ich befinde mich im Moment in einer beruflichen Situation, in der mir mehrere Fragen auf der Seele brennen. Vielleicht hat jemand von Euch Erfahrung mit ähnlichen Situationen und kann mir etwas weiterhelfen...
Zu meiner derzeitigen Situation: Ich habe eine halbe wiss. Mitarbeiterstelle und werde im Laufe des Jahres meine Diss abgeben. In einer Phase tiefster Demotivation und mit dem großen Fragezeichen "was kommt danach?" im Bauch habe ich mich im Februar auf eine ganze Stelle im Bereich "Forschungsförderung" (also jenseits der wiss. Karriere) an unserer Uni beworben und es sieht danach aus, als würde ich diese Stelle nun tatsächlich bekommen. Die Stelle ist zunächst auf 3 Jahre befristet mit Aussicht auf Verlängerung bzw. sogar Entfristung nach positiver Evaluierung durch das Rektorat (nach 1-2 Jahren).
Meine jetzige halbe Stelle - so wurde mir in Aussicht gestellt - würde nach Ablauf der ersten 6 Jahre um weitere 6 Jahre verlängert; knapp 5 Jahre sind nun abgelaufen, ab jetzt hätte ich die halbe Stelle also noch ca. 7 Jahre sicher, ggf. mit Möglichkeit auf Erweiterung um eine halbe Stelle durch ein Projekt, dessen Bewilligung noch aussteht.
Da ich in den nächsten 2-3 Jahren gerne mit der Familienplanung beginnen würde, stellt sich mir ganz grundsätzlich die Frage, für welchen Weg ich mich entscheiden soll.
1) Angenommen ich entscheide mich für die ganze Stelle: Möglicherweise stünde dann innerhalb der 3 Jahre 1 Jahr Elternzeit an - was bei einer 3-Jahres-Stelle natürlich nicht sonderlich gut ankommt, das ist mir klar... (andererseits ich sehe auch nicht ein, mein komplettes Privatleben nach einer ohnehin unsicheren, da befristeten Stelle auszurichten und noch später als geplant mit dem Kinderkriegen anzufangen...
Und weiter gedacht (die Frage der Verlängerung bzw. Entfristung der Stelle mal außen vor gelassen): Angenommen ich nehme 1 Jahr Elternzeit, gehe danach zurück in den Job und merke, dass mir die ganze Stelle über den Kopf wächst (wovon ich nach Erzählungen von Kolleginnen mit Kind einfach mal ausgehe) - wäre es dann möglich, diese ganze Stelle auf eine halbe zu reduzieren? Und wenn ja: Was passiert mit der anderen Hälfte? Wird eine Vertretung gesucht oder wird die halbe Stelle neu ausgeschrieben und ist für mich für immer "futsch"?
2) Angenommen ich bleibe auf der jetzigen halben wiss. Mitarbeiterstelle: Ein Jahr Elternzeit wäre dann unproblematischer, aber ich/ mein Partner und ich müsste(n) in den nächsten 7-8 Jahren Kind(er) und Habilitation unter einen Hut bringen. Dazu muss ich sagen, dass eine Habil nicht gerade mein Traum/ Ziel ist, insbes. nicht mit allem, was danach kommt (Vertretungsprofessuren ggf. am anderen Ende Deutschlands, Hoffen auf einen Ruf ggf. am anderen Ende Deutschlands - ansonsten Arbeitslosigkeit).
Ganz generell wäre ich interessiert an Eurer Meinung zu dieser gesamten Stellen-Konstellation und insbes. an der Antwort auf die Frage nach Reduzierung der ganzen auf eine halbe Stelle und den damit verbundenen Konsequenzen (halbe Stelle "futsch"?)...
Vielen Dank für alle Antworten im Voraus!
dissmiss