Hallo zusammen,
seit einem guten halben Jahr bin ich als WiMi - also quasi "interne" Doktorandin - an einem Lehrstuhl im geisteswissenschaftlichen Bereich tätig. Bei der Bewerbung und zu Anfang dachte ich, diese Stelle sei mein großes Glück, da das Forschungsgebiet des Profs weite Überschneidungen mit meinen Interessen aufweist, er dabei ist, dieses Gebiet aufzubauen und von einer möglichen Beteiligung an Drittmittelprojekten (über meine halbe Stelle hinaus) sprach.
Langsam spitzt sich die Lage aus meiner Sicht allerdings insofern zu, als ich bereits mehrere Anläufe für ein Exposé genommen habe, ihm auch immer mal wieder mündlich und schriftlich (auf seine Anforderung hin) meine Ideen für eine Diss mitgeteilt habe, aber auf all das überhaupt kein inhaltliches Feedback erhalte.
Rein oberflächlich nagt schon an mir, dass ich als einzige aktuelle Doktorandin und seine Mitarbeiterin gerade mal 2 Termine (in 7 Monaten) bei ihm hatte, die meine Diss zum Thema hatten. Dabei betont er bei jeder Gelegenheit - v.a., wenn ich mich stärker am Institut oder für meine Lehre engagieren will - wie wichtig es ihm sei, dass ich meine Promotion rasch in Angriff nähme.
Ich kann auch nicht wirklich behaupten, dass ich ohne ernsthaftes, tiefgehendes Interesse (es ist ja immerhin "mein" Thema und eigentlich auch "mein" Gebiet) an die Sache 'rangehe. Ich habe auch schon einen Haufen Literatur gewälzt und - wie bereits geschrieben - einige Anläufe zu Exposés genommen. Seine Reaktionen bestehen regelmäßig aus schulterzuckendem Zynismus ("du hast eben noch nicht genug gelesen und überblickst es noch nicht ganz") oder einfachem Ingnorieren konkreter Fragen.
Vom Typ her würde ich mich normalerweise so einschätzen, dass ich mir daraus nichts mache, sondern einfach Exposé, Zeit- und Projektplan mache, ggf. Ansprechpartner für den Empirieteil etc. rekrutiere und ihn dann einfach mit einem völlig selbständig durchgeführten Promotionsprojekt (bzw. dem Plan dafür, da das Exposé zuvor in den Promotionsausschuss muss) konfrontiere. Vielleicht erwartet er das ja auch.
Andererseits bin ich völlig verunsichert, da sein fehlendes Feedback ja nicht gerade Begeisterung verrät. Und wenn er mir nicht mehr weiter "helfen" wollte, würde ich erwarten, dass er mir genau das einfach mal gesagt hätte.
Klar ist, ich muss ihn darauf ansprechen. Klar ist auch, dass ich mir entweder konstruktives (inhaltliches/methodisches) Feedback oder eine klare Aufforderung, einfach selbst zu machen, wünsche. Bisher habe ich von meiner Unzufriedenheit nichts durchscheinen lassen. Da diese aber an meiner Arbeit und auch meinem Selbstbewusstsein kratzt, bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Die Frage ist: Wie bringe ich ihn am besten dazu, mit mir diesbezüglich Klartext zu reden?
Bin für alle Arten von Tipps und Erfahrungen dankbar!
Grüße
Xiotres

