Soweit ich das bisher verstanden habe, ist die VG Wort sowas wie eine Gema für Autoren. Die Gema sammelt ja überall da, wo Musik gespielt wird (z.B. muss ein Laden, in dem ein Radio läuft, Gema-Gebühren zahlen). Die VG Wort kriegt Geld u.a. durch Kopierer; ich weiß zwar nicht genau, wie das läuft, mir ist aber in einem Copy-Shop aufgefallen, dass deren Kopierer alle einen VG-Wort-Aufkleber dran haben (wie eine Gebühren-Plakette). Ich glaube, auch beim Kauf eines Kopierers geht ein Teil des Betrags an die VG Wort.
Als Autor muss man der VG Wort mitteilen, was man publiziert hat, denn sobald dein Werk in irgendeiner Bibliothek steht, kann es jemand leihen und daraus kopieren. Wie sich das dann genau berechnet, weiß ich auch nicht; ich warte ja auch noch auf die erste Ausschüttung.
Beim Sammelband habe ich tatsächlich nicht nachgefragt, ärgert mich auch bisschen. Eine der Herausgeberinnen wird meine Diss-Zweitgutachterin, die kenne ich kaum, deshalb war ich da wohl etwas zurückhaltend.
Zufälligerweise hat die mir aber just gestern in Sachen Sammelband geschrieben, weil sie irgendwas für den Verlag braucht, das wäre doch eine Gelegenheit, auch mal wegen eines Honorars anzufragen, oder
Zu meinem Aufsatz: Ich untersuche in meiner Diss die NS-Geschichte eines Verbandes auf den höheren Verbandsebenen; in dem Aufsatz habe ich eine Lokalstudie gemacht und quasi einen einzelnen Ortsverein untersucht. Das war auch als Anregung an andere gedacht (und auch so formuliert), weitere Lokalstudien anzufertigen, weil man das Thema dann natürlich viel umfassender untersuchen könnte. In dem Zusammenhang habe ich dann auch meine Diss erwähnt, die sich auf solche Lokalstudien leider nicht stützen kann (und kurz in einer Fußnote erwähnt, dass ich daran sitze, Arbeitstitel, Uni+Betreuer). Insofern nehme ich in der Publikation nichts vorweg, auch keine zentralen Thesen der Diss, stelle aber einen Zusammenhang her.
Gebraucht habe ich dafür 2 Wochen, d.h für das Abfassen des Aufsatzes (25 Seiten), Archivrecherche nicht gerechnet, die fiel ja sowieso an. Allerdings hatte ich zu dem Thema davor einen Vortrag gehalten (daher kam überhaupt die Idee, den Aufsatz zu schreiben), so dass das Grundgerüst stand, die Quellen bereits bearbeitet waren und es "nur noch" um die schriftliche Ausarbeitung und etwas Lektüre von Sekundärliteratur für den Kontext ging.
Wissenschaftler- oder besser Doktoranden-Streik ist eine super Idee! Nur leider würde es wohl weder auffallen noch irgendwen stören, wenn wir alle eine Weile nicht mehr forschen.


