Wechsel des Doktorvaters? Ansprüche an Arbeit?

Fragen aus der laufenden Arbeit an der Dissertation.
Literatursuche, Motivationsprobleme, Lehrtätigkeit, Ärger mit dem Prof u.v.m.

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Primavera

Wechsel des Doktorvaters? Ansprüche an Arbeit?

Beitragvon Primavera » 12.05.2008, 11:18

Hallo,

ich habe eine Frage zu euren Erfahrungen mit den Möglichkeiten den Doktorvater zu wechseln. Grundsätzlich hätte ich ja nie gedacht, dass das für mich ein Problem werden könnte, aber mir kommen nun doch erhebliche Zweifel.

Es handelt sich um eine juristische Dissertation.

Ich habe meine Arbeit eigentlich fertig geschrieben, sie hat den normalen Umfang von Dissertation vergleichbarer Themen, das Literaturverzeichnis hat eine "übliche" Länge, die Anzahl der Fußnoten ist im Rahmen dessen, was ich bei anderen Arbeiten gesehen habe.

Ich habe ihm die Arbeit eingereicht und mein DV ist nun der Meinung, ich soll alles neu schreiben, da es 1. nicht umfangreich und nur oberflächlich sei, mein Stil einfach gräßlich wäre und 3. meine Ergebnisse unhaltbar seien.

Zu 1. habe ich schon geschrieben, dass ich den normalen Umfang eigentlich mit 320 Seiten als erreicht ansehe. Wenn ich alle Punkte aufgreife, die er als oberflächlich ansieht, dann habe ich zum Schluss 3 Arbeiten geschrieben.

Zu 2.: Die Stilfrage finde ich ist einerseits Geschmackssache. Den Aufsatz, den er mal ganz toll fand, fand ich nun wieder grauenhaft. Da kamen mir schon erste Zweifel, ob er der richtige ist, aber ich habe nunmal nicht auf mein Bauchgefühl gehört.
Er bezeichnet meine Ausdrucksweise aber beispielsweise an Passagen als Laienhaft, obwohl ich die entsprechenden Termini aus Standardkommentaren habe und die dort auch so verwendet werden. Würde er seinen Kollegen dann auch sagen, sie schreiben im Kommentar laienhaft? Aber was soll ich dann anders machen, wenn ich die Begriffe aus dem Kommentar nicht benutzen darf.

Zu 3.: Er findet nun sowohl Aufbau als auch Ergebnis unhaltbar. Der Aufbau war aber eigentlich mit ihm mal so abgesprochen. Die Ergebnisse habe ich "allein" und ohne große Besprechungssitzungen erarbeitet. Er meint, das könne alles nicht richtig sein, weil die herrschende Meinung dann ja alles falsch machen würde. Mein Verständnis einer Diss. ist es aber nicht, dass ich zu allen ja und amen sage. Ich schreibe ja, warum ich der Meinung bin, dass die herrschende Meinung nicht weit genug denkt (ich schließe mich im ersten Schritt bei der Auslegungsfrage der herrschenden Meinung an und prüfe dann aber weiter und komme auf Probleme, die die herrschende Meinung nicht bearbeitet).

Das führt mich nun zu der Frage, ob man eigentlich den DV wechseln kann. Denn sowohl Stil als auch Ergebnis werde ich ihm nicht recht machen können. Ich weiss nicht, wie ich formulieren soll, wenn er die Begriffe aus dem Kommentar (und übrigens auch der Rechtsprechung) kritisiert. Und meine Ergebnisse halte ich für richtig und auch vertretbar. Sonst käme die Lehre ja nie weiter, wenn alles immer nur "friedefreudeeierkuchen" wäre. Und das mit dem Aufbau verwundert mich auch sehr. Das hätte er doch mit einem Blick bei Abgabe feststellen können, dass er das so nicht will und es war ja auch abgesprochen so. Warum braucht er jetzt ein halbes Jahr, um mir dann zu sagen, der Aufbau sei völlig verfehlt und unverständlich.

Ich hab aber nun auch Angst, dass ich a) wieder an einen ähnlichen Prof. gerate. Woher soll ich wissen, was er für Ergebnisse für vertretbar hält, welcher Aufbau toll ist oder nicht oder welcher Stil dem nächsten gefällt.
b) habe ich die Sorge, dass der neue, den ich frage, den alten anspricht, der neue mich dann nicht nimmt und es mit dem alten noch schlimmer wird.

Hat jemand Erfahrungen, was man da machen kann? Kann man mit der Begründung "wissenschaftliche Differenzen" einen Wechsel versuchen? Oder ist das so unüblich, dass ich damit alles gleich begraben kann. 3 Jahre sollen nicht verloren gehen!

Bin für jeden Tipp dankbar. Mein Chef (arbeite Vollzeit, weil es anders irgendwann nicht mehr finanzierbar war) sitzt mir im Nacken, dass ich fertig werden soll. Ich sehe mich nun in der Zwickmühle, weil ich 1. kaum noch Kraft habe, immer am WE zu schreiben und nicht mich von der Arbeit zu erholen und 2. auch den Eindruck habe, ich kann machen, was ich will, ich komme ja doch nicht zum Ziel.

LG,

Primavera

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nK

Re: Wechsel des Doktorvaters? Ansprüche an Arbeit?

Beitragvon nK » 12.05.2008, 12:55

Hallo primavera,

das ist ja ganz schön bedrückend was Du uns hier schilderst. Erfahrungen in dieser Frage habe ich nicht. Aber ich würde Deine Chancen, einen anderen DV zu finden, als sehr gering einstufen. Denn versetze Dich mal in die Lage des neuen potenziell angesprochenen DVs hinein. Da kommt jemand mit einer fertigen Arbeit und es ist ganz offensichtlich, dass ein Kollege die nicht annehmen wollte. Würdest Du Dir dann überhaupt die Mühe machen, die 320 Seiten zu lesen?

Vielmehr sollten m.E. Lösungsmöglichkeiten gesucht werden, wie Du mit Deinem jetzigen DV weiterkommst. Die erste Frage wäre, ob bereits der Zweitgutachter feststeht und ob Du mit ihm Kontakt hast. Vielleicht kannst Du zumindest ein Fachgespräch mit ihm über Deine Ergebnisse führen. Wenn es hart auf hart käme, wäre es auch denkbar, beim Votum Deines DVs "durchzufallen" und Dich mit einem wohlwollenderen Zweitgutachten in die mündliche Prüfung zu retten. Aber die wäre dann auch nicht gerade entspannt...

Gibt es möglicherweise einen Professor in der Fakultät, zu dem Du besonderes Vertrauen hast und mit dem Du die Lage besprechen könntest? (Das ist ein weiterer Vorteil von Stiftungen, da gibt es Vertrauensdozenten)

Du sagst, dass Dein DV anfangs mit der Gliederung einverstanden war. Bestreitet er das mittlerweile? Hast Du Dir ein Exemplar der Gliederung abzeichnen lassen beim frühen Gespräch? Wenn noch Verhandlungsmöglichkeiten bestehen solltest Du sie wahrnehmen. Aber das klang ja alles recht verfahren.

Schlimmstenfalls wird Dir wohl nichts übrig bleiben als in den sauren Apfel zu beißen und Dich an die Korrekturen zu machen. Möglicherweise reicht es, die Ergebnisse besser zu begründen oder Du musst nur manche Ergebnisse ändern. Vielleicht auch verhandlungssache. Aber das ist genau das Risiko, dem man als externer Doktorand ausgesetzt ist, dass man am Anfang ein Gespräch hat und dann nach langer Zeit am Ende eine Arbeit abgibt, die nicht gefällt. Allen anderen kann man daher nur raten, sehr regelmäßig den Fortgang der Arbeit und die Zwischenergebnisse mit dem Betreuer zu besprechen. Bei Dir ist es dafür zu spät, aber ich wünsche Dir viel Erfolg beim Suchen von Lösungen - der Wechsel des DVs fällt in dieser Phase aber wohl nicht mehr darunter.

Viele Grüße
Martin

P.S.: Zum Stil: Ist Dein DV mehr so ein schwulstiger Typ und Du schreibst alles klar und strukturiert oder worin liegen die Differenzen? Ggf. könntest Du ein Stilbuch konsultieren, z.B. Deutsch für Juristen (Link zu Amazon.de) von Michael Schmuck.

Schtudinki

Re: Wechsel des Doktorvaters? Ansprüche an Arbeit?

Beitragvon Schtudinki » 12.05.2008, 13:17

Hallo primavera,

besteht die Möglichkeit, dass Du die Arbeit von einer neutralen Person mit Fachkenntnissen gegenlesen lassen und das Urteil Deines Profs damit überprüfen kannst? Wenn Dir 2 Personen das Gleiche sagen, dann wär vielleicht was dran und Du müsstest Dich tatsächlich an die Überarbeitung machen...

Viel Glück wünsch ich Dir!

schtudinki

Primavera

Re: Wechsel des Doktorvaters? Ansprüche an Arbeit?

Beitragvon Primavera » 12.05.2008, 14:35

Ich wollte ja auch nicht zu einem anderen gehen und ihm 320 Seiten zum lesen geben. Sonst ich wollte praktisch mit gezielten Fragestellungen hingehen, ihm schildern wie weit ich bin und abklären, welchen Aufbau der neue für am geeignsten hält. Und die Ergebnisse im groben darstellen. Wenn er dann natürlich sagt, so geht es nicht, das findet er abwegig, dann ist klar, dass ich damit nicht weiterkomme und etwas ändern muss. Ich habe bloss eben leider den Eindruck, dass es extrem verfahren mit dem alten ist. Denn warum schreibe ich denn vernichtende Kommentare an den Rand, wenn ich jemanden helfen und ein Projekt zu einem guten Abschluss bringen will.

Eine Gegenzeichnung eines Aufbaus habe ich leider nicht. Ich habe ihm den mal eingereicht und bekam es mit dem mündlichen Kommentar, ist ok so, zurück. Es ist in der Tat recht verfahren.

Zum Stil, er hat mir ja mal so einen Aufsatz empfohlen, der sei inhaltlich und stilistisch ganz toll. Der Stil in dem Aufsatz besteht aber praktisch nur aus der wahllosen Verwendung von Fremdwörtern, die teilweise sogar falsch! gebraucht werden. Das habe ich auch von anderen bestätigt, dass falsche Fremdwörter gebraucht werden. Ich hingegen benutze wenig Fremdwörter, denn das erhöht meine Erachtens nicht den wissenschaftlichen Anspruch, sondern dieser sollte durch die vertretene Idee bewiesen werden.

Den Inhalt des Aufsatzes hatte ich damals dann übrigens auch in meine Arbeit aufgenommen, weil er das ja so toll fand. Da hat er nun auch überall abwegig rangeschrieben. Wo ich denn den Schwachsinn her hätte. Das sei ja nun erkennbar bei meiner Arbeit ohne Bedeutung und schon grundsätzlich Blödsinn. Ich habe mir im Stillen gedacht, das ist ja nun nicht von mir. Das habe ich auch so gekennzeichnet, dass es nicht von mir ist. Wie er nun zu dem Schluss kommt, ich würde das vertreten, verstehe ich nicht. Ich schreibe schließlich nicht chinesisch.

An meinem Arbeitsplatz finden alle Chefs meinen Stil auch besonders gut, obwohl ich mehrere extrem schwierige Chefs habe. Das Urteil des Profs. steht daher im krassen Gegensatz zum Berufsalltag. Der Zweitgutachter ist noch nicht festgelegt. Da es aber eine kleine Fakultät mit gerade mal 4 verschiedenen möglichen Profs. ist, ist das auch sehr schwierig. Und letzten Endes mir das Risiko zu groß, dass es vollständig abgelehnt wird.

Vielleicht werde ich mal vorsichtig mit einem anderen an einer anderen Uni ein Gespräch führen und austesten, wie die Bereitschaft mich zu betreuen aussieht. Ich hätte tatsächlich mehr Kommunikation mit meinem Prof. betreiben müssen, aber das war immer so umständlich, dass ich das nicht mit meinem Arbeitsleben vereinbaren konnte.

Zur Not bleibe ich eben und ändere, aber ich habe auch inzwischen festgestellt, dass extrem wenig Leute bei meinem Prof. promovieren und in der einen Rezension steht so schön, die Tiefgründigkeit der Arbeit entspricht eher einer Habilitation als einer Diss. Na prima, hätte ich das vorher gesehen, hätte ich mir einen anderen gesucht.

Wenn ich die Kommentare, die er bei mir an den Rand schreibt, im Büro bei Auszubildenden verwenden würde, dann hätte ich 1. bald den Chef auf dem Hals, das man so mit anderen nicht umgeht, und 2. würde nie wieder jemand mit mir arbeiten wollen.

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la_potranca

Re: Wechsel des Doktorvaters? Ansprüche an Arbeit?

Beitragvon la_potranca » 12.05.2008, 16:03

Primavera,
kann es - rein zuuuuufällig - sein, dass du am Lehrstuhl arbeitest, und sich dein DV deine Arbeitskraft noch erhalten will? :evil: Wäre eine verständliche Deutung, zumal es mir so ähnlich ergangen ist (allerdings hab ich's durchgetrotzt, und nehme nun halt eine weniger befriedigende Note in Kauf).

Ansonsten würde ich dir - rein zur eigenen Ermutigung - raten, deine Arbeit von jemand anderem lesen zu lassen. Mir machte das ein Prof im Ausland, wo ich geforscht hatte - und als er sagte, das passt, war mir die deutsche Bewertung auch ziemlich egal 8)

Das Risiko, dass die Diss vollständig abgelehnt wird, halte ich für ganz gering - letztlich würde sich dein DV ja damit selbst blamieren. Insofern würde ich, insbesondere dann, wenn du eh nicht an die Uni willst, zum Durchtrotzen (Einreichen und den Titel mitnehmen, aber auf die Note pfeifen) raten.

Alles Gute - ihc kann deinen Gemütszustand mehr als gut nachvollziehen. Aber es wird schon wieder!

Daisy

Re: Wechsel des Doktorvaters? Ansprüche an Arbeit?

Beitragvon Daisy » 07.06.2008, 16:58

Hallo primavera!
Bei mir ist es so ähnlich, wie bei Dir. Nur mein Doktorvater lehnt nach dem Lesen des ersten Entwurfs eine weitere Betreuung ab. Als Begründung führt er an, dass ich die Arbeit ohne seine Hilfe nicht fertig stellen könnte und wenn er mir die Hilfestellung geben würde, er sie nicht mehr bewerten könnte. Ich war total vor den Kopf geschlagen! Er gibt mir noch nicht mal eine 2. Chance! Ich habe das noch nie gehört. Und vor Promotionsbeginn musste ich ein Doktorandenseminar bei ihm besuchen und habe 14 Punkte bekommen (und Lob von ihm). Ich habe denselben Fehler gemacht und mich bei ihm auch nicht oft gemeldet, weil ich ihn auch nicht nerven wollte. Zudem ist er oft krank! Er meinte zu mir, dass ich es schwer hätte eine neuen Doktorvater zu finden, weil ich ja mit offenen Karten spielen müsste. Es ist wohl so, dass ein man das Promotionsverhältnis einem neuen Doktorvater nicht mitteilen muss, sondern erst wenn das Promotionsverfahren offiziell läuft. Ist bei mir noch nicht der Fall. Nur er meint, dass ich es sagen muss. Allerdings weiß ich jetzt ehrlich gesagt nicht, was ich dem neuen Doktorvater sagen und ihm das erklären soll. Zudem brauche ich einen Dispens, den ich an der Uni ja schon habe. Er meinte an seiner Uni sollte ich keinen neuen Doktorvater nehmen. Er hätte ja engen Kontakt zu denen. Zudem weiß ich auch nicht, welcher Professor nicht so pingelig ist, wie mein Ex-Doktorvater. Und menschlich nicht so fies ist! Ich versuche jetzt mal einen netten zu finden, auch wenn es schwer wird. Bei mir sind nämlich auch schon drei Jahre vergangen (inklusive Doktorandenseminar und ich musste ein neues Thema suchen, nachdem es mein altes schon gab!). Falls jemand einen netten Strafrechtsprofessor kennt, wäre ich dankbar. Viele Grüße Daisy

Schtudinki

Re: Wechsel des Doktorvaters? Ansprüche an Arbeit?

Beitragvon Schtudinki » 08.06.2008, 12:51

Hallo Daisy,

das ist ja total krass. Darf der das? Also sowas hab ich ja noch nie gehört. Ich bin ganz platt...

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Meggy
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Re: Wechsel des Doktorvaters? Ansprüche an Arbeit?

Beitragvon Meggy » 08.06.2008, 18:24

Daisy das ist ja der Oberhammer. Ich meine, ich kann mir gut vorstellen bzw. befürchte fast, dass der DV das vielleicht sogar darf ( rein rechtlich- wenn er darauf beharrt dass er sich sicher ist dass es sinnlos ist ) - aber, und entschuldige die Wortwahl, das ist ja ober-arschig! Wie kann das denn sein? Ich meine, wie kann er wissen wollen, ob Du es nicht doch alleine schaffst ( selbst wenn es dann seiner Meinung nach vielleicht kein Summa oder Magna cum Laude wird)... Hast Du niemanden da an der Uni oder am Lehrstuhl, mit dem Du das Problem evtl angehen könntest? Ne Art Studentenvertretung, Mitarbeiter am Lhst, andere Professoren? Ich finde echt, das kann man so eigtl nicht hinnehmen, ich meine 3 Jahre! wenn es "nur" um ein paar Wochen/Monate und ein Proposal ginge (was auch schön ärgerlich wäre) aber 3 Jahre!
Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt und eine baldige und gute Lösung des Problems!
Disputiert und glücklich!

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Re: Wechsel des Doktorvaters? Ansprüche an Arbeit?

Beitragvon Koenigsportal » 09.06.2008, 15:07

Hallo Primavera,

kann es sein, dass Du die Schriften Deines Profs in Deiner Arbeit nicht ausreichend gewürdigt hast und er jetzt beleidigt ist?
Ich kenne zwar die juristischen Standards für Doktorarbeiten nicht, aber Deinem sehr differenzierten Bericht nach zu schließen, müsste die Arbeit eine mindestens angemessene Qualität haben. Wenn Dein Chef auf Fertigstellung drängt: Hat er denn keine Kontakte in die Wissenschaftswelt und könnte Dir einen Gutachter vermitteln?
Vielleicht solltest Du Dir auch mal die Prüfungsordnungen einiger Institute besorgen. An meiner Fakultät ist es z.B. möglich eine Arbeit ganz extern zu verfassen (ohne jede Betreuung) und erst dann vorzulegen. Sicher wird es nicht leicht, jemanden anderen zu finden (eine Krähe hackt bekanntlich der anderen kein Auge aus), aber auch unter Profs und Instituten gibt es Grabenkämpfe, die Dir u. U. gerade zum Vorteil werden könnte. Horch Dich doch mal um, wie man Deinen Prof anderswo wahrnimmt. Ich wurde z.B. schon einmal ausdrücklich (und wohlmeinend in meinem Interesse) gebeten, den Namen eines Profs bei der Bitte um Unterlagen eines anderen Fachvertreters nicht zu erwähnen...
Auch wenn die Herren allmächtig wirken (wollen), lass Dich nciht entmutigen. Übrigens gibt es an manchen Unis auch sog. Ombudsstellen, die über die Einhaltung wissenschaftlicher Standards wachen - und soweit ich weiß gehört dazu auch die ÜBerwachung einer gewissen Moral im Wissenschaftsbetrieb.

Grüße,
Königsportal
"Do what you can, with what you've got, where you are." (Th. Roosevelt)

larajus

Re: Wechsel des Doktorvaters? Ansprüche an Arbeit?

Beitragvon larajus » 14.06.2008, 14:05

Ich bin auch entsetzt - hat jemand da weitere Erfahrungen?
Kann es wirklich sein, dass ein Prof. den Doktoranden, obwohl er nun eine quasi fertige Arbeit abgeben möchte, ablehnt ohne eine Korrekturchance einzuräumen? :shock:


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