Bewerbung um Stipendium

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Bewerbung um Stipendium

Beitragvon kimswelt am 20.11.2009, 00:45

Hallo, ich heíße Kims, bin ausländischer Doktorand an der TU Dortmund. Ich habe fast vor einem Jahr mit der Doktorarbeit angefangen jedoch bin hier seit vor kurzem. Ich habe mich hier schon über viele nützliche Sachen bezüglich der Doktorarbeit informiert. Ich bin sehr froh, ein solches Internetforum gefunden zu haben.

Ich habe mich vor einigen Wochen einen Antrag auf ein Stipendium bei Hans Böckler Stiftung gestellt und will nächste Woch noch eine Bewerbung bei Friedrich Naumann Stiftung einreichen. Bei diesen zwei Stiftungen habe ich mich (fast) gleichzeitig beworben, weil ich da keine Widrigkeit sehe.Nun meine Fragen:

1. In der Bewerbung bei Hans Böckler Stiftung habe ich nicht erwähnt, dass ich mich in wenigen Zeiten bei FNS bewerben werde, weil ich mich damals tatsächlich nicht bei FNS beworben habe, obwohl ich die Bewerbung vorhabe. Muss ich HBS dann nach der Bewerbung bei FNS extra erwähnen?

2. Ich habe mehrmals gelesen, dass man mit der starken Konkurrenz bei der Bewerbung um Stipendium bei großen deutschen 10 Stiftungen rechnen muss und dort deswegen nur unter 5% von den Bewerbern/-innen zur Förderung aufgenommen wird. Ich vermute, dass ich die Anfoderungen von den Stiftungen wie z.B. ausgezeichnete DiplomNote, ein wertvolles Exposé oder sozialpolitisches Engagement, nicht perfekt aber durchschnittlich genügt hätte. Jedoch, langsam steigt der Zweifel in mir auf, ob weitere Bewerbung sinnvoll ist, weil ich zielmlich viel Zeit (c.a. 2 Wochen) auf die Bewerbung bei HBS verwenden musste. Wie ist es bei euch? War es sehr schwer, Stipendium zu bekommen?

3. Info Mails von "Stipendium garantiert" sagen: "Finde so viele relevante Stiftungen wie möglich und bewerbe dich bei ihnen." Ich meine, ein Problem liegt in Gutachten. Ein Gutachten zu schreiben ist für einen Doktorvater mühsam. Ich möchte meine Doktormutter nicht belasten. Bei wie vielen Stiftungen habt ihr euch um Stipendium beworben?


Ich bedanke mich im Voraus für eure Antwort.

mfg
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Re: Bewerbung um Stipendium

Beitragvon Silvia am 20.11.2009, 08:56

Da die Chancen recht gering sind, würde ich mich parallel auf so viele Stipendien wie möglich bewerben. Ich kenne Personen, die (mit echt guten Arbeiten) von mehreren Stiftungen abgelehnt wurden. Da diese auch bis zu 6 Monaten Bearbeitungszeit haben, macht es aus meiner Sicht keinen Sinn, sich bei einer nach der anderen zu bewerben. Das ist zu langwierig.
Das Du Deine Doktormutter nicht belasten magst, ist nett von Dir. Aber so ein Gutachten kann sie auch mehrfach ausdrucken und jeweils unterschreiben. Sie muss doch nicht für jeden Stipendiengeber einen neuen Text aufsetzen. Außerdem wird sie ja für die Betreuung bezahlt und ist darauf angewiesen, Doktoranden vorzuweisen.

Ich finde, man kann schon erwähnen, dass man sich auch woanders bewirbt.
Jedoch "sollten" nicht zu viele andere Stiftungen aufgezählt werden, höchstens 1 - 2, da das sonst den Eindruck erwecken könnte, dass Du wahllos jede nimmst. Zudem "sollte" man andere Stipendiengeber erwähnen, die auch zu der jeweiligen Bewerbung passen. Das heißt, wenn man sich z.B. bei einer politischen Stiftung bewirbt, passt ein Graduiertenkolleg ganz gut. Gar nicht gut ist, (bei z.B. politischen Stiftungen) Stiftungen von anderen Parteien anzugeben, noch schlimmer, Stiftungen der politisch entgegengesetzten Richtung. Darüber, ob die dem DGB nahe Hans - Böckler Stiftung zur FDP nahen Friedrich Naumann - Stiftung passt, lässt sich auch streiten! Meiner persönlichen Ansicht nach passt das nicht d.h. ich würde es verheimlichen.

Viel Erfolg beim bewerben.
Silvia
 
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Re: Bewerbung um Stipendium

Beitragvon claudia am 20.11.2009, 10:08

Hallo Kims,

ich denke auch, dass man sich durchaus bei mehreren ("gleichgesinnten") stiftungen bewerben kann, jedoch, wie silvia schon schrieb, sollten sich diese nicht widersprechen! dgb vs fdp! :shock:
warum hast du denn genau diese beiden stiftungen ausgewählt? du musst dich doch auch in etwa mit deren grundgedanken und leitlinien identifizieren können- schließlich muss man ja auch eine begründung schreiben, warum bewirbt man sich bei stiftung xx und nicht stiftung xy- dies wird auch im persönlichen gespräch gefragt!

erwähnen solltest du die gleichzeitige bewerbung auf jeden fall, da man nicht ausschließen kann, dass sich die stiftungen untereinander austauschen (letztlich gleicher geldgeber: BMBF)

ich möchte hier keine moralische diskussion "lostreten", aber eine willkürliche stipendiengeberauswahl finde ich schon merkwürdig., insofern unterstreiche ich auch silvias bemerkung, würde es aber nicht verheimlich, wenns auffällt ist's noch "schlimmer"!

silvia:
Das heißt, wenn man sich z.B. bei einer politischen Stiftung bewirbt, passt ein Graduiertenkolleg ganz gut. Gar nicht gut ist, (bei z.B. politischen Stiftungen) Stiftungen von anderen Parteien anzugeben, noch schlimmer, Stiftungen der politisch entgegengesetzten Richtung. Darüber, ob die dem DGB nahe Hans - Böckler Stiftung zur FDP nahen Friedrich Naumann - Stiftung passt, lässt sich auch streiten!


bzgl deiner frage, ob du deiner DM dies zumuten könntest, würde ich ganz höflich nachfragen und auf den ggf. gleichen gutachten-inhalt verweisen, sodass kein mehraufwand entsteht.

mein aufwand für die bewerbung (inkl. exposé) war deutlich länger als 2 wochen- finde das sogar sehr kurz?meinst du den zeitraum wirklich inklusive deines diss-exposes?

?

dennoch alles gute und viel glück für die bewerbung!

claudia :)
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Re: Bewerbung um Stipendium

Beitragvon kimswelt am 20.11.2009, 10:14

Hi Silvia,
ich danke dir für deine Antwort.

Das stimmt, meine Doktormutter hat das zweite Gutachten für FNS viel schneller als das erste für HBS erstellt. Sicherlich hat sie das erste Gutachten für das zeite ausgedruckt 8).

Du meinst, weil FDP und HBS nicht so gut passt( wahrscheinlich wegen Wirtschaftspolitik?), würdest du es verheimlichen. Aber meines Wissens tauschen Stiftungen die Daten von Bewerbern/-innen miteinander aus, um doppelte Förderung zu vermeiden. HBS könnte ich ja nach der Bewerbung nicht erwähnen, dass ich mich bei FNS beworben habe, weil ich damals gar keinen Antrag auf Stipendium bei FNS gestellt habe.

mfg
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Re: Bewerbung um Stipendium

Beitragvon kimswelt am 20.11.2009, 10:49

[
Hallo Claudia! vielen Dank für deine Antwort!


Meinst du, dass es keinen Sinn macht, sich bei diesn beiden gleichzeitig zu bewerben? mmm. ich bin Mitglied von einer Partei in meiner Heimat, die FDP meiner Ansicht nach eher passt. Man darf aber die politischen Parteien in meiner Heimat mit Parteien in Deutschland nicht direkt vergleichen, weil z.B. bei der Unterscheidung der linken und rechten viele andere Faktoren hinsichtlich der gesellschaftlichen Hintergründe betrachtet werden müssen. Klar, Geewerschaften und die Partei, der ich gehöre, in meiner Heimat passen auch nicht wirklich.. :roll: Ich dachte nur, dass es kein Problem wäre, wenn die Stiftugen nicht zu gegenseitig sind. Man kann bei jeder Stiftung andere Begründung haben wie z.B. bei einer wegen toller ideellen Förderungen, bei anderen wegen politischen gesellschaftlichen Richtungen..usw. Ich muss noch mal überlegen, ob ich mich bei FDP bewerbe..

Und..
Nein, ich habe die erste Fassung des Exposés schon am Anfang des Jahres fertig gemacht, sogar die Pretests für die eingesetzten Instrumente auch. Ich habe bei der Bewerbung das Exposé nur verkürzt. Zwei Wochen gedauert sind z.B. Motivationschreiben, Bewerbungsbogenausfüllen usw.


mfg
kims
Zuletzt geändert von kimswelt am 21.11.2009, 00:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bewerbung um Stipendium

Beitragvon Michi am 20.11.2009, 18:55

hallo kims,

Ich habe wirklich etwas überlegt, was ich darauf antworten soll!
Meines Wissens tauschen sich die Stiftungen gegenseitig aus, weil man genau so etwas verhindern will. Ich formuliere es mal anders als meine VorrednerInnen: wahlloses Bewerben bei verschiedenen Stiftungen! :!: In den Unterlagen steht (denke ich) auch, dass man angeben muss, wenn man sich noch woanders bewirbt (auch "nachträglich" ).
Ich selbst habe ein Stipendium der HBS, wir (als Stips) schreiben ja auch Gutachten (aus stipendiatischer Sicht) und ich fände es etwas merkwürdig, wenn ich Dich nach Deinem Engagement fragen würde und Du mir etwas von einer "FDP-nahen" Partei erzählen würdest! :roll: Es kommt natürlich auch auf das sonstige Engagement an, aber Du solltest (wenn Du in die nächste Runde kommst), mit solchen Fragen rechnen!
LG Michi
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Re: Bewerbung um Stipendium

Beitragvon kimswelt am 20.11.2009, 21:05

Hallo Michi,

vielen dank für deine Antwort :D

Die Hintergründe, Geschichten und Beziehungen von der FDP nahen Partei , der ich gehöre, und Gewerkschaften in meiner Heimat sind ganz anders als in Deutschland. Wenn es ein Stipendium von politischen Parteien und Gewerkschaften in meiner Heimat für Promotionsstipendium gäbe, denke ich, die Gegenseitigkeit der politischen Richtungen könnte bei der Bewerbung um ein Stipendium kein großes Problem sein. Leider haben sie kein Geld für Doktoranden. Meine Heimat ist nicht reich, sowohl geistlich als auch wirtschaftlich :| . Außerdem dachte ich, es wäre auch kein Problem, wenn ich mein gesellschaftliches Engagement zeigen kann.

Die Hintergründe, Geschichten und Beziehungen von FDP und DGB, die du lebenslang direkt oder indirekt erfahren konntest, kenne ich ja nicht so gut. Ich weiß nur ihre äußerlichen Informationen, welche im Internet stehen. So habe ich "wahlloses Bewerben" , wie du meinst, getan. Ich vermute nun, dass die Vorstellungen über Politik aus meiner Heimat keine Rolle spielen sollte, wenn ich mich um ein Stipendium bei politischen Stiftungen in Deutschland bewerben will. Eherlich sage ich aber, ich kann kein reines Interesse an deutschen Parteien, Politikern oder Gewerkschaften haben: ich habe keinen deutschen Pass, kein Wahlrecht und kenne niemanden, der irgendeiner deutscher Gewerkschaft gehört (vielleicht meine Doktormutter?) So habe ich einen wichtigen Grund verloren, mich zu bewerben, wenn bei der Bewerbung die Parteimitgliedschaft eine große Rolle spielt. Dann würde ich die Bewerbung von der Hans Böckler Stiftung zurücksetzen. Ich würde auch mal schauen, was passieren wird.

mfg

kims
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Re: Bewerbung um Stipendium

Beitragvon claudia am 21.11.2009, 09:40

Hallo kims,

wollte mich nochmal melden;

michi hat es natürlich etwas drastisch formuliert, ich habe da wohl etwas drum rum geschrieben, aber so ist die wahrnehmung des sachverhalts für aussentehende, die weder dich, deine herkunft oder die politischen hintergründe in deinem land kennen.

ich habeaber eine Idee: wenn Du in der Begründung für die Bewerbung eine lange Ausführung (mehr als nur die 5 zeilen), ausführlich und ehrlich zu deiner Motivation beschreibst, wird es ggf schon deutlicher:

allerdings schreibe nicht!:
Eherlich sage ich aber, ich kann kein reines Interesse an deutschen Parteien, Politikern oder Gewerkschaften haben


denn das wird schon erwartet, parteimitglied musst du (glabe ich) nirgends sein, zumindest nicht bei der KAS, aber INTERESSE und Nähe zum politischen Standpunkt muss gegeben sein.

Gibt es ggf keine anderen Stiftungen, die für Dich in Frage kommen?
mir fallen permanent Stiftungen auf, die speziell ausländische Wissenschaftler fördern:

schau mal hier, ggf. gibts noch Alternativen, hier gibts auch zielgruppen "ausländischestudierende": :arrow:
http://www.e-fellows.net/forms/stipdb

alles gute

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Re: Bewerbung um Stipendium

Beitragvon Michi am 23.11.2009, 10:53

Hallo Kims,
ich wollte NICHT, dass Du Deine Bewerbung zurückziehst! Ich wollte DIch nur auf Probleme aufmerksam machen, die auf Dich zukommen können! Quasi als Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Vertrauensdozenten und der Stipendiatengruppe!

Du hast mich - glaube ich - :?: etwas falsch verstanden! Es geht NICHT darum, dass man unbedingt Mitglied einer Partei sein muss. Für ein Stipendium sollte man gesellschaftspolitisch aktiv sein. Parteipolitische Aktivität ist nur eine Möglichkeit! Auf den Seiten der Stiftungen steht auch jeweils, was "erwartet" wird!

Ich hoffe, dass das jetzt weniger drastisch aber trotzdem hilfreich war :?: :roll:

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Re: Bewerbung um Stipendium

Beitragvon kimswelt am 23.11.2009, 11:28

Hallo Claudia vielen Dank für deine Antwort. Das ist kein Problem, ich habe genügende Gründe. Danke noch mal.

Hallo Michi!

Ich habe dich nicht misverstanden. Nur ich hatte damals das Gefühl, die Zeit zur Doktorarbeit wegen Bewerbung zu verlieren, so habe ich mal gedacht. Ich muss sagen, ich habe wahrscheinlich "die Begabtenförderung" in Deutschland falsch verstanden. Ich meine, ich habe nur ihre "Oberfläche"(?) wahrgenommen. Aber jetzt nehme ich wahr, was Deutschland und Stiftungen mit Begabtenförderung wollen. Obwohl ich in mir ausreichende Gründe habe, Mitglied einer FDP nahen Partei zu sein, und mich bei Hans Böckler Stiftung auch FNS zu bewerben, habe ich nicht ernst gewusst, warum ich erklären soll oder was ich erklären kann. Das liegt zum großen Teil in der Angst vor neuer Erfahrung, wo die Wahrscheinlkeit erhöht, meine Autonomie zu verlieren. Ich weiß nicht ob du wegen meiner Sprache versehst oder nicht. :?

Und ich habe gar keinen Grund, meine Bewerbung zurückzustellen. Keine Sorge, ich ziehe nicht meine Bewerbung zurück! :D Sondern morgen schicke ich Hans Böckler Stiftung einen Brief, um mitzuteilen, dass ich mich auch bei Friedrich Naumann Stiftung bewerbe selbstverständlich mit ausreichenden Gründen. Ob sie die Gründe akzeptiert, ist die Sache der Stiftung und ich bin sehr gespannt!

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