qualitative Ergebnisse darstellen

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Re: qualitative Ergebnisse darstellen

Beitragvon Eleen am 04.09.2010, 20:26

Hallo zusammen,

Danke für Eure Beiträge. Ich will versuchen, mein Problem nochmal genauer zu schildern.
Ursprünglich dachte ich auch an Mayring und auch die grounded theory kenne ich (was ich eher für das Grundverständnis dieser Forschung halte als für eine Auswertungsmethode). Meiner Meinung nach ist die Literatur zu den Auswertungsmethoden nicht sehr hilfreich. Zumindest habe ich daraus nicht entnehmen können, was ich dann genau zu tun habe. Erst ein Methodenseminar brachte Licht ins Dunkel, allerdings sind wir da nicht über eine Einzelfallauswertung hinausgekommen. Soweit so gut, die Interviews sind alle ausgewertet und interpretiert. Diese Ergebnisse habe ich nach Inhalten sortiert und in Kapitel gepackt. Das alles ist sehr breit und kleinteilig, mein DV nannte es "Materialebene" und nun muss es auf eine "höhere Ebene". Soll wohl heißen: Weg von den Interviews - hin zu übergreifenden Ergebnissen. Es geht also nicht mehr um die Textauswertung selbst. Eher um die Querauswertung über die Fälle hinweg bzw. wie ich die Ergebnisse dann nachvollziehbar darstelle. An diesem Schritt knabbere ich: Wie nun diesen Batzen komprimieren und die Essenz finden? Zusätzlich frage ich mich, ob diese "Ergebnisse"/Gedanken/Ideen nicht teilweise einfach nur Behauptungen sind.
Momentan lese ich einfach alles noch einmal und stelle mir nach jedem Kapitel nochmal die Forschungsfragen. Wenn keine Antworten und Anregungen enthalten sind, könnte der Aspekt dann wohl auch raus. Die anderen "Antworten", die dort stehen, sammle ich und schau sie mir gesamt an. Vielleicht ergibt sich dadurch eine weitere Idee?!

Bin weiterhin über jeden Tipp und jede Anregung dankbar,
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Re: qualitative Ergebnisse darstellen

Beitragvon cine am 04.09.2010, 20:54

Hallo eleen,

mal wieder mit Disclaimer: ich hab sowas noch nie gemacht, bin Ingenieuse, aber gerüchteweise sind die Ings ja manchmal analytisch halbwegs brauchbar vorgeschult.

die Interviews sind alle ausgewertet und interpretiert. Diese Ergebnisse habe ich nach Inhalten sortiert und in Kapitel gepackt. Das alles ist sehr breit und kleinteilig, mein DV nannte es "Materialebene" und nun muss es auf eine "höhere Ebene". Soll wohl heißen: Weg von den Interviews - hin zu übergreifenden Ergebnissen. Es geht also nicht mehr um die Textauswertung selbst. Eher um die Querauswertung über die Fälle hinweg bzw. wie ich die Ergebnisse dann nachvollziehbar darstelle. An diesem Schritt knabbere ich: Wie nun diesen Batzen komprimieren und die Essenz finden? Zusätzlich frage ich mich, ob diese "Ergebnisse"/Gedanken/Ideen nicht teilweise einfach nur Behauptungen sind.

was ist dein Unterscheidungskriterium zwischen "Behauptung" und "Ergebnis"? Du hast subjektive Berichte einer Gruppe von Personen, da ist nix, was man objektiv messen könnte. Böse gesagt, ist doch jede Hypothese eine Behauptung, die durch die Untermauerung an Beispielen handfester wird. Beweisen oder messen kannst du da wenig, oder?
Ich würde vermutlich versuchen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen deinen Interviewpersonen zu finden und diese dann in Problemkreisen zu sammeln. Je abstrakter du die dann bezeichnen kannst, desto besser. Methodik habe ich dafür leider keine, ich würde es vermutlich mit einer Mindmap versuchen... da stoße ich jetzt definitiv an meine Grenzen.

LG cine
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Re: qualitative Ergebnisse darstellen

Beitragvon Eleen am 05.09.2010, 11:43

Hallo cine,

vielen Dank:
cine hat geschrieben:Böse gesagt, ist doch jede Hypothese eine Behauptung, die durch die Untermauerung an Beispielen handfester wird. Beweisen oder messen kannst du da wenig, oder?


gar nicht böse :wink: dieser Gedanke hilft mir insofern, dass ich wieder lockerer werde und mich vielleicht traue Ideen und Vermutungen aufzuführen, wo mir bisher die Interpretation und Textpassagen zu wankelig sind. Vielleicht bin ich einfach zu vorsichtig oder zu perfektionistisch :roll: Beweisen werde ich natürlich nichts. Es ist auch eine explorative Studie, auch einen Anspruch der Objektivität habe ich nicht. Dennoch muss ich ja meine Aussagen am Text belegen und die Interpretation nachvollziehbar darstellen, wie Du auch schreibst. Mir ist nicht klar, wann diese Argumentation ausreicht (angreifbar wird sie natürlich bleiben) bzw. wie ich es schreibe. Denn ich kann ja nicht schreiben: weil xyz das erzählt haben und abc was ähnliches, komme ich zu folgenden Schlüssen. Oder etwa doch?

Über ein Mindmap werde ich heute nochmal nachdenken. Ich bin ein Freund von sowas, vielleicht hilft es auch diesmal. Bin ich noch nicht drauf gekommen... betriebsblind?!

schönen Sonntag,
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Re: qualitative Ergebnisse darstellen

Beitragvon Anne123 am 08.09.2010, 10:01

Hallo Elleen,

bin gerade in der gleichen Situation wie Du, nur dass es sich bei mir um Fragebögen, nicht um Interviews handelt. Die Vorgehensweise ist ja aber die gleiche-leider auch die Probleme. Es ist mir spontan ziemlich unklar, wie Du Deine Ergebnisse auf eine "Höhere Ebene" (Zitat Deines DVs) bringen sollst, wenn Du bereits kleinschrittig alle Ergebnisse Deiner Studie in Kapitel gepackt und analysiert hast. Was soll jetzt noch kommen? Höchstens eine Zusammenfassung, die Perspektiven für weitergehende Forschung auf dem Gebiet darstellen kann. Oder verstehe ICH jetzt etwas total falsch?

Gruss

Anne, die jetzt verunsichert ist :shock:
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Re: qualitative Ergebnisse darstellen

Beitragvon cine am 08.09.2010, 11:09

@Anne: vermutlich will der Prof die Interviews gar nicht in allen Einzelheiten lesen, sondern _nur_ die Kurzfassung mit Analyse etc und dazu einzelne Beispiele.
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Re: qualitative Ergebnisse darstellen

Beitragvon Eleen am 08.09.2010, 12:12

Hallo,
ich habe mir inzwischen ein Buch/ eines Studie meines DV angeguckt und nun ist es klarer. Die Darstellung muss ich quasi "umkehren". Nicht mehr: Befragte a sagt..., b sagt... daraus schließe ich..., sondern eher: Anhand der Daten wurde herausgefunden, dass... und dann ein paar Interviewausschnitte als Beispiel zur Illustration. Ich muss von meiner bisherigen Arbeit also noch mehr auf ein Muster (oder Gemeinsamkeiten und Unterschiede) kommen. Dadurch verkürzt sich die Darstellung natürlich erheblich und auch den Forschungsstand werde ich in den Ergebnisteil mehr einfließen lassen, damit es sich besser liest. Und durch ein Brainstorming/Mindmap bin ich auch schon auf neue übergeordnete Schlüsse gekommen. Es läuft wieder... der Knoten hat sich so ziemlich gelöst :D

@ Anne: Hast Du mit standardisierten Fragebögen ohne narrativen Teil befragt? Ist es qualitativ erhoben oder ging es nur allgemein um die Ergebnisdarstellung? Das habe ich nicht verstanden. Ich denke, bei einer quantitativen Studie werden die Ergebnisse wieder etwas anders dargestellt. Vielleicht kannst Du mich nochmal aufklären.

vielen Dank für Eure Anregungen, das hat mir wirklich sehr weitergeholfen :D
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Re: qualitative Ergebnisse darstellen

Beitragvon Anne123 am 08.09.2010, 12:34

@ Eileen: jetzt ist es mir etwas klarer geworden, was Du meinst. Wäre es für dich vielleicht ok, mir den Titel des DV-Buches zu mailen? Das würde mir sehr helfen.
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Re: qualitative Ergebnisse darstellen

Beitragvon Eleen am 08.09.2010, 17:57

@Anne: Hab Dir ne PN geschickt
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Re: qualitative Ergebnisse darstellen

Beitragvon Mathilda am 08.09.2010, 20:36

Hallo Eleen,

ah so, jetzt verstehe ich auch. Wage aber noch mal den Hinweis: Klingt für mich sehr nach qual. Inhaltsanalyse, was Du da machst. Ich hatte gar nicht so richtig nachvollziehen können, wie Du nach Deinem beschriebenen Vorgehen noch auf Interviewebene sein konntest. Schön, dass sich das Problem gelöst hat :) - manchmal steht man einfach da, weiß, es gibt eine Lösung und sie vermutlich gar nicht schwierig ist, aber man findet sie nicht... kenn ich :wink:

Viel Erfolg
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Re: qualitative Ergebnisse darstellen

Beitragvon Eleen am 12.09.2010, 10:12

Hi Mathilda,

danke für deinen Eindruck, dass es doch (noch) die qual. Inhaltsanalyse ist/sein kann. Das hilft mir im Methodenteil, denn ich dachte, dass ich mit meinem Vorgehen davon zu weit abgerückt sei. Vielleicht schreibe ich "in Anlehnung an Mayring..." oder so; würde es vereinfachen. Mit diesem Buch bin ich leider nicht zurecht gekommen. Der Schritt von der Interviewebene weg ist doch nirgends beschrieben oder doch? Das war mir alles echt ein Rätsel.

@alle: Vielen Dank nochmal. Ich habe wirkliche gute Anregungen von Euch erhalten.

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