Hei,
muss ein Text, der sowieso schon ein schwieriges Thema aufweist auch schwierig und komplex geschrieben sein?
Wissenschaftlich ist nicht gleich kompliziert. Manche Leute meinen, sich moeglichst hochtrabend ausdruecken zu muessen, Saetze ueber 20 Zeilen zu schreiben, mit 50 Nebensaetzen, denn Nebensaetze sind ja toll, woll, und letzteres ist ja wichtig und ueberhaupt muss man ja auch noch ein paar Modewoerter einbauen, und jetzt kommen wir doch mal zurueck zum eigentlichen Punkt, wobei, 10 Fremdwoerter muessen auch noch rein, moeglichst welche, die keiner kennt, ... und nennen das dann "wissenschaftlich"

Hallo?
ob ihr vllt Möglichkeiten kennt einen Text "einfach" zu halten?
Ich habe dazu ein geniales Drei-Tage-Seminar besucht, wo es genau um das Thema ging. "Effective life-science writing in English", gehalten von der "The John Kirkman Communication Consultancy". Das dazugehoerige Buch:
Good Style (Link zu Amazon.de)

.
Du schreibst wahrscheinlich auf Deutsch? Da wird es aehnliche Buecher geben. Kann so einen Kurs aber absolut empfehlen - wie die uns da die Texte zerpflueckt haben (zu Recht!), war schon beeindruckend. Lustig war auch, dass die Mehrzahl von uns beim Vergleich zweier Abstracts das als "wissenschaftlicher" bewertet haben, das komplizierter klang (mich eingeschlossen

). Dabei haben wir ueberhaupt nichts verstanden

Echt, die drei Tage haben mir die Augen geoeffnet und meinen Schreibstil beeinflusst. Also: So einfach wie moeglich, so kompliziert wie noetig!
Zur eigentlichen Frage, wie "wichtig" der Schreibstil ist: Ich glaube, fuer die "Bewertung" Deiner Diss ist er nicht so wichtig. Wenn Du allerdings moechtest, dass andere etwas mit Deinem Geschreibsel anfangen koennen/wollen, dann schon. (Das ist aber nur meine persoenliche Meinung.)
Viel Erfolg beim Schreiben

holladiewaldfee!
EDIT: Was man in so nem Schreibstil-Seminar z.B. lernt:
(1) Preparing to write readably. Developing the appropriate attitude; writing in a way that is accurate and readable, and brings
credibility and esteem; reading as ‘language-processing’.
(2) Getting off to a good start. Form and style for titles and abstracts.
(3) Making language-processing as easy as possible. Delivering information in manageable sentences; considering accuracy, information load, readability, and tone; avoiding excessive ‘pre-modification’.
(4) Choosing words wisely (1). Creating ‘comfortable’ text by careful mixing of special terms and ‘plain English’.
(5) Providing orientation and focus for your readers.
Form and content for introductions and conclusions.
(6) Choosing words wisely (2). Avoiding ‘roundabout’ phrasing and excessive ‘nominalisation’ (for example, choosing reducing
instead of achieving a reduction).
(7) The heart of the matter — verbs. Stating what you did and what happened, not what was performed and what was observed to have occurred.
(8) Points on punctuation. Using punctuation marks as skilfully as you use intonation, pace, and stress in speech.
(9) avoiding ‘fashionable’ words.
Edit Sebastian:
Link gegen Amazonlink ausgetauscht