Endphase

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Endphase

Beitragvon Izzie am 11.06.2008, 16:08

Hallo,

wer von euch ist gerade in der Endphase und möchte sich ein bisschen darüber austauschen?

Ich will Ende August abgeben, habe eigentlich alles zu Papier gebracht außer den Schluss und weiß nicht so recht, was ich bis zur Abgabe noch mit meiner Arbeit anstellen soll. Hatte mir eigentlich so viel fürs Ende aufgehoben, Literatur nochmal durchforsten, ob ich irgendetwas wichtiges übersehen habe, Zitate und Beispiele überarbeiten usw. Aber irgendwie bin ich mittlerweile so blind, dass das alles nicht mehr richtig funktioniert. Ich lese gerade zum 4. Mal Korrektur, verbessere Fußnoten und Rechtschreibfehler, aber so richtig zufrieden bin ich damit nicht... Im Juli will ich so weit sein, dass ich sie meiner Korrekturleserin übergeben möchte, aber was mache ich bis dahin? Es ist nicht so, dass mir langweilig ist, ich habe nur einfach Angst, dass die Arbeit bisher nicht perfekt genug ist.

Würde mich freuen über Erfahrungsberichte wie Ihr eure Endphase so gestaltet.

LG Izzie
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Re: Endphase

Beitragvon Eva am 11.06.2008, 17:02

Hallo Izzie,

ich hätte eigentlich auch gesagt, dass ich mich weitgehend in der Endphase befinde, zumindest will ich im Herbst abgeben. Im Unterschied zu dir habe ich aber die Hälfte des Textes noch gar nicht geschrieben :oops: , ich baue also auf einen ergiebigen Sommer.

Beim Durchlesen deines Posts frage ich mich, warum du den Text nicht jetzt gleich zum Korrekturlesen gibst? Wenn du offensichtlich einen Zustand totaler Betriebsblindheit erreicht hast (den ich im übrigen für völlig normal halte in einer so fortgeschrittenen Phase), hilft es dir doch nicht viel, den Text noch fünf Mal durchzugehen, oder? Dem Korrekturleser muss man doch auch keine perfekte Arbeit vorlegen, das ist m.E. nicht Sinn der Sache und kann deshalb eigentlich auch nicht der Anspruch sein, denke ich.

Wenns dir hilft, kann ich dir einfach mal erzählen, wie ich mir meine Endphase so vorstelle bzw. wie ich das jetzt schon handhabe: Ich habe insgesamt 3 Korrekturleser, die meine Arbeit kapitelweise lesen (auf Inhalt und Sprache). Die Rückmeldungen greife ich jeweils gleich auf und arbeite das ab. Beim Schreiben habe ich mir ziemlich von Beginn an angewöhnt, bei Auftauchen einer neuen Quelle diese sofort auch ins Literaturverzeichnis zu setzen; wenn ich ein Kapitel abgeschlossen habe, vergleiche ich die Fußnoten mit dem Lit.verz., um zu sehen, ob ich was übersehen habe. Außerdem versuche ich, alle offenen Fragen (noch fehlende Quellenangaben, weitere Informationen etc.) für dieses Kapitel zu klären und den Text soweit fertig zu stellen. Ich denke, dass viele diese Schritte gebündelt am Ende machen, ich erhoffe mir aber, auf diese Weise die formale Endüberarbeitung möglichst schnell zu schaffen. Außerdem ist es leichter, Zitate etc. nachzuprüfen, solange man Bib-Literatur eh noch zuhause hat, als am Ende alles nochmal neu beschaffen zu müssen.

Was mir bei meiner Methode am Ende noch fehlen wird, ist ein inhaltlicher Überarbeitungs-Durchgang, bei dem es vor allem um Konzeptionelles geht, um die Gesamt-Argumentation. Ich rechne damit, evtl. einzelne Abschnitte umzustellen, an den Überleitungen zu feilen u.ä. Das geht eigentlich erst, wenn der Text als Ganzes vorliegt. Da werden sicher meine drei Leser nochmal gefragt sein, die ja dann auch erst den Gesamtblick auf die Arbeit haben. In dieser Phase werde ich dann auch Einleitung und Schluss schreiben.

Sollte sich das zeitlich irgendwie ausgehen, möchte ich am liebsten eine Pause von der Diss machen, bevor ich mich an diese letzte Überarbeitung mache. Durch etwas Abstand (kurzer Urlaub :D ) kann man zumindest einen Teil der Betriebsblindheit auch relativ schnell wieder verlieren und die Arbeit ansatzweise so lesen, als wäre sie einem fremd. Zumindest war das bei meiner Examensarbeit so...

Ich wünsch dir viel Erfolg für die letzten Wochen,
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Re: Endphase

Beitragvon Izzie am 11.06.2008, 17:17

Hallo Eva,

erstmal vielen Dank für deine lange und ausführliche Antwort. Ich denke, dass ich mir auch zu viel für das Ende aufgehoben habe und deshalb jetzt etwas den Überblick verliere. Sorgen bereiten mir nicht die Grammatik und Rechtschreibung, die ich in der Tat meiner Korrekturleserin (Deutschlehrerin) überlassen werde. Ich habe vielmehr Angst davor, dass meine Erläuterungen nicht ausführlich, meine Beispiele nicht aussagekräftig und meine Schlussfolgerungen nicht stringent genug sind... Und dabei kann mir auch meine zweite Korrekturleserin, die sich auf den Inhalt konzentrieren wird, nur bedingt helfen.

Bekommen deine drei Korrekturleser jeweils die ganze Arbeit oder nur Kapitel von dir? Haben sie Ahnung vom Thema und haben sie selbst schon eine Diss geschrieben?

Würde mich freuen wenn wir uns von Zeit zu Zeit nochmal über unsere Fortschritte austauschen könnten. Viel Erfolg noch beim Schreiben und ein erfolgreiches Ende!

LG Isabelle
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Re: Endphase

Beitragvon Eva am 11.06.2008, 20:08

Hallo Isabelle,

... dass meine Erläuterungen nicht ausführlich, meine Beispiele nicht aussagekräftig und meine Schlussfolgerungen nicht stringent genug sind


Das sind tatsächlich die Bestandteile der Arbeit, die man am besten selbst hinbekommt. Dazu braucht es aber auf jeden Fall etwas Abstand vom eigenen Text, denn ich zumindest könnte manche Absätze beim Lesen mehr oder weniger auswendig mitsprechen... Andererseits geht es dabei auch ums Sich-Verständlich-Machen und das kann natürlich auch eine zweite Person beurteilen.

Meine drei Korrekturleser sind ein geniales Trio: Einer ist Deutsch- u. Geschichtelehrer und drin im Thema der Diss (sowie fit in Rechtschreibung und Grammatik :D ), der zweite ist promovierter Mathematiker, hat also vom Thema keine Ahnung, dafür Sinn für Logik ( :wink: ) und allgemein für wissenschaftliche Texte, der dritte ist Psychologe - der ist so mein Gradmesser für Allgemein-Verständlichkeit (d.h. wieviel bekommt ein intelligenter, aber fachfremder Mensch mit guter Allgemeinbildung von meiner Argumentation mit). Mein Vorteil ist natürlich, dass ich in Geschichte schreibe, das versteht man inhaltlich auch ohne das Fach selbst studiert zu haben. Ich wäre umgekehrt bei ner Mathe-Diss völlig aufgeschmissen gewesen!

Ich habe aber selbst auch schon einige (geisteswissenschaftliche) Arbeiten für andere Korrektur gelesen (von der Seminar- bis zur Diplom-/Magisterarbeit) und finde, dass man auch bei fachfremden Texten ganz brauchbare Anregungen geben kann, wenn man einen Blick für die Struktur von Texten und den Aufbau einer Argumentationskette hat. Ich nehme mal an, dass die meisten Diss-Betreuer auch nicht wirklich fit im Thema der jeweiligen Diss sind, d.h. das sind genau die Aspekte, auf die auch ein Prof bei seiner Bewertung der Arbeit achten wird.

Was die Ausführlichkeit von Argumenten und Beispielen angeht: Das kann einem eigentlich jeder andere Leser sagen, man merkt nämlich schnell, wo man gerne mehr Erläuterung gehabt hätte. Dieser Art sind oft die Rückmeldungen, die ich von meinem Trio bekomme (wenns nur einer sagt, denke ich mir manchmal, muss nicht an der Diss liegen :wink: , wenns aber von allen dreien kommt, sollte ich doch besser noch ein paar mehr Wörter investieren...). Kommt natürlich davon, dass man selbst irgendwann so im Thema und in den eigenen Gedankengängen gefangen ist, dass einem eh klar ist, was man sagen will, inclusive aller Anspielungen und mitgedachten Erläuterungen. Das kommt aber schnell auf, also keine Sorge. Dafür ist ein guter Korrekturleser da!

Wir können uns gern weiter austauschen, so als Leidensgenossinnen... :)

Ach ja, meine Korrekturleser bekommen jeweils die ganze Arbeit von mir, diese aber häppchenweise in Kapiteln.
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Re: Endphase

Beitragvon katja am 12.06.2008, 09:03

interessantes thema, das mich auch trifft, weil ich meine arbeit soweit fertig habe, das heißt die recherche und das schreiben sind weitestgehend abgeschlossen und nun stehen die inhaltlichen überarbeitungen, vorallem kürzungen, letzte absprache mit den betreuern und dann als letzter schritt rechtschreibung/grammatik und als ganz letztes layout an. ich hoffe ende oktober abzugeben.

Izzie hat geschrieben: ich habe nur einfach Angst, dass die Arbeit bisher nicht perfekt genug ist.


arg! so gehts mir auch. :oops: ich will im oktober abgeben und wenn ich an meine arbeit denk, dann bilde ich mir immer ein, dass alles nicht sooo toll ist. mittlerweile denke/vermute ich, dass so eine einbildung normal ist und die viele haben. ein tipp, der hilft: einfach mal abstand gewinnen und dann nen kapitel lesen. bei mir beobachte ich, dass ich dann immer erstaunt bin, dass ich das geschrieben hab, weil ich es wirklich ganz gut finde.

Eva hat geschrieben:wenn ich ein Kapitel abgeschlossen habe, vergleiche ich die Fußnoten mit dem Lit.verz., um zu sehen, ob ich was übersehen habe


ich trag es in meine literaturdatenbank direkt ein, nicht ins Lit.verz. aber sonst ist das ein super tip, der mir hoffentlich am ende (ganz am ende) viel arbeit ersparen wird.

Eva hat geschrieben:Was mir bei meiner Methode am Ende noch fehlen wird, ist ein inhaltlicher Überarbeitungs-Durchgang, bei dem es vor allem um Konzeptionelles geht, um die Gesamt-Argumentation. Ich rechne damit, evtl. einzelne Abschnitte umzustellen, an den Überleitungen zu feilen u.ä.


genau an dem punkt bin ich im moment. ich hab 3 analyseobjekte, die ich jetzt versuche auf ein schema hin zu orientieren und anzupassen, überleitungen zu schreiben etc..

wo ich noch nicht so weit bin wie ihr, ist mit den korrekturlesern. ich hab erstmal nur einen sicher, ein architekt, der mit meiner arbeit thematisch sicher gut umgehen kann, die problematik aber nicht ZU genau kennt, so dass er auch auf logik der argumentation lesen kann. dann hab ich aus familie ganz fachfremde, gut allgemein gebildete und interessierte leser. für rechtschreibung/grammatik such ich noch experten ;) bei der examensarbeit hatte ich jemand professionellen engagiert aber das ergebnis war nur befriedigend. jetzt wärs mir zu teuer aufgrund des seitenumfangs.
aber ehs zum korrekturlesen geht, muss ich ja noch andere vorleistungen bringen (s.o.) danach bin ich übrigens sicher auch betriebsblind :?
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Re: Endphase

Beitragvon Izzie am 12.06.2008, 10:49

ich bin schon mal sehr beruhigt, dass es euch ähnlich geht. geteiltes leid ist halbes leid, richtig?

ich hab heute früh mit meiner zweitkorrektorin telefoniert und sie meinte ich sollte mir unbedingt noch jemanden zum korrekturlesen suchen, der auch auf logik und argumentation hin kontrollieren kann. so jemand fehlt mir bisher... ich denke aber wenn rechtschreibung und grammatik überprüft sind, traue ich mich auch mal die arbeit an einen fachexperten aus der hand zu geben. bisher fehlt mir dazu noch etwas das vertrauen in meine schreibkünste...

viel erfolg euch noch und weiterhin einen guten austausch,
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