Nela hat geschrieben: Für einen Fernsehsender ist es ja wie für jede Firma eine gute Werbung wenn der Name auf Veröffentlichungen steht oder bei Konferenzen erwähnt wird.
Das kommt auf den Inhalt an, würde ich sagen! Ich habe es gerade jetzt im Frühling bei einem Freund gesehen: Teile seiner Ergebnisse stellen eine Firma in nicht sehr gutem Licht dar. Die Firma weiß davon, weil er ihr die Ergebnisse präsentiert hat (präsentieren musste), bevor die Arbeit gebunden werden konnte. Und es ist für ihn jetzt total schwierig, zu entscheiden, wie er Dinge formuliert oder auf Konferenzen präsentiert! Die Firma sponsort ihn zum Teil (zahlt zum Beispiel Tagungsgebühren) - was ihn unter Druck setzt, Dinge vorsichtig zu formulieren oder ganz wegzulassen. (Nein, er verfälscht seine Ergebnisse nicht. Aber manches traut er sich nicht zu schreiben oder sagen.) Ich finde das total schade! Projektarbeit als Auftragsarbeit ist halt oft etwas anderes als wissenschaftliches Arbeiten, aber das ist einigen Firmen nicht klar, habe ich den Eindruck. Meine DM meinte einmal (so ungefähr): "Wissenschaft zu betreiben heißt, angreifbar zu sein." (und nicht, sich beliebt zu machen). Und das ist leichter, wenn man unabhängig ist, finde ich.
Aber wie gesagt, das hängt sicher vom Themen und der Art der Zusammenarbeit ab. Und ja, auch von den finanziellen Möglichkeiten Deinerseits. Ich würde allerdings aus persönlicher Erfahrung den Faktor "Abhängigkeit" nicht unterschätzen! (Man glaubt gar nicht, wo Auftraggeber oder Sponsoren auf einmal plötzlich mitreden wollen...!)
Liebe Grüße!
AGH