Hallo,
ich promoviere in einem von der DFG-geförderten Graduiertenkolleg und bekomme dafür ein Promotionsstipendium. Da ich danach nicht unbedingt in der Wissenschaft bleiben möchte und nebenbei gerne zumindest etwas in der 'Praxis' hätte, habe ich mir kürzlich einen Nebenjob in meinem Studienfach gesucht: ich würde da so monatlich zusätzlich 100-300 Euro bekommen (Betrag schwankt je nachdem wie oft ich arbeite). Ich habe den Nebenjob noch nicht angefangen - wäre dann aber über Lohnsteuerkarte 1 dort angemeldet und gebe dort meine Immatrikulationsbescheinigung ab (ist also der Status eines Studentenjobs).
Nun habe ich mir - etwas zu spät - noch einmal meinen Vertrag mit dem Graduiertenkolleg durchgelesen und bemerkt, dass Nebenjobs gar nicht erlaubt sind. Erlaubt sind nur wissenschaftliche Tätigkeiten, bei denen ich bis zu 3000 Euro im Jahr dazu verdienen könnte, mein Job ist zumindest im engeren Sinne nicht wissenschaftlich. Auf der DFG Website habe ich gelesen, dass Nebenjobs gemeldet werden müssen und das Gehalt dann vom Stipendiumsvertrag abgezogen würde. Soweit die Regelung.
Nun meine Frage: Hat irgend jemand hier schon Erfahrungen damit gemacht? Wie genau läuft dieses Nebenjob-vom-Stipendium-abziehen - müsste ich dann am Ende des Jahres meine Lohnsteuerkarte zur DFG schicken und müsste bis dahin mein Geld sparen, um es zurückzu geben können? Ausserdem wollte ich fragen, wie breit die Definition für 'wissenschaftliche Tätigkeit' ist - zählen dazu nur Tätigkeiten an der Uni?
Zudem kursiert in meinem Kolleg das Gerücht, dass die DFG sowieso nicht mitbekommen würde, wenn ich in einem Nebenjob arbeite, da die DFG ja keine Informationen zu meiner Lohnsteuer erhält. Solange ich den Job also nicht bei meiner Kollegssprecherin und der DFG melden würde, könnte ich ohne praktische Probleme Nebenjobs-Gehalt und Stipendium gleichzeitig bekommen (was natürlich gegen den Vertrag verstossen würde). Oder ist das zu riskant?
Jedenfalls bin ich gerade stark hin- und hergerissen, ob ich den Nebenjob annehmen soll und wenn ich ihn annehme, ob ich ihn dann tatsächlich der DFG melden sollte und so quasi 'umsonst' arbeiten würde. Erfahrungen und Einschätzungen der Lage wären sehr hilfreich.
Grüsse,
Peter
