Die entscheidenden Fragen für mich wären:
1) Ist tatsächlich jedes einzelne Foto notwendig, um die Arbeit beurteilen oder bewerten zu können und um den "Gewinn an wissenschaftlicher Erkenntnis" zu belegen?
Sind die Fotos die eigentlichen Untersuchungsobjekte der Arbeit oder geht es um das, was sie dokumentieren, sind die Fotos also, was Naturwissenschaftler "Rohdaten" nennen würden? Kann man Arbeitsweise und Arbeitsergebnisse nachvollziehen, auch ohne jedes einzelne Foto studiert zu haben?
2) Sind die Fotos in der Gesamtheit irgendwo an einem festen Standort hinterlegt?
Wenn die Fotos z.B. zum Fundus eines Instituts oder einer Kunst-Sammlung gehören, würde ich - in Absprache mit Doktorvater bzw. Institutsleitung - dies als zitierbare Quelle nutzen und nur wichtige Fotos in die Arbeit packen, vielleicht an einigen geeigneten Motiven die gewählte Methodik erläutern usw.
Vielleicht habe ich das Problem nicht ganz verstanden (was bedeutet es, dass die Abbildungen "
tabellarisch ausgewertet werden"?), aber ein Biologe, der für seine Dissertation 1000 Vogelfedern oder 1000 Saurierzähne untersucht, wird die weder im Original noch (sämtlich) als Fotos in seine Dissertation packen, genausowenig wie ein Archäologe 1000 Scherben, ein Musikwissenschaftler 1000 Seiten Partituren usw. Die wissenschaftliche Leistung besteht doch u. a. darin, sich vom Einzelstück zu lösen, indem man das vorhandene "Material" sortiert, auswertet, gewichtet, vergleicht usw. und somit zu allgemein(!)-gültigen Aussagen kommt.
Bisweilen mögen umfangreiche Anhänge durchaus notwendig sein, aber bei überlangen Arbeiten habe ich manchmal den Eindruck, dass mit Materialfülle ein großer Fleiß belegt werden soll, um andere Schwächen zu kaschieren.
Gruß und alles Gute!
Friedhelm