Den Anfang finden

Anfangen mit der Diss: Abgeschlossene Diskussionen (Doktorvatersuche, Expose...)
  • Anzeige

Den Anfang finden

Beitragvon nosturno am 10.02.2010, 15:54

Liebe Mitglieder,

ich schließe in Kürze erst meinen Bachelor ab und werde dann mit dem Master beginnen, bin was meinen Studienfortschritt anbelangt wahrscheinlich weit vom Durchschnitt von euch entfernt.

Ich möchte nach meinem Master gerne mit einem Thema der VWL extern an meiner Uni promovieren und schon in der Vorbereitung darauf möglichst alles richtig machen, damit aus meinem Vorhaben auch etwas wird. Ich habe insbesondere zwei Fragenbereiche an euch:
- Wann man sich ungefähr an den/die Wunschprofessoren wenden sollte
- Wie genau die Vorstellungen über das Wunschthema sein sollen

Zum Ersten: Ich würde mir gerne möglichst zeitig einen Betreuer suchen, damit ich einerseits selbst einen Plan habe und nicht bis zum letzten Tag des Masters bangen muss und andererseits, weil ich mir vorstellen könnte, dass es positiv aufgenommen wird, wenn man frühzeitig Interesse zeigt und nicht erst "auf den letzten Drücker" kommt. Frage hierzu also: Wann würdet ihr frühestens/spätestens Kontakt aufnehmen? Das bringt mich gleich zum zweiten Punkt.

Zum Zweiten: Ich habe gelesen, dass es bei Promotionen bezüglich der Themenfindung unterschiedliche Wege gibt von der völlig eigenständigen Themenwahl bis zur Themenvorgabe. In der "FAQ" unserer Promotionsordnung steht, dass man seiner Anfrage an den Professor ein Expose (inkl. Forschungsstand) beifügen solle, was also auf die eigenständige Themenwahl hindeutet. Ich werde jetzt wahrscheinlich etwas naiv wirken, aber: Wie stelle ich das an? Ich interessiere mich natürlich für mein Fach, aber ich weiß nicht wie ich mich der Findung eines Themas nähern kann. Was für Methoden gibt es hier? Seid ihr "top-down" vorgegangen, habt euch also ein Themengebiet rausgesucht, das intensiviert und geschaut, zu welchen Fragen noch nicht geforscht wurde oder wie seid ihr da rangegangen? Ich stehe diesbezüglich noch wie "ein Ochs vorm Berg", da es bei der Fülle an wissenschaftlichen Veröffentlichungen sehr schwer scheint, eine Forschungslücke zu finden.

Ich hoffe, ich konnte mein Problem verständlich machen und würde mich über jede Anregung freuen, gerade auch weil mir bewusst ist, dass meine zweite Frage so allgemeiner Natur ist.

Danke!
nosturno
 
... ist nicht mehr dabei.

Anzeige

Re: Den Anfang finden

Beitragvon bienah am 10.02.2010, 19:36

Hallo nosturno

Schön, dass du dich für dien Studienfach begeistern kannst und auch nach dem Abschluss dein Interesse weiterverfolgen möchtest.

Angesichts der Tatsache, dass du noch Bachelor und Master vor dir hast, würde ich mir über Dinge wie Exposée noch keine Gedanken machen. Bei uns ist es so, dass wir erst im Master selber "richtig" Forschung betreiben und Arbeiten publizieren (versuchen). Die Fähigkeiten, die für die Promotion nötig sind, habe ich also erst im Master erworben bzw. perfektioniert. Das zusätzliche Wissen erleichtert einem auch den Umgang mit der Literatur. Ausserdem kann in 2 Jahren - so lange dauert ein Master bei uns mindestens - die Literatur von heute bereits wieder veraltet sein (hängt von der Dynamik des Gebiets/Themas ab).

Nützlich wäre aber allenfalls eine Anstellung an der Uni (Hiwi?). So könntest du schon mal den Unibetrieb von einer anderen Seite kennen lernen, am wissenschaftlichen Diskurs teilhaben und Kontakte knüpfen. Zu gegebener Zeit kannst du dann dein Interesse an einer Promotion bei deinem Prof. anmelden, der dich dann bereits als interessierten, zuverlässigen Mitarbeiter kenn ;-).
bienah
Status: bin dran!
keine Angabe
 
Beiträge: 104
Registriert: 18.12.2009
Danke gegeben: 3
Danke bekommen: 5 mal in 5 Posts

Re: Den Anfang finden

Beitragvon Osmos am 11.02.2010, 18:42

Hallo nosturno,

ich persönlich wusste auch lange vor der Diplomarbeit, dass ich promovieren will, habe aber zunächst die Ergebnisse der Diplomarbeit und die Erfahrung mit längeren wissenschaftlichen Arbeiten abgewartet. Als ich meine Note hatte, sprach ich den Prof., bei dem ich promovieren wollte, darauf an. Wenn du am gleichen Lehrstuhl promovieren willst, versuche die generellen Deadlines herauszufinden, die der Prof. hat. Bei mir muss man z.B. ein Semester vorher mit Diplomanfragen kommen und Promotion entsprechend auch mit Vorlauf. Wie viele Doktoranden hat der Prof., den du im Auge hast? Die erste Anfrage ist bei mir also zur generellen Bereitschaft gewesen. Wenn man im Gespräch ist, wirst du merken, ob Themenvorschläge kommen, Richtungen erwünscht werden oder freie Themenwahl begrüßt wird. Ich würde dieses Thema im zweiten o. dritten Mastersemester forcieren. Es sei denn, du bekommst eine HiWi-Stelle, das wäre noch besser. Und wenn du die Promo anstrebst, solltest du dir im Master ganz viel Mühe mit Noten geben. Sie können bei Stipendien entscheidend sein.

LG,

Osmos
Osmos
Status: Angefangen
keine Angabe
 
Beiträge: 27
Registriert: 29.08.2009
Danke gegeben: 8
Danke bekommen: 3 mal in 3 Posts

Re: Den Anfang finden

Beitragvon Mathilda am 12.02.2010, 07:41

Hallo,

im Wesentlichen möchte ich mich den anderen anschließen, habe nur noch ein paar Bekräftigungen/Ergänzungen.

Jetzt ist es definitiv noch zu früh, jemanden anzusprechen, denn wie @bierah schon sagt - wissenschaftliches Arbeiten lernt man erst so "richtig" im Master. Kann ja sein, dass Du da schon Ahnung hast, aber ein Prof wird zumindest vermuten, dass Du das noch nicht richtig einschätzen kannst.
Außerdem kann ich mich nur der Empfehlung anschließen, Dich als SHK an dem von Dir präferierten Lehrstuhl zu bewerben. Oder als Tutor. Ich war z.B. SHK, habe dann meine Diplomarbeit an dem Lehrstuhl geschrieben, und als dann eine Stelle frei wurde, war ich da :wink: Der Prof kannte mich schon, die neuen Kollegen kannten mich, und sie wussten, wie ich bin und arbeite. Ein großer Vorteil!
Dann noch was zur Themenwahl. Meiner Erfahrung nach ist das von LS zu LS sehr unterschiedlich. Daher würde ich mich erst erkundigen, wie Dein Wunsch-Prof das handhabt. Bei uns ist es z.B. so, dass unser DV gar kein Exposé haben möchte, er möchte noch relativ viel Eingriff in die Themenwahl haben. Dazu kommt noch, dass die Arbeiten bei uns alle empirisch sind und keine öffentlich verfügbaren Daten vorliegen, ergo braucht man einen Praxispartner, der einem Zugang verschafft - Dissertationsthemen ergeben sich daher auch gerne mal aus Beratungsprojekten des Lehrstuhls (meins ist z.B. so ein Thema - da war ein Projektpartner mit einer Fragestellung und Zugang zu potentiellen Untersuchungsobjekten und da war dann auch mein Thema :wink: ).

Viel Erfolg wünsche ich
Mathilda
Bild
Benutzeravatar
Mathilda
Fach: BWL
Status: eingereicht
Frau
 
Beiträge: 2092
Registriert: 06.04.2007
Wohnort: NRW
Danke gegeben: 136
Danke bekommen: 257 mal in 232 Posts

Anzeige



  • Anzeige

Zurück zu Anfangen (Archiv)



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder

cron