von artifex am 02.04.2007, 11:17
Erstmal bin ich ja froh, daß noch kein philosophischer Diskussionskrieg TeX vs. Word entflammt ist. Spricht für Qualität...
Ich bin einer der Doppelnutzer: Im Institut wird Word genutzt - da bleibt mir keine Wahl.
- Vorteile/Nachteile:
Ich denke, es hat gewissen philoshischen Charakter, dies zu beurteilen. Für Naturwissenschaftler spricht sicherlich der Umgang mit Formeln für LaTeX, hier sind die Vorteile deutlich. Viele Probleme mit Word schiebe ich mal dreist auf fehlendes Wissen des Anwenders (mich eingeschlossen!). Ein Kurs eines Kollegen zeigte, daß sich Probleme lösen lassen, wenn man genau weiß, wie Word funktioniert. Das gilt auch für LaTeX - da wird es nur eher akzeptiert, bei Word meint jeder, er kann es bedienen...
Wirklich schön aussehenden Text hinzubekommen ist, glaube ich, mit beiden möglich, jeder von beiden verlangt aber auch entsprechenden Aufwand...
Pro LaTeX: Es schickt komplettes Paket incl. hervorragender Referenzverwaltung kostenlos mit. Bei Word sind (sofern selbst zu besorgen) ca. 50-100 EUR für ein ordentliches Programm nötig.
Pro LaTeX: Es bleibt schlank: Der Source ist PlainText, die Bilder werden von extern geladen (aber auch bei Word möglich...)
Pro Word: angesprochenes wysiwyg, es ist bereits intalliert (TeX: +900 MB)
Pro LaTeX: Ausgabe direkt in PDF (pdfTeX) incl. Links, Content etc.
- Zeitaufwand Einarbeitung (für Wechsler):
Als ich bei der Diplomarbeit gewissen Leerlauf hatte, bis das (Ozean-)Modell lief, mit dem ich arbeiten sollte, habe ich die Zeit genutzt, um mich in LaTeX einzuarbeiten. Bis ich mit allen Möglichkeiten vertraut war, hat es aber schon ca. 4-5 Wochen gedauert.
Das beinhaltete dann Befehle lernen, in Projekt-Aufbau, Graphiken, Bibl., Styles etc. einarbeiten.
Vorteil: Es gibt hunderte Einführungen und Vorlagen.
Nachteil: Herausfinden, was man will/ braucht (abhängig vom eigenen Anspruch!)
- Erst Word dann TeX:
Ich halte es für sinnvoll, gleich alles in LaTeX einzugeben, da sonst die Extraarbeit hinzukommt, alle Befehle nachträglich hinzuzufügen (emph, Bib, etc.), was direkt bei der Erstellung weit flüssiger geht (wenn man ein wenig in LaTeX eingearbeitet ist).
- Editor:
Ich kann sehr PROTON empfehlen, ein Texteditor von Uli Meybohm (Phase 5, HTML).
Er ist klein, keine Installation nötig, es gibt eine farbliche Hervorhebung für TeX-Syntax und der Compiler kann von integrierter Kommandozeile aufgerufen werden.
Zwischenzeitlich hab ich aber auch den Text nach Word exportiert, um die Rechtschreibung zu überprüfen und Korrekturen (PlainText) wieder zurückgeschrieben.
Wer bis hierhin durchgelesen hat, hat hoffentlich einen gewissen Überblick und ein paar weitere Infos bekommen.
Bei genauerem Interesse kann ich gerne noch Links zu Literatur, Vorlagen, Editor etc. geben.
So far, Christoph