Hallo ihr beiden!
Ich habe mich damals unter anderem für eine externe Promotion entschieden, weil ich eben schon während der Diss "fachliche" Berufserfahrung sammeln wollte. Bitte nicht falsch verstehen, ist keineswegs abwertend gegenüber der Berufserfahrung eines Assistierenden gemeint. Wie nine richtig gesagt hat, als Assistierender lernt man in Projekten mitzuarbeiten, vor einem breiten Publikum zu präsentieren, sich zu organisieren und vor allem selbständig zu arbeiten. Jedoch hat dies in meinen Augen in der Regel nichts mit der Berufserfahrung zu tun, die in Stellenangeboten vorausgesetzt wird, da es dort eben um fachliche Aspekte geht. Versteht man, was ich meine?
Bleistift hat geschrieben:Gibt es spezielle Karrierebörsen für Promovierte? Bewirbt man sich trotzdem auf "normale" Stellen und feilscht dann ums Gehalt? Gibt es bestimmte Signalwörter in Stellenanzeigen, die auf den Wunsch nach Promotion hinweisen (außer jetzt wortwörtlich "Promotion erwünscht").
Ob es Karrierebörsen für Promovierte gibt, weiss ich nicht. Allerdings habe ich schon mehrmals auf "normalen" Börsen gelesen, dass in Inseraten nach "Master / ev. Dissertation", "Unibaschluss, vorzugsweise mit Dissertation" oder explizit nach "mit Dr." gesucht wurde. Erfahrungsgemäss sind dies dann auch meistens solche Stellen, bei denen grossen Wert auf die bereits oben erwähnten Fähigkeiten (selbständiges Arbeiten, Fähigkeit zu präsentieren) gelegt wird, was Promovierte ja gerade auszeichnet. In diesen Fällen dürfte klar sein, dass man mit einer Diss. Vorteile hat.
Bleistift hat geschrieben:Hat man generell schlechtere Chancen als zuvor (also "nur" mit Master/Diplom)? Oder ist es einfach so, dass man in bestimmten Branchen/Jobs mit Promotion als Nice-to-have bessere Chancen hat, in anderen wiederum schlechtere?
Bei Inseraten, bei denen nichts von Diss. steht,
könnte es bei einigen Stellen schon sein, dass man als überqualifiziert abgestempelt wird. In meinen Augen auch irgendwie verständlich, denn wenn für die Stelle die zusätzlichen Fähigkeiten, die ein Promovierter gegenüber einem Nicht-Promovierten, gar nicht gebraucht werden, dann ist es einerseits Talentverschwendung aus Sicht des Doktoranden, andererseits eine Kostenfrage, weil man mit dem Dr. automatisch etwas höhere Gehaltsansprüche haben mag.
Bleistift hat geschrieben:Z.B. in der Beraterbranche wirkt ein Dr.-Titel sicherlich vertrauenserweckend auf den Mandanten...
Dies ist definitiv so und gerade ein prima Gegenbeispiel zum vorigen Abschnitt, bei dem eine Diss
kein Nachteil ist, auch wenn im Stelleninserat nichts von "Dr. erwünscht" steht.
So, ich hoffe, ein bisschen Hilfe beigesteuert zu haben.
Frodo