von Leuten, die primär auf den Titel als auf die Arbeit drum herum fixiert sind.
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Re: Einige Fragen zum PhD nebenberuflich und Fuehrung des Titels

Beitragvon Profitaenzer am 16.09.2008, 16:23

Erst mal Danke fuer Eure Antworten.

Frodo hat geschrieben:@Profitaenzer:Vielleicht solltest du dir überlegen, ob eine Diss. das Richtige für dich ist, wo du offenbar im Berufsleben stark eingebunden bist und es dir an Zeit fehlt. Sollte nicht abschätzig gemeint sein, aber ich persönlich bin nicht gerade angetan von Leuten, die primär auf den Titel als auf die Arbeit drum herum fixiert sind.


Das stimmt so nicht bzw. habe ich mich falsch ausgedrueckt. Ich konnte schon waerend des MBA sehr viel Praxiswissen ideal mit wissenschafticher Ausarbeitung unterlegen. Sowas schwebt mit beim PhD auch vor. Eine ideale Kombination aus Wissenschaft und Praxis, an der man sich langfristig festbeissen kann. Logistikthemen haette ich hier genug auf dem Tisch.

Ich zitiere aus Anabin: "Die Gleichwertigkeit mit der deutschen Promotion besteht in jedem Fall bei solchen Ph.D.-Graden, die von sog. "research universities" (gem. Klassifizierungsschema der "Carnegie-Foundation") stammen. In anderen Fällen muss im Einzelfall geprüft werden." Quelle: http://www.anabin.de/scripts/SelectLand ... chLand=124

Desweiteren zitiere ich aus finanznachrichten.de, hier wird genau diese Poblematik behandelt: "Gemäß einem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 6. März 2008 dürfen Inhaber des Ph.-D.-Titels in Deutschland die Abkürzung "Dr." ohne fachlichen Zusatz und Herkunftsbezeichnung führen, sofern die Universität in der amerikanischen Carnegie Foundation List genannt wird. Dies ist bei der University of Louisville der Fall." Quelle: http://www.finanznachrichten.de/nachric ... 128152.asp

Sebastian hat geschrieben:P.P.S.: Internationalität im deutschsprachigen Raum kann auch die Augen öffnen.

--> Verstehe ich nicht, was Du damit meinst. Spielst Du damit auf Osteuropa an?

Schtudinki hat geschrieben:(...)kann Dir das wohl aber nur das zuständige Wissenschaftsministerium sagen. Ich würde mich da jeweils für den konkreten Fall genau erkundigen und mir das dann auch schriftlich bestätigen lassen.

--> Und welches zustaendige Wissenschaftsministerium ist hier massgebend? Hat Hamburg ein eigenes? Sorry, aber Ihr muesst Euch bitte exakt ausdruecken. Oder ist das zustaendig, in welchem Bundesland ich als Absolvent gemeldet bin?!

Schtudinki hat geschrieben:(...)Das Gleiche, was hier auch etliche machen: Uni und Doktoravater suchen und extern in der verbleibenden freien Zeit Deine Doktorarbeit schreiben.

--> Das ist ja eben der Knackpunkt an der Sache. Ich bin halt ein "boeser" FHler und Ihr seid die "guten" Uni-Absolventen. Auch wenn ich wieder bei meinem akkreditiertem MBA zu den Top 15 % des Jahrgangs gehoere, bin und bleibe ich fuer UNI Profs ein rotes Tuch. Zudem fehlt mir die Zeit, da ich beruflich sehr viel richtung Asien unterwegs bin, allen voran Indien. Ich nehme das so hin und akzeptiere das. Die Profs der Uni (die ja das alleinige Promorecht haben) sitzen leider immer noch auf einem extrem hohen Ross, geschuetzt durch den Gesetzgeber. Sozusagen als letzte Bastion. Es ist halt so. Ich mache mir da auch keine grossen Hoffnungen mehr, dass sich das bessert. Was meint Ihr, wie oft ich versucht hatte, mit diversen Logistiklehrstuehlen zu kooperieren, da mir immer wieder sehr interessante Diplomarbeitsthemen ueber den Tisch gingen? Ideal fuer Studenten aus dem Schwerpunkt Logistik. Voll(!) bezahlt incl. Spesen und kostenlosen Flugtickets fuer die Researcharbeit der Studenten. Ueberhaupt kein Interesse, auch nur Ansatzweise mit der Wirtschaft zu kooperieren. Sie verschanzten sich viel mehr und liessen sich immer von ihren Sekretaerinnen entschuldigen. Nur nicht nach Aussen ueber den Tellerrand schauen, das koennte schaden. An den FHs wurde ich mit offenen Armen empfangen. Aber diese Diskussion fuehrt jetzt zu weit.

Abschliessend kann ich nur sagen, dass ich als "dummer" FHler mittlerweilen Head of Logistics bin und ein recht erfolgreich ein internationales Team von knapp 40 Leuten leite, die (wohl gemerkt) auch Uniabsolventen beinhaltet. Eigenlob stinkt zwar, aber ich sags jetzt einfach mal so, wie es ist. Ich moechte die Thematik an dieser Stelle nicht weiter detaillieren, da es schon zu Genuege diskutiert wurde, finde jedoch die Defamierung von FH Absolventen (nach alter Diplom Regelung) seitens der Uni-Profs als vollkommen deplaziert.

Und daher eben mein Hinweis auf den privaten und straff organisierten PhD obig genannter Hochschule. Das Geld ist ja da, ich moechte nur sicher sein, dass sich die Investition auch "lohnt".

Bitte nochmals um Euren Input.


Chris
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