Eigene Publikationen in Diss? (viele Fragen)

Fragen aus der laufenden Arbeit an der Dissertation.
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Eigene Publikationen in Diss? (viele Fragen)

Beitragvon oclock am 09.01.2010, 04:32

Hallo,

ich wollte so langsam mal mit dem Schreiben meiner ingeniurswissenschaftlichen Diss anfangen und habe eine Frage bzgl. dem "Klauen" meiner eigenen Ideen...

Bei uns ist es so, daß der Betreuer die Spielregel aufgestellt hat, daß pro Kapitel der Diss 1-2 Publikationen in Konferenz-Proceedings und/oder Journals veröffentlicht sein sollen (es handelt sich nicht um eine kumulative Diss, ist aber in den Ingenieuswissenschaften üblich so, daß man Ergebnisse seiner Forschung so schnell wie möglich publiziert).

Jetzt stelle ich mir aber die Frage, wie ich denn die Diss schreiben soll? Alle Publikationen stellen wichtige Teile meiner Diss dar (so dachte ich jedenfalls :)). In manchen beschreibe ich beispielsweise neue Algorithmen, Methoden, Evaluierungen, Vergleiche etc. Diese sollten doch dann auch in der Diss in den entsprechenden Kapiteln ausführlich dargestellt werden, nehme ich an.

Beispiel:
Ich habe in einem Journal 30 Seiten zu Thema A eingereicht. Zwei weitere Publikationen zum Thema B.
In meiner Diss habe ich ein Kapitel, das A behandelt und ein weiteres Kapitel, das B behandelt. Beiden Themen wurden in meinen Publikationen ausführlich behandelt.
Was mache ich nun?

* Copy&Paste der bisherigen Veröffentlichungen würde zu einem Plagiat führen.

* Wenn ich in den einzelnen Kapiteln meine Veröffentlichungen zitiere/zusammenfasse, dann besteht am Ende der größte Teil meiner Dissertation aus den Ideen, die ich schon in Publikationen veröffentlicht habe und der Umfang der Diss wird auch dementsprechend weniger. Außerdem wäre meine Diss dann doch sowas wie ein "Ideenplagiat meiner eigenen Ideen", oder?

* Jede meiner Veröffentlichungen hat meistens einen umfangreichen 'Verwandte Arbeiten' Teil zu dem Thema der Veröffentlichung. Muß ich in der Diss diesen Teil neu schreiben, oder darf ich den copy&pasten? Zitieren macht hier irgendwie keinen Sinn?!

Noch zwei Fragen zu einer kumulativen Dissertation bevor ich schlafen gehe:
Bei einer kumulativen Diss verhält es sich doch ähnlich. Da schreibt man eine 'Einführung' (=roter Faden) und heftet noch seine Publikationen dazu. Ist das streng genommen nicht auch ein Plagiat, denn der relevante Teil wurde ja bereits veröffentlicht. Wo ist der Mehrwert der kumulativen Dissertation, bzw. das "Neue"?
Verletzt eine veröffentlichte kumulative Diss nicht das Copyright des Herausgebers der jeweiligen Veröffentlichung? (Warum nicht?)

Hat jemand Erfahrung wie das bei "uns" in den Ingenieurswissenschaften üblicherweise gehandhabt wird?

Danke + Gute Nacht :)
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Re: Eigene Publikationen in Diss? (viele Fragen)

Beitragvon oclock am 09.01.2010, 05:17

Ich gebe mir mal ein paar eigene Antworten, da ich gerade ein Google-Session hatte :-)

Ich habe folgendes in einer Prüfungsordnung gefunden:

Wenn Teile der Dissertation bereits in Zeitschriften oder als Diskussionspapiere veröffentlicht wurden, sollte dies durch entsprechende Hinweise in der Dissertation deutlich gemacht werden. Außerdem muss der Promovend hier Fragen des Copyrights bedenken, denn in der Regel tritt er bei einer Veröffentlichung in Zeitschriften umfangreiche Veröffentlichungsrechte an den Zeitschriftenverlag ab. Wenn Teile der Dissertation bereits in Zeitschriften veröffentlicht wurden und wenn diese in der Dissertation im Wesentlichen unverändert übernommen werden, verlangt bei einer elektronischen Veröffentlichung die TIB/UB bzw. bei einer Buchveröffentlichung der jeweilige Verlag den Nachweis der Zustimmung des Zeitschriftenverlages. Nach der Erfahrung der TIB/UB mit kumulativen Dissertationen geben die Verlage in der Regel diese Zustimmung. Manche Verlage beziehen die Erlaubnis zur Veröffentlichung im Rahmen einer Dissertation bereits in Ihre Copyright-Vereinbarungen mit ein. Bei einigen großen Verlagen kann man dieses Recht auch online und meist kostenlos erwerben.
Falls der Zeitschriftenverlag die Veröffentlichungsrechte nicht an den Promovenden abtritt, kann eine genehmigte Dissertation auch mit bibliographischen Quellenangaben des jeweiligen Kapitels veröffentlicht werden.[1]


Ich habe danach Dissertationen gesucht, die das 'praktiziern' und habe welche gefunden, die am Anfang folgende Hinweise enthielten:

"Teile dieser Dissertation wurden in folgenden Publikationen veröffentlicht:"
oder
"Teile der in dieser Dissertation vorgelegten Ergebnisse wurden bereits an anderer
Stelle veröffentlicht:"

Danach folgte eine Aufzählung der Veröffentlichungen. Im Text selbst habe ich kein Selbst-Zitat oder andere Hinweise der Autoren gefunden, die darauf Hinweisen, daß ein Abschnitt dort-und-dort publiziert wurde.

An anderer Stelle steht sogar in der Prüfungsordnung, daß Teile der Dissertation vorab veröffentlicht werden sollen [2] bzw. dürfen [3,4,5].

Demnach scheint es bei Dissertationen sowas wie "Selbst-Plagiate" nicht zu geben? Interessant finde ich auch, daß nur [1] und [5] auf mögliche Copyright-Verletzungen hinweisen.

Meine Promotionsordnung ist sehr sehr schwammig an dieser Stelle formuliert, so daß es wohl tatsächlich vom Betreuer abhängt, ob er dem zustimmt. Das scheint wohl bei uns der Fall zu sein ...

Gutes Nächtle


[1] http://www2.wiwi.uni-hannover.de/index. ... =1&type=98
[2] http://www.tu-harburg.de/studium/promot ... dnung.html
[3] http://www.jura.uni-freiburg.de/studium ... onsordnung
[4] http://iv.tu-berlin.de/fv/promotion/Dr_Ing.html
[5] http://www.math-berlin.de/images/stories/phd-hu.pdf
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Re: Eigene Publikationen in Diss? (viele Fragen)

Beitragvon FBM am 10.01.2010, 13:38

Also bei mir war es so:
- Der DV und das Dekanat waren über Publikationen aus der Dis sehr erfreut.
- Es wurde sogar gewünscht.

Ich habe es so gemacht:
- Ich habe in den Publikationen nur 90% geschrieben.
- Die abschließenden 100% waren in der Dis.

Und:
- Ich habe auch meine Publikationen aus/in der Dis genau zitiert.
- Am Ende hatte ich ein eigenes Publikationsverzeichniss (hinter dem "normalen")


Gruß FM
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Re: Eigene Publikationen in Diss? (viele Fragen)

Beitragvon claudine am 12.01.2010, 12:50

sicher kannst du die meisten Teile so uebernehmen - 100% wie in den papern wird die dissertation sowieso nicht, man aendert doch noch die Struktur, fuegt mehr Literatur hinzu, holt weiter aus etc., labert mehr :wink:

Ich habe das in meiner Diss so geloest, das ich im Einfuehrungskapitel am Ende kurz den Aufbau des Werkes erlaeutert habe und dabei gleich auf meine eigenen Publikationen hinwies:

"Chapter 2 deals with ... and .... The major results of this chapter have previously been published in [] [] and []."

Das ging so problemlos durch bei der Kommission.
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