Mitdoktoranden zur Korrektur: Muss man Vertrauen haben?

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Mitdoktoranden zur Korrektur: Muss man Vertrauen haben?

Beitragvon Disspressionen am 09.09.2010, 03:21

hallo ihr lieben
bin ganz neu hier...und hätte mal eine brennende frage:
wie macht ihr es mit der rechtschreib-abschlusskorrektur?
am liebsten wäre mir natürlich ein profi-korrektorat, da in germanistik sicherlich doch ziemlich genau auf tippfehler etc geachtet wird oder?
profis sind allerdings teuer...
jetzt hat mir ein mit-doktorand (selber doktorvater) angeboten, er würde meine arbeit für 50€ rechtschreibprüfen......

soll ich das einfach machen? oder sollte man da vertrauen haben? eine freundin aus dem seminar findet des ultra gefährlich: dass er mir was klauen könnte oder was abgucken oder so?
macht man sowas oder bin ich zu naiv?
aber ich brauche dringend jemanden, der meine schusseleien und komma-unsicherheiten ausfindig macht....
was macht ihr?

oder aber hat mir die vorgesetzte einer bekannten eine korrektur angeboten, aber auch diese frau kenne ich nicht mal persönlich...
soll ich zugreifen?
ist meine freundin übervorsichtig?
oder ich zu naiv?
was könnte denn da eigentlich überhaupt schief gehen?


vielen vielen dank für euren rat

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Re: muss man vertrauen haben?

Beitragvon Nela am 09.09.2010, 08:39

Hey,

also zunächst einmal finde ich es in jedem Fall sinnvoll die Diss von jemandem korrekturlesen zu lassen. Schon bei Master- und Bachelorarbeit habe ich gemerkt dass ich selbst nach 3 Mal durchlesen noch nicht alle Fehler gefunden hatte.
Dass dein Mitdoktorand dafür 50 Euro verlangt finde ich etwas merkwürdig. Das muss nicht unbedingt sein. Solange es nur um Tippfehler geht kannst du doch in deinem Bekanntenkreis fragen, oder bei deinen früheren Kommilitonen aus dem Studium. Ich habe die Erfahrung gemacht dass einem gerne der Gefallen getan wird.

Grüße Nela

 

 



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Re: muss man vertrauen haben?

Beitragvon Anne123 am 09.09.2010, 08:51

Die 50 Euro haben auch bei mir die Alarmglocken klingeln lassen. Entweder macht er es umsonst oder er verlangt, was man professioneller Weise eben dafür verlangt, also weit über 50 Euro.
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Re: muss man vertrauen haben?

Beitragvon AGH am 09.09.2010, 09:20

Ich finde die 50,- Euro jetzt nicht so schlimm, muss ich sagen. Ich würde es wohl als eine Art "Aufwandsentschädigung" sehen. Normales Honorar zu verlangen ist wohl bei der Art von Beziehung komisch (für mich persönlich), und gleichzeitig denke ich mir, warum soll die Person es ganz gratis machen? Es ist ja doch viel Aufwand! Meine Bekannte, die meine Diss korrekturgelesen hat, hat damals gesagt, sie macht es um ein Abendessen (in einem etwas schönerem Restaurant).

Liebe Grüße!
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Re: muss man vertrauen haben?

Beitragvon saxomanix am 09.09.2010, 09:40

also ich "besteche" einen mit-doktoranden auch immer, damit er meine englischen Paper Korrektur liest (er kriegt dann immer 2 Kinogutscheine, nen TB oder sowas als Dankeschön). Und die Dinger haben ja meist nur einen Umfang von 5-12 Seiten! Mein Vater hat mir damals die Dipl-Arbeit Korrekturgelesen (äh einen Abend vor Abgabetermin bis morgen um 2, danach gemailt und ich durft korrigieren *pfeif*), den hab ich danach auch schön zum Essen eingeladen. Ich weis ja nicht, was du fuer einen Wälzer geschrieben hast, aber ich hätte auch wenig Lust, 200 Seiten als Freundschaftsdiest durchzugucken. Und wenn man sich halt nicht so gut kennt, dass Essen gehen usw in Frage käme, finde ich nen kleines Entgeld ok.

Was sollen die dir den klauen? du stehst doch kurz vor Abgabe, da kann dir das doch egal sein? Gesunde vorsicht bei noch nicht veröffentlichten Papern usw versteh ich ja, aber man kann auch paranoid davon werden...
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Re: muss man vertrauen haben?

Beitragvon kivio am 09.09.2010, 10:19

Moin,

man kann Vertrauen haben, muss aber nicht. Ich habe meine Arbeit seinerzeit von Freunden korrekturlesen lassen, jeder nur ein Kapitel, damit der Aufwand nicht zu hoch ist, und ich habe mich mit kleinen Geschenken bedankt.

Für ein liebes Forenmitglied hier hab ich auch mal Korrektur gelesen, obwohl wir uns persönlich nicht kannten, dafür hat sie mir dann einen Gummibaum verehrt, der mir immer noch viel Freude macht.

Ich würde mich also auch erstmal im Freundeskreis umhören.

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Re: muss man vertrauen haben?

Beitragvon nK am 09.09.2010, 10:22

Ich hätte da keine Bedenken. Wie saxomanix zu Recht angemerkt hat: Was soll er Dir in so einem späten Stadium denn noch klauen? Deine Ideen sind doch schon fest in Dein Konzept eingearbeitet. Aber es muss sicherlich auch kein Germanist Deine Arbeit korrekturlesen. Rechtschreibung beherrschen auch andere...

Ich habe mit anderen Bekannten/Freunden abwechselnd (gegenseitig) unsere Arbeiten korrekturgelesen. Wobei wir dabei nicht nur auf Rechtschreibung geachtet haben, sondern auch inhaltliche Kritik geübt haben.
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Re: muss man vertrauen haben?

Beitragvon saxomanix am 09.09.2010, 10:36

@nK: jupp, das ist praktisch. Ich lass immer gerne einen Kollegen, der Ahnung vom Thema hat, und einen, der keine Ahnung hat :-) druebergucken. Ersterer findet oft Bezugsfehler (konfuse Satzkonstruktion, missverständliche Formulierungen), der andere ist der Fehlerfinder in Sachen Rechtschreibung und Tippfehler (am PC mutier ich zum Legastheniker...)

nochmal zum thema Vorsicht: das ist sicher angebracht, wenn man Planungskonzepte oder Arbeitspläne vorstellt, vor allem, wenn andere Gruppenmitglieder im gleichen Teich fischen...solange man aber immer einen kleinen Teil fuer sich behält, besteht eigentlich auch da keine Gefahr (wie gesagt, nicht paranoid werden!)
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Re: muss man vertrauen haben?

Beitragvon Angara am 09.09.2010, 19:16

Wenn Du keinen konkreten Grund hast, gerade ihm zu mißtrauen, würde ich ihn das Korrektur lesen lassen. Und auch die 50€ finde ich nicht schlimm - eine Diss korrigiert man ja nicht mal an einem Nachmittag durch. Und was den Ideenklau betrifft: Bei Geisteswissenschaftlern ist das glaube ich kein so großes Problem, wie bei empirischen Naturwissenschaftlern, wo es u.U. um konkrete Daten geht, die jemand klauen und anderweitig verwenden kann. Ich persönlich habe nie was davon gehalten, mit meinen Ideen hinter dem Berg zu halten - im Gegenteil, ich diskutiere die immer intensiv mit Freunden (auch mit Doktoranden im selben Fachbereich) und habe den Eindruck, daß ständige Rückmeldungen die Arbeit verbessern.
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Re: muss man vertrauen haben?

Beitragvon Disspressionen am 20.09.2010, 12:41

hey vielen dank für die lieben Tipps.....
ja das mit der paranoia war eben meine frage, weil ich garnicht so recht wusste, WOVOR ich mich - laut meiner freundin - fürchten sollte....also ich denke ich lass den komilitonen mal ran. wird schon schiefgehen!

vielen dank
Disspressionen
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