Leider nur ein Jurist - aber dafür leidgeprüfter Vortragshörer... (
und um Dein Thema wieder nach vorn zu bekommen, dass ich versehentlich nach hinten geschubst hatte)Wenn die Zeit feststeht, kannst Du nur über Verringerung der Datenmenge zurechtkommen. Das heißt m.E., dass alles Kleingedruckte heraus muss. Wenn Du zwanzig Minuten hast und das ernst gemeint ist, solltest Du auf 15-18 Minuten kalkulieren und dafür lieber schön langsam sprechen und entwickeln.
Wer wirklich mit Dir im Kleingedruckten diskutieren möchte (falls überhaupt zugelassen), wird das doch vermutlich ohnehin nicht auf der Basis Deines Vortrags machen, sondern weil er vorher Deine Arbeit gelesen hat.
Alles, was Du an Details und korrekten Begründungen nicht schon im Vortrag hast, hast Du für die erste Fragerunde in der Hinterhand und stehst schon mal sicher da, weil Du diese Details, die Du schmerzhaft streichen mußtest, natürlich noch präsent haben wirst. (Ich mache mir manchmal "Notfall-Folien" hinter den Vortrag, die ich nur zücke, wenn es brennt. Meist benötige ich sie dann doch nur, um mich zu beruhigen bzw. um mir selbst klarzumachen, wie meine Antwort dann gestaltet würde).
AGH hat geschrieben:- Ich will aus Zeitgründen den theoretischen Hintergrund sehr kurz halten: 1-2 Folien bisherige Forschungswege und die Lücke dabei, die ich schließen möchte, 1-2 Folien zentrale Begriffe. Aber das wirkt so unwissenschaftlich, weil es einfach nur auf den Punkt bringe anstatt Studien zu zitieren (habe jetzt keine einzige Studie in der Präsentation beim Hintergrund zitiert - aber das geht ja auch nicht)! Sobald ich aber Studien zitiere, wird das ganze zu lang! Wie gehe ich da den Mittelweg?
Hört sich aber doch vom Umfang her gut an. Und dass Du mündlich nicht dreißig Jahre Forschung komplett rekapitulieren kannst, scheint mir doch auch klar.
AGH hat geschrieben:- Beschreibung des Erhebungsinstruments: wir Psychologen stehen da ja ziemlich auf Angaben bezüglich Itemanzahl, Skalenanzahl, Skalennamen, Reliabilität etc. -> wenn ich das alles angebe, inklusive Namen des Tests und Zitat, sind das 5 oder 6 Folien bei mir! Viel zu lang! Reicht es, wenn ich da angebe: Testverfahren (mit Zitat, also Autor und Jahr), Skalenanzahl, Itemanzahl und Rel und ich die Skalennamen nur vorlese, sie aber nicht auf den Folien stehen? Dann wären es 2 Folien dazu.
Glaubt man Dir im Vortrag nicht einfach so, dass Du das korrekt gemacht hast, wenn Du es doch im schriftlichen Teil belegt hast? Kann man das evtl. klein unter die Präsentation setzen (und nicht vortragen, sonder nur als Qualitätssiegel draufpappen)?
- Ergebnisse: das schwierigste überhaupt. Ich hatte in meiner Arbeit 5 Hauptfragestellungen. Wenn ich jede einzeln beantworte, wird das ganze zu lang. Alternativ habe ich mir überlegt, die eine interessante Hauptfragestellung herauszugreifen und zu beantworten, die mir am wichtigsten erscheint. Aber ich kann weder sagen, "Ich hatte 5 Fragestellungen, nämlich bla, blabla, blablabla etc., aber ich berichte Ihnen nur die Ergebnisse von einer. Ätsch.", noch kann ich sagen, dass ich nur 1 Fragestellung hatte und diese beantworte - dann denken die Leute ja, ich habe überhaupt nichts gemacht! Was soll ich tun?
Hast Du schon einmal genau in Deine Promotionsordnung geschaut, was genau der Zweck Deines Vortrags ist?
Sollst Du die ganze Arbeit zusammenfassen oder nur ausgewählte Bereiche?
Man kann auch sagen: Den Schwerpunkt des heutigen Vortrags lege ich auf den Bereich ... Meine Arbeit behandelt zwar mit ... noch weitere Fragestellungen, aber das würde den zeitlichen Rahmen sprengen, den mir die Promotionsordnung setzt.
- Literatur: habt Ihr ganz hinten eine Folie mit der Literatur, die im Vortrag erwähnt wurde?
Wenn Du schon bei Deinen Hauptfragen kürzen mußt, dann würde ich ja keine Folie für's Literaturverzeichnis verschwenden (oder in der Hinterhand halten, falls jemand fragt, s.o.)
Viel Erfolg!So tief wie Du steckt keiner in Deinem Thema! Wer Dir da etwas vormachen möchte, wird sich warm anziehen müssen. Und wenn Du etwas absolut nicht beantworten kannst: "Das ist eine sehr interessante Frage zu der man sicherlich noch eine umfassende weitere Untersuchung anstellen könnte."