von AGH am 14.01.2010, 17:16
Hm, ich bin auch eher ernüchtert, muss ich sagen.
1.) Meine Erfahrung ist, dass mein Fach bei Ausschreibungen, wo alle Fächer aufgerufen werden sich zu bewerben (also zum Beispiel alle Dr.Arbeiten einer Universität) keine Chance hat. Wir in meinem Fach verändern/verbessern die Welt an sich einfach nicht (höchstens die ganz persönliche Mini-Welt einzelner Personen, aber da auch eher in der Praxis als in der Wissenschaft); bei uns gibt es keine technischen Weiterentwicklungen oder ähnliches. Wenn wir da gegen z.B. Mediziner, Biologen, verschiedene Techniker "antreten", schaut es für uns schon mal sehr schlecht aus.
2.) Fachintern bei Tagungen bekommen bei uns - so mein Eindruck - immer Angestellte, also z.B. interne Doktoranden, einen Preis, keine Externen. Das kann aber auch Zufall sein, denn ich kann mir gut vorstellen, dass es einfach mehrere Poster oder Vorträge von Internen als von Externen gibt, was natürlich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Interner den Preis bekommt.
3.) Die Kriterien, nach denen bei uns bei der nationalen Tagung, die alle zwei Jahre stattfindet, in bezug auf einen "ganz netten" Preis entschieden wird, habe ich übrigens nirgendwo gefunden. Außer das Alter.
4.) Ich habe vor kurzem ein paar Lebensläufe von KollegInnen gesehen. Sie haben angeführt, von der Uni eine Art Preis (ein Leistungsstipendium, für gute Noten) erhalten zu haben. Ich gebe zu, ich fand das einfach lächerlich, dass sie das im CV angeführt haben. Ich würde nie auf die Idee kommen, so etwas anzuführen (und ich habe dieses Stipendium auch mehrmals bekommen)! Das ist einfach nicht "groß genug", finde ich!
Insgesamt würde ich sagen, es kommt wohl auf den Fachbereich und die Art des Preises an. Sollte ich mal jemanden einstellen, und ein Bewerber/eine Bewerberin führt einen Preis oder eine Auszeichnung an, dann würde ich sehr genau nachschauen, was es damit auf sich hat. Manche sind sicherlich wirklich bemerkenswert, andere (bei uns im Fach) weniger.
Liebe Grüße!
AGH