PhD in Neuseeland

Themen rund um die Promotion im Ausland.
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PhD in Neuseeland

Beitragvon a127093 am 04.09.2008, 12:06

Hallo zusammen,

ich hege schon seit mehreren Monaten einige Gedanken in Bezug auf eine Promotion (PhD) in Neuseeland, konnte mich aber noch nicht zu einer endgültigen Entscheidung durchringen. Vielleicht haben ja ein paar Leute hier im Forum noch einige Tips / Anregungen, damit ich meine Entscheidung treffen kann.

Ich schildere erst einmal meine Situation: Ich bin seit mehr als 2 Jahren im Job und habe das Gefühl, in Bezug auf die universitärer Ausbildung (BWL/VWL) auf das Diplom noch etwas draufsetzten zu wollen. Zum einen fand ich das wissenschaftliche Arbeiten immer sehr interessant und hat mir auch viel Spass gemacht, zum anderen habe ich das Bedürfnis, nochmals den Themen nachzugehen, die mich aus eigenem Antrieb heraus interessieren und nicht nur aus beruflichem Interesse heraus. Eine Promotion würde mir nochmals die Freiheit geben ein Thema sehr tief zu durchdringen und auch die Zeit geben, aktuelle fachliche Lücken (die ich bei meiner bisher kurzen beruflichen Tätigkeit identifiziert habe) zu schließen.

Nun das eigentliche Thema: Ich habe einen Bekannten, der in Professor in Neuseeland ist, und mir Angeboten hat, bei ihm an der Uni zu promovieren. In Neuseeland umfasst die Promotion keine Lehrstuhlarbeit und man hat folglich 100% Zeit sich auf die eigentliche Dissertationsschrift zu konzentrieren. Man muss 3 Jahre eingeschrieben sein und erhält den PhD auch erst nach 3 Jahren. Man muss jedoch nicht 3 Jahre vor Ort sein und kann auch eine gewisse Zeit "Teilzeit" promovieren, d.h. neben dem Beruf. Folgendes Szenario wäre möglich:

1 ½ Jahre Vollzeit nach Neusseland  danach zurück nach Deutschland und Arbeitgeber suchen, der Freistellung genehmigt  in den nächsten 1 ½ Jahren Vollzeit arbeiten und nebenher weiterschreiben sowie Freistellungen (2-3 Monate) am Ende der Zeit nutzen, um die Arbeit fertigzustellen und abzugeben.

Ich denke, dass es machbar wäre, innerhalb dieser Zeit eine gute Diss zu erstellen, die Hand und Fuß hat. Mir ist aber auch klar, dass diese keine Diss wäre, die mich auf spätere Lehrtätigkeit an der Uni vorbereiten würde, aber ich möchte sowieso in der Industrie bleiben.

Der Punkt, warum ich noch zögere diesen Plan umzusetzten ist, dass ich den neuseeländischen PhD in Deutschland nicht als Dr tragen darf. Viele werden nun sagen, dass es ein gleichwertiger Titel ist, jedoch gilt dies wohl eher in der Wissenschaft. In der Industrie wollen alle den Dr. sehen. An diesem Punkt bin ich nun einfach am zweifeln, ob sich der Aufwand für eine solche Dissertation lohnt, wenn man sich danach in D nicht Doktor nennen darf. Deutschland hat schon komische Regeln….

Nun meine Frage: was haltet ihr von meinem Zweifel, bzw. hat vielleicht von Euch einer eine Ahnung, ob man sich in der Zukunft auch mit neuseeländischem/australischem PhD auch in D bald Dr. nennen darf (wie das ja auch seit kurzem mit dem US-PhD der Fall ist)? Vielleicht hat ja auch einer hier im Forum in NZ/Australien promoviert und kann mir von der Akzeptanz seines Titels in der Industrie berichten? Über andere Meinungen freue ich mich auch....

Also, ich freue mich auf eine Diskussion,

a127093
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Re: PhD in Neuseeland

Beitragvon Schtudinki am 06.09.2008, 16:10

Hallo a127093,

ist das bei Euch BWLlern tatsächlich (noch) ein Problem mit dem PhD? Bei den Ingenieuren hätt ich das stark vermutet - aber BWL... Schade eigentlich. Wenn das nun aber so ist, und Du in der Wirtschaft bleiben willst, dann ist das offensichtlich ein Minuspunkt für die Promotion in Neuseeland.

Was spricht denn von Deiner Seite gegen eine gute deutsche Promotion :wink: ?

Viele Grüße,
schtudinki
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Re: PhD in Neuseeland

Beitragvon a127093 am 07.09.2008, 13:59

Hallo Schtudinki,

Ich denke nicht, dass die Industrie ein Problem mit dem PhD-Titel hat. Als das eigentliche Problem sehe ich, dass wahrscheinlich die meisten Leute in Geschäftsleben den PhD-Titel einfach nicht kennen werden ( a la "PhD, was ist das denn für ein Titel? ") und man in Deutschland einfach nicht als promovierter wahrgenommen wird, wenn man sich nicht Dr. nennt.... Wenn man einen PhD in der EU oder USA gemacht hat ist eben der riesen Vorteil, dass man sich den PhD als gleichwertig anerkennen lassen kann und man sich auch offiziell in Deutschland Dr. nennen darf.

Was ist denn Deine Meinung dazu? Vielleicht hat ja noch jemand hier im Forum eine Meinung zu o.g.?

Zu Deiner Frage nochmal in Bezug auf eine Promotion in D: Ich würde gerne solch eine Auszeit dazu nutzen, um aus D rauszukommen. Ausserdem habe ich ehrlich gesagt nicht die Kontakte zu einem deutschen Prof, der ein solches Vorhaben unterstützen würde. Eine externe Promotion ohne Lehrtätigkeit zu finden stelle ich mir sehr schwer vor.

Gruss a127093
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Re: PhD in Neuseeland

Beitragvon Kuniko am 07.09.2008, 14:15

Liebe/r (:oops:) a127093,
nur kurz zu Deinem letzten Satz, da ich mich ansonsten bezüglich Promotion im Ausland so gar nicht auskenne.
Ich denke nicht, dass es viel schwieriger ist eine externe Promotion ohne Lehrstuhlarbeit zu machen. Ist vielleicht auch ein bißchen fachabhängig, aber extern ist doch insofern für den Prof. von Vorteil, als dass er sich Dich als Promovierenden "auf die Fahne schreiben" kann (weiß nicht genau, ob auch die Doktoranden dazuzählen, aber gerade bei den neuen W-Professuren, bekommen die Prof.s doch für jede Extratätigkeit Zuschläge oder?), ohne dass er Dich über einen Job am Lehrstuhl aus seinen Geldern finanzieren müsste. Ich würde also einfach mal bei Prof.s Deines Fachgebiets anfragen, wie's bei denen aussieht - kost ja auch nix. Bin aber Geisteswissenschaftlerin, kann also nicht sagen, ob das in anderen Fachbereichen wirklich auch so läuft.

Liebe Grüße, Kuniko
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Re: PhD in Neuseeland

Beitragvon a127093 am 07.09.2008, 14:28

Hey Kuniko,

Danke für Deinen Hinweis (ich bin übrigens ein Er ;-)). Ich habe im Moment das Bedürfnis, aus D bisschen rauszukommen und noch was von der Welt zu sehen, weshalb ich mir noch nicht so viele Gedanken über eine Promotion in D Gedanken gemacht habe. Aber ich muss mir über diese Option sicher noch Gedanken machen.

Weiss einer auch eventuell, ob es möglich wäre, solch eine Promotion in NZ in Kooperation mit einem Deutschen Prof zu schreiben und somit auch den Neuseeländischen PhD als auch den Deutschen Dr zu bekommen?

Gruss a127093
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