Hallo zusammen,
ich hege schon seit mehreren Monaten einige Gedanken in Bezug auf eine Promotion (PhD) in Neuseeland, konnte mich aber noch nicht zu einer endgültigen Entscheidung durchringen. Vielleicht haben ja ein paar Leute hier im Forum noch einige Tips / Anregungen, damit ich meine Entscheidung treffen kann.
Ich schildere erst einmal meine Situation: Ich bin seit mehr als 2 Jahren im Job und habe das Gefühl, in Bezug auf die universitärer Ausbildung (BWL/VWL) auf das Diplom noch etwas draufsetzten zu wollen. Zum einen fand ich das wissenschaftliche Arbeiten immer sehr interessant und hat mir auch viel Spass gemacht, zum anderen habe ich das Bedürfnis, nochmals den Themen nachzugehen, die mich aus eigenem Antrieb heraus interessieren und nicht nur aus beruflichem Interesse heraus. Eine Promotion würde mir nochmals die Freiheit geben ein Thema sehr tief zu durchdringen und auch die Zeit geben, aktuelle fachliche Lücken (die ich bei meiner bisher kurzen beruflichen Tätigkeit identifiziert habe) zu schließen.
Nun das eigentliche Thema: Ich habe einen Bekannten, der in Professor in Neuseeland ist, und mir Angeboten hat, bei ihm an der Uni zu promovieren. In Neuseeland umfasst die Promotion keine Lehrstuhlarbeit und man hat folglich 100% Zeit sich auf die eigentliche Dissertationsschrift zu konzentrieren. Man muss 3 Jahre eingeschrieben sein und erhält den PhD auch erst nach 3 Jahren. Man muss jedoch nicht 3 Jahre vor Ort sein und kann auch eine gewisse Zeit "Teilzeit" promovieren, d.h. neben dem Beruf. Folgendes Szenario wäre möglich:
1 ½ Jahre Vollzeit nach Neusseland danach zurück nach Deutschland und Arbeitgeber suchen, der Freistellung genehmigt in den nächsten 1 ½ Jahren Vollzeit arbeiten und nebenher weiterschreiben sowie Freistellungen (2-3 Monate) am Ende der Zeit nutzen, um die Arbeit fertigzustellen und abzugeben.
Ich denke, dass es machbar wäre, innerhalb dieser Zeit eine gute Diss zu erstellen, die Hand und Fuß hat. Mir ist aber auch klar, dass diese keine Diss wäre, die mich auf spätere Lehrtätigkeit an der Uni vorbereiten würde, aber ich möchte sowieso in der Industrie bleiben.
Der Punkt, warum ich noch zögere diesen Plan umzusetzten ist, dass ich den neuseeländischen PhD in Deutschland nicht als Dr tragen darf. Viele werden nun sagen, dass es ein gleichwertiger Titel ist, jedoch gilt dies wohl eher in der Wissenschaft. In der Industrie wollen alle den Dr. sehen. An diesem Punkt bin ich nun einfach am zweifeln, ob sich der Aufwand für eine solche Dissertation lohnt, wenn man sich danach in D nicht Doktor nennen darf. Deutschland hat schon komische Regeln….
Nun meine Frage: was haltet ihr von meinem Zweifel, bzw. hat vielleicht von Euch einer eine Ahnung, ob man sich in der Zukunft auch mit neuseeländischem/australischem PhD auch in D bald Dr. nennen darf (wie das ja auch seit kurzem mit dem US-PhD der Fall ist)? Vielleicht hat ja auch einer hier im Forum in NZ/Australien promoviert und kann mir von der Akzeptanz seines Titels in der Industrie berichten? Über andere Meinungen freue ich mich auch....
Also, ich freue mich auf eine Diskussion,
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