Angst vor Gutachten

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Angst vor Gutachten

Beitragvon Manolie am 31.03.2008, 16:45

Hallo,
zunächst mal vielen Dank an all die Forumsaktiven, deren Tipps mir in der Schreibphase sehr geholfen haben (zum Beispiel zum Thema Motivation), und natürlich viel Glück an alle, die grad noch im Arbeitsprozess stecken.

Kurz zur Situation: Ich habe meine Diss eingereicht und warte seither auf die Gutachten meiner Prüfer, bzw. auf die mündliche Prüfung.
Leider bin ich dabei in eine der Fallen getappt, vor der man immer gewarnt wird: Bei mir hat der Fehlerteufel zugeschlagen.
Ich hatte die Arbeit bis November bearbeitet, um den vereinbarten Zeitplan einhalten zu können. Doch der Zeitpunkt der Abgabe verzögerte sich, da mein Prof im Arbeitsstress steckte.
Über Weihnachten habe ich noch einmal wichtige Korrekturen eingefügt und einiges verändert - die Arbeit also "rund" gemacht, und mich danach mit gutem Gewissen, eine fertige Fassung zu haben, den Bewerbungen gewidmet.

Tja... leider hat sich herausgestellt, dass eben diese Änderungen in meiner Endfassung nicht enthalten sind. Es sind vor allem Formalia: Fußnoten und Übergänge sowie Verweise auf die (zahlreichen) Abbildungen im Text, deren Fehlen mir beim nochmaligen Durchschauen nicht aufgefallen ist, sowie einige Wortwiederholungen. Anders gesagt: Als ich endlich abgeben konnte, war ich völlig "betriebsblind". :shock:

Ihr könnt euch vorstellen, dass ich in Panik verfallen bin als ich mir die Arbeit zwecks Lernerei wieder vorgekramt habe. Da sind mir die Fehler geradezu in die Augen gesprungen, vor allem, weil das Dinge sind, die man im Grundstudium gelernt haben sollte. :(

Ich würde die ganze Sache liebend gern in die Ecke schmeissen und nicht mehr anschaun, aber da bleibt mir wohl keine Wahl, werde ich doch wahrscheinlich schon diesen oder nächsten Monat geprüft. Meine Frage: Wie wichtig sind diese Formalfehler? Der Inhalt ist ja soweit in Ordnung, denke ich, eigene Gedanken sind auch drin. Hat jemand von euch vielleicht schon ähnliches erlebt?
Zuletzt geändert von Manolie am 31.03.2008, 17:57, insgesamt 1-mal geändert.
Manolie
 
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Re: Angst vor Gutachten

Beitragvon nK am 31.03.2008, 17:54

Au weia, das ist ja wirklich ärgerlich! :x

Da hilft wohl nur eins: Dem Prof. umgehend mitteilen, welcher Fehler Dir unterlaufen ist und Dich tausendmal dafür entschuldigen. Du sagst, dass Du vielleicht schon diesen Monat geprüft wirst – hattest Du schon eine Rückmeldung von Deinem Prof? Es kommt jedenfalls sicher besser, wenn er merkt, dass Dir das selber aufgefallen ist als wenn Du das zu erklären versuchst, nachdem Du die Arbeit begutachtet bekommen hast.

Erfahrungen mit solchen Fällen habe ich aber keine.

Trotzdem toi, toi, toi...
nK
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Re: Angst vor Gutachten

Beitragvon Manolie am 31.03.2008, 18:03

@nK: Danke fürs Daumenhalten! Ja, ich habe eine Mail von ihm erhalten. Darin meint er, sein Gutachten für meine Arbeit sei schon fertig und er würde es an den Zweitgutachter schicken. Es ist zu spät, noch was zu drehn fürchte ich. Zumal die Arbeit in dem Zustand, in dem sie eingereicht wird, auch vom Ausschuss angenommen wird, soweit ich das mitbekommen habe. Immerhin hat er mich mit einem Satz beruhigt, er meinte, das mit der Promotion "wird schon". Es steht natürlich noch in den Sternen, was der andre Prüfer sagt und was dabei herauskommt.
Manolie
 
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Re: Angst vor Gutachten

Beitragvon Schtudinki am 31.03.2008, 18:58

Liebe Manolie,
ich hatte das gleiche Problem bei meiner Masterarbeit. Die Betreuungssituation war aufgrund von Personalwechseln sehr abenteuerlich, ich war ständig an der Grenze zum Nervenzusammenbruch und nachdem sich auch bei mir durch die "Arbeitsbelastung" meines Betreuers die Abgabe verschob habe ich kurzerhand in einem Anflug von Panik die ganze Arbeit nochmal komplett auseinandergenommen.
Der guten guten kivio und einer tollen Freundin habe ich es zu verdanken, dass ich am Ende überhaupt noch abgegeben habe.
Ich hab dann eine Woche nicht mehr reingeschaut und dann hat mich auch bald der Schlag getroffen, als ich das Monsterding wieder in die Hand genommen habe. Bei mir war es allerdings noch etwas schlimmer als bei Dir...
Ich hatte haufenweise halbe Sätze, die beim Verschieben stehengeblieben sind, die Bibliographie war unter aller Sau und wenn das die Arbeit von jemand anderem gewesen wäre, hätte ich mir darüber stundenlang das (Schand)Maul zerissen...
Ich bin mit einem blauen Auge davon gekommen, in beiden Gutachten wurde auf die Formalen Schwächen hingewiesen (was mich schwerst getroffen hat, weil ich so ein schlimmer Perfektionist bin...) und ich habe dafür einen Abzug von 0,3 bekommen. Gott sei Dank fand man die Arbeit von der Forschungsleistung her so toll, dass ich mit meiner 1,3 sehr gut leben kann.
Aber peinlich ist es mir wie die Sau.
Jetzt wird die Arbeit veröffentlicht und ich habe die Chance, das alles auszubessern. Und ich werde wohl auch dafür Sorgen, dass 2 neue Exemplare der Arbeit die alten am Lehrstuhl ersetzten, dann kann ich endlich defintiv wieder ruhig schlafen ;-)

Mach Dir keinen Kopf, Du kannst es nicht mehr ändern! Wenn es Dich beruhigt und Du ein gutes Verhältnis hast, dann sprich doch wirklich mal mit Deinem Doktorvater. Vielleicht gibt er Dir ja die Möglichkeit nachzubessern, bevor die Arbeit an die Prüfungskomission geht - sofern es nur um ein paar "formale Kleinigkeiten" handelt.

Viele Grüße und Kopf hoch!
SChtudinki
Schtudinki
 
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Re: Angst vor Gutachten

Beitragvon Manolie am 01.04.2008, 08:56

@Schtudinki: Puh immerhin bin ich nicht ganz allein damit, in der letzten Minute den Kopf verloren zu haben. :oops: Vielen Dank, Du hast mir wieder etwas Mut gemacht. Ich werd auf jeden Fall einen Sprechstundentermin mit meinem Prof vereinbaren, vielleicht spricht er das ja sogar von sich aus an. Und ich muss eh zu ihm, um den Ablauf der mündlichen Prüfung zu erfragen.

Bin übrigens auch ein unverbesserlicher Perfektionist :wink: , das hat schon fast Suchtcharakter. Aber wenn man die Arbeit im Nachhinein verbessern darf bevor sie veröffentlicht wird, ist das schon mal eine große Beruhigung für mich - nichts wäre schlimmer, als wenn ich angefochten würde, weil mir zwei bis drei Nachweise fehlen - dann sollen die mir ruhig die Note etwas runterschrauben. Mal schaun, was bei mir von der "Forschungsleistung" bleibt, in meinem Fach (Literaturwissenschaft) sind Sprache und Ausdruck elementarer Bestandteil des Ganzen. Bitte drückt mir die Daumen für das Gespräch.
Manolie
 
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