Externe: Wie strukturiert ihr euch?

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Externe: Wie strukturiert ihr euch?

Beitragvon Frl.Schröder am 19.05.2010, 08:37

Guten Morgen!

Ich bin noch immer am Planen und plage mich derzeit mir Überlegungen, wie man bei vollkommener Freiheit - also Abwesenheit von äußeren Strukturen, die sich mit einer Anstellung an der Uni ergeben würden - trotzdem konsequent arbeiten kann. Damit habe ich nämlich, wie ich beim Verfassen meiner Diplomarbeit gemerkt habe, Probleme.

Es kommt hinzu, dass ich wegen Familie nachmittags keine Zeit habe, und abends meist zu faul bin (:oops: ) und dann gern abhänge (lesen, TV). Ich habe also, wenn ich abends nichts mache, 7 Stunden (9-16 Uhr) Zeit.

Wie hier ja schon öfters festgestellt wurde, ist es aber sicher utopisch, diese 7 Stunden am Tag hintereinander konzentriert durchzuarbeiten.

Mich würde als Anregung mal interessieren:
- Wie strukturiert Ihr Euren Tag?
- Geht ihr immer zu einer bestimmten Zeit in die Bibliothek?
- Macht ihr manche Dinge nur früh, manche nur nachmittag, manche nur abends? (Stichwort: Biorhythmus) Oder geht ihr danach, was gerade "dran" ist?
- Und weiter gefasst: Arbeitet ihr jeden Tag, also auch am Wochenende, und wenn es nur ein bisschen ist?
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Re: Externe: Wie strukturiert ihr euch?

Beitragvon Martin am 19.05.2010, 09:19

Ich habe auch extern promoviert. Aufgrund meines Stipendiums hatte ich das Glück, neben der Arbeit an der Diss. keine weiteren Verpflichtungen zu haben. Ich bin konsequent jeden Tag zur gleichen Zeit in die Bibliothek gegangen (ca. 9-17 Uhr, manchmal länger, manchmal kürzer, Wochenende war grundsätzlich frei). Zu Hause hätten mich zu viele andere "wichtige" Dinge abgelenkt - Stichwort "Prokrastination". Die ausschließliche Arbeit in der Bibliothek hatte auch den Vorteil, dass so Arbeit und Freizeit strikt getrennt waren. Zu Hause habe ich dann nämlich überhaupt nichts mehr für die Diss. gemacht. Die Trennung von Arbeits- und Wohnort hat den entscheidenden Vorteil, dass man nach dem Verlassen der Bibliothek für den Tag einen Schlussstrich ziehen kann und abends zu Hause keine schlechtes Gewissen beim Abhängen hat. Hätte ich auch zu Hause gearbeitet, wäre das sicher anders gewesen.
Lange Rede, kurzer Sinn: ich würde Dir empfehlen, jeden Tag von 9-16 in der Bibliothek zu arbeiten und danach zu Hause Deine Freizeit zu genießen. 7 Stunden Arbeit an der Diss. pro Tag sind mehr als genug.
Martin
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Re: Externe: Wie strukturiert ihr euch?

Beitragvon Frl.Schröder am 19.05.2010, 09:52

Martin, das klingt in meinen Ohren extrem gut, diese Trennung Bibliothek (Arbeit) und zu Hause (Freizeit). Dies habe ich bei der Diplomarbeit nicht so strikt gehandhabt und hatte irgendwie andauernd ein schlechtes Gewissen. Und wie lange hast Du gebraucht?
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Re: Externe: Wie strukturiert ihr euch?

Beitragvon ZESAR am 19.05.2010, 12:56

Hi,
mittlerweile bin ich auch vollkommen "Vogelfrei", meine Strategie zur Verhinderung eines Hartz4-Rumbummel-Lebensstils sieht wie folgt aus:
Zunächst hab ich mir mal mein verbindliches Arbeitsziel ( 5 Tage pro Wochen, jeweils 5 "echte" Arbeitsstunden) festgelegt. Zur Verwirklichung finde ich mich jeden Tag mehr oder weniger zur gleichen Zeit an meinem Schreibtisch ein. Aber der eigentliche "Knaller", der wirklich weiter hilft ist mein Kalendar, da trage ich jeden Tag die gearbeiteten Stunden ein. Mir persönlich hilft das wirklich weiter, ich kann auf einen Blick sehen wann das Arbeitsziel erreicht wurde und wann noch Stunden fehlen.

Viele Grüße
ZESAR
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Re: Externe: Wie strukturiert ihr euch?

Beitragvon Martin am 19.05.2010, 13:00

Da mein Stipendium eine Förderung von max. drei Jahren vorsah, habe ich meinen Zeitplan im Exposé auch exakt auf drei Jahre ausgerichtet. Bei der realistischen Abschätzung der Dauer der einzelnen Arbeitsschritte bin ich insgesamt auf knapp 2,5 Jahre gekommen und habe dann überall noch ein paar Monate draufgeschlagen, obwohl ich davon ausgegangen bin, dass ich nicht so lange brauche. Am Ende sind es dann tatsächlich exakt 3 Jahre geworden, d.h. Beginn im April 2007 und Abgabe Ende März 2010 - die Verteidigung soll irgendwann im Sommer stattfinden.
Letztendlich habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass man immer so lange braucht, wie man Zeit hat. Hätte ich tatsächlich nur 2,5 Jahre gehabt, wäre es sicher auch in diesem Zeitraum möglich gewesen. Dann wäre ich in einigen Aspekten nicht so sehr ins Detail gegangen. Andererseits hätte ich mich auch gut noch ein halbes Jahr länger mit der Diss. beschäftigen können. "Fertig" wird man nämlich prinzipiell nie, man muss nur irgendwann einen Punkt machen und abgeben. Wünsch Dir schon mal viel Erfolg mit Deiner Diss.!
Martin
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Re: Externe: Wie strukturiert ihr euch?

Beitragvon Frl.Schröder am 19.05.2010, 13:13

Danke, Martin!

@ Zesar: 5 Stunden - das klingt in meinen Ohren erst mal gar nicht viel. Aber es ist vll. besser, mit 5 Stunden, die auch tatsächlich Arbeitsstunden sind, zu kalkulieren, als den ganzen Tag einzuplanen, wo dann nichts daraus wird, weil man nur "rumbummelt".
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Re: Externe: Wie strukturiert ihr euch?

Beitragvon ZESAR am 19.05.2010, 14:32

Das stimmt 5 Std. ist nicht viel.

Aber 5 Std. konzentriertes Schreiben ohne Ablenkungen wie Telefon, Internet, Tee-kochen - ist schon viel, man verplempert unheimlich viel Zeit.
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Re: Externe: Wie strukturiert ihr euch?

Beitragvon algol am 20.05.2010, 10:42

@Martin: Das mit der Zeit stimmt. Habe ich irgendwo auch mal in einer Studie gelesen. Man braucht immer so viel (oder mehr) Zeit, als man hat. Daher ist es schlau, sich einen realistischen, aber eher etwas engeren Rahmen zu setzen.

@Frl. Schröder: Ich gehe 3 Tage die Woche arbeiten und verbringe die beiden Diss-Tage in der Regel in der Bib. Mir geht es da ähnlich wie den anderen. Klare Trennung, täglicher Schlussstrich. Manchmal arbeite ich auch zu Hause. Aber prinzipiell geht es so. Da Du ja jeden Tag in die Bib gehst, kannst Du vielleicht ein Carrel/ Arbeitsplatz o.ä. reservieren. Dann kannst Du auch Deine Unterlagen dort lassen und musst nicht immer alles hin- und herschleppen. Das nervt mich nämlich manchmal.
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Re: Externe: Wie strukturiert ihr euch?

Beitragvon barbershop am 16.01.2011, 16:49

Hallo,
ich versuche mal das schon etwas ältere Thema wieder in Gang zu bringen, da es mich auch sehr interessiert, wie sich andere "Externler" organisieren. Ich fange erst an, seit Januar mit Teilzeitjob (an 3 Tagen ca 6-7 Stunden). An den "Arbeitstagen" arbeite ich wenigstens ein bisschen (abends 1-2 Stunden), z.B. mit Citavi schauen was ich noch ausleihen muss, schon mal online bestellen, oder nach neuen Titeln recherchieren, Aufgabenliste aktualisieren, Gliederung ausbauen etc.
An den "arbeitsfreien" Tagen bin ich momentan in verschiedenen Bibs um die Literatur auszuleihen/zu kopieren/zu bewerten.
Das ist meist vormittags und nachmittags. Dann fällt es mir aber schon schwer mich abends auch noch zu motivieren (Hirn meint: "du warst schon den ganzen Tag in der Bib = Feierabend angesagt), obwohl ich (bisher) altmodisch ohne Laptop im Lesesaal sitze und es danach eigentlich noch viel zu tun gibt, um das Gelesene zu übertragen/zu organisieren.
-Mich würden auch die Erfahrungen Anderer im Hinblick auf die Grostrukturierung interessieren. Habt ihr einen großen Masterplan, an dem ihr seht, z.B. diese Woche ist dieses dran usw. oder geht ihr nach der Gliederung vor? Ich würde mich noch in die Recherchephase/Forschungsstand einsortieren, komme aber schon jetzt vom 100sten ins 1000ste (hier noch ein Buch zur Forschungsmethodik, da noch eine neue Studie... usw). Ich fühle mich aber noch nicht "wissend" genug, um alle Arbeitsschritte operationalisieren zu können.
Um nicht in völlig unbrauchbare Arbeitsroutinen zu verfallen, fände ich da Erfahrungsberichte ganz hilfreich...
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Re: Externe: Wie strukturiert ihr euch?

Beitragvon mezarif am 16.01.2011, 20:10

Ich bin normalerweise vier Tage die Woche von 9 bis etwa 18 Uhr in der Bibliothek (mit Pausen natürlich). Viel länger geht nicht, da die Bibliothek nur von 9 bis 19 Uhr auf hat und ich an meinem 5. Tag noch andere Verpflichtungen habe. Abends und am Wochenende mache ich manchmal auch noch ein bisschen was an der Arbeit, aber das sehe ich immer als 'zusätzlich' und nicht als Pflicht; samstags gehe ich manchmal auch die Bibliothek und bin dann jeweils ganz besonders stolz auf mich. ;)
Grundsätzlich habe ich bisher ohne grössere Struktur gearbeitet: Ich hatte halt eine Idee und ein erstes Konzept und es hat sich dann halt quasi immer wieder ergeben, was so als nächstes gemacht werden sollte, und da habe ich dann jeweils angesetzt. Jetzt gehts auf die Halbzeit meiner Diss zu (zumindest meiner Finanzierung - und es ist schon mein Ziel, dann auch fertig zu sein, wenn das Geld aus ist), und daher habe ich meinem DV gerade in der vergangenen Woche ein überarbeitetes Konzept gegeben und einen groben Arbeitsplan, bis wann etwa welches Kapitel stehen soll (als Entwurf :-p). Ich weiss zwar noch immer nicht genug über mein Thema, finde ich, muss jetzt aber doch langsam mit Schreiben anfangen und eben etwas strukturierter vorgehen... Ich bin gespannt, was er dann dazu sagt - einerseits inhaltlich, andererseits zu meiner Zeitplanung...

 

 




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