Studentische Hilfskraft nutzen?

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Studentische Hilfskraft nutzen?

Beitragvon Azurus748 am 27.07.2010, 22:44

Hallo zusammen,
ich würde gern mal eine rechtliche Frage mit Euch diskutieren. Momentan arbeite ich als wiss. Mitarbeiter in einem Forschungsprojekt und promoviere "nebenbei", d.h. nicht innerhalb des Projekts sondern arbeite an einem eigenen Thema. Durch die Projektarbeit bin ich zeitlich bereits gut ausgelastet, kann dafür allerdings auch mehrere studentische Hilfskräfte einspannen.
Nun frage ich mich, inwieweit ich die studentischen Hilfskräfte auch für meine eigene Dissertation nutzen kann. Konkret geht es mir um die Transkription von meinen (mind. 8 ) Interviews, also um eine einfache Verschriftlichung von Audioaufzeichnungen (nicht linguistisch sondern rein inhaltlich - d.h. es soll keinerlei Auswertung oder Interpretation outgesourct werden!) Die Interviews bilden nur einen Teil meiner Daten ab, der Hauptteil besteht aus einer Fragebogenerhebung.
Für meinen Doktorvater (gleichzeitig Projektleiter) wäre das - wie er mir zurückgemeldet hat - in Ordnung, weil die Hiwis häufig nicht ganz ausgelastet sind. Nun geht es mir auch um die Frage, ob das rechtlich überhaupt in Ordnung ist. Immerhin soll man seine Doktorarbeit ja ohne "Hilfsmittel" etc. nutzen - oder entsprechende Helfer später dankend erwähnen (kein Problem :) )
(Auszug aus der Promotionsordnung: "Als letzte Seite sind, an Eides Statt, eine Erklärung, dass die Arbeit selbständig angefertigt wurde, und eine Versicherung darüber beizufügen, das der Bewerber andere als die von ihm angegebenen Quellen und Hilfsmittel nicht benutzt.")
In anderen Forenbeiträgen habe ich auch schon gelesen, dass sogar statistische Auswertungen ausgelagert werden, von Lektoraten am Ende mal ganz abgesehen. Aber sichergehen möchte ich doch :) Nicht, dass mir irgendwann mal einer einen Strick draus dreht :?
Hat jemand von Euch vielleicht schon in einer ähnlichen Situation gesteckt oder kennt jemand irgendwelche Quellen, wo das genau aufgeschlüsselt ist? Für Eure Meinung wäre ich Euch jedenfalls sehr dankbar!
Azurus
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Re: Studentische Hilfskraft nutzen?

Beitragvon cine am 28.07.2010, 08:02

Morgen Azurus :-)

ich bin mir noch nicht ganz sicher, in welche Richtung deine Frage zielt. Für mich sind da zwei Themen drin.

1. Du setzt die Hiwis statt für deine Angestelltenarbeit für dein "privates" Projekt ein.
Das ist für mich völlig unkritisch, und für deinen DV, also den Vorgesetzten der Hiwis, ja offensichtlich auch.

2. Die Hiwis nehmen dir Aufwand für deine Diss ab. Ich sage bewusst Aufwand und nicht Arbeit, weil es nach deiner Beschreibung ja rein um "mechanische" Sachen geht. Die Interviews abtippen könntest du ja genausogut selbst, du sparst nur dank der Hiwis Zeit. Die Denkleistung vorher und nachher stammt ja komplett von dir.
Das ist für mich das Normalste von der Welt.
Die Denkleistungen, also die Interpretation und die Entscheidungen, wer was wann und wie macht, trifft dabei der Doktorand. Solange das bleibt, finde ich das Auslagern von Arbeit auch in Ordnung.

Beim Auslagern von statistischen Auswertungen wäre mir nicht wohl - ab einer gewissen Komplexität muss man ja auch wissen, worums geht, damit man z. B. die richtigen Daten selektiert. Mit nem simplen "mach mal" abgeben wäre mir da zu gefährlich, nicht dass derjenige dann meinen schönsten Effekt als Ausreißer definiert und den Probanden rauswirft ;-)

LG cine
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Re: Studentische Hilfskraft nutzen?

Beitragvon cdp_xe am 28.07.2010, 08:44

Ein sehr interessantes Thema!

Ich habe auch bereits darüber nachgedacht, freiwillige Studenten an einer Proof-of-Concept-Entwicklung teilhaben zu lassen. Die PoC-Entwicklung ist für mich eher lässtige Programmierarbeit und kostet Zeit.

Wahrscheinlich wäre so etwas auch unbedenklich. Jedoch muss ich auch sagen: Wer einen PoC-Code implementiert, wird sich auch darüber Gedanken machen und eventuell neue Ideen beisteuern. Für diesen Fall würde vielleicht ein Hinweis im entsprechenden Paper auf die Idee der Person genügen, oder vielleicht doch nicht?

Ich bin mir nach wie vor sehr unsicher, ob das nun eine gute Idee ist, oder nicht. Meinem DV habe ich es noch nicht vorgeschlagen und Studenten habe ich noch keine gefragt.

Grüße
cdp_xe
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Re: Studentische Hilfskraft nutzen?

Beitragvon HHlerin am 28.07.2010, 09:00

Ich sehe das Einsetzen von Hiwis zum Transkribieren total unproblematisch und mache es im Übrigen bei meiner Diss auch so. Es ist ja nicht so, dass Du geistige Leistung von anderen machen lässt, insofern finde ich das absolut in Ordnung. Gib es einfach in der Diss irgendwo an, gut geht das z.B. auch im Methoden teil ("...die Transkription der Interviews wurde von Hilfskräften durchgeführt..."). In den Sozialwissenschaften ist es ja sogar so, dass aus methodischen Gründen manchmal Externe eingespannt werden MÜSSEN, weil sonst die Daten nicht regelkonform ausgewertet würden. Bei der qualitativen Auswertung von Interviews ist das Gang und Gebe (Gäbe?) und wird oft von Forschungspraktikanten gemacht. Auch das wird im Methodenteil der Diss erwähnt und ggfls. noch in der Danksagung.

Um es kurz zu machen: Kein Problem! :-)
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Re: Studentische Hilfskraft nutzen?

Beitragvon hubermi am 28.07.2010, 09:27

Sehe ich genauso
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Re: Studentische Hilfskraft nutzen?

Beitragvon Azurus748 am 28.07.2010, 12:55

Danke für die Antworten :) Ich werde dann glaube ich wirklich mal eine Hilfskraft ransetzen, die hat auch passenderweise gerade erst eine Schulung im Transkribieren bekommen... Und auch so bleibt ja noch genügend Arbeit für mich selbst *puh* und die Zeit läuft... Aber das kennt Ihr ja selbst :wink:
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