Hallo Silvia,
lies mal meinen Beitrag "
Ausmaß an Betreuung durch Doktorvater?", der die Sache allerdings von einer weniger frustrierten Seite angeht. Bei mir war/ist es eher so, dass ich eigentlich eh lieber alleine vor mich hinwerkle und soweit auch von meinem Prof. in Ruhe gelassen werde. Mir war nur nicht klar, wieweit ich ihn dann doch mal in die Pflicht nehmen kann (konkret, jetzt wo es auf das Ende zugeht: Liest er vorab einen Teil oder die ganze Arbeit?). Ich habe ihn letztlich einfach gefragt, was aus seiner Sicht akzeptabel ist und er meinte sinngemäß, das würde er mir überlassen. Einige Doktoranden würden gern einzelne Kapitel vorher zum Lesen abgeben, andere die ganze Arbeit. Er sei für alles offen...
Nun muss man dazu sagen, dass mein DV sehr nett ist und ich ihn das einfach mal fragen konnte. Sofern euer Verhältnis nicht menschlich völlig zerrüttet ist, würde ich dir empfehlen, auch mal mit deinem Prof. abzugleichen, was ihr beide unter Betreuung versteht.
Kannst du denn sagen, was dir fehlt, was du dir wünschst? So ist es sehr schwer zu beurteilen, ob deine Vorstellungen realistisch sind oder er tatsächlich ein mieser Betreuer ist...
Wie weit bist du denn schon mit der Arbeit, wieviel Zeit, Geld etc. wurde investiert? Das hat in meinen Augen einen erheblichen Einfluss auf die Entscheidung Wechseln oder Durchziehen.
Generell, finde ich, ist es auch eine Frage der persönlichen Arbeitsweise, welches Ausmaß an Betreuung man sich wünscht. Die einen haben lieber Zwischentermine und wollen immer wieder eine Rückmeldung, die anderen arbeiten lieber unabhängig. Was dem einen zu wenig Betreuung, ist dem anderen vielleicht fast schon zu viel.
Ich finde aber wichtig, dass der Prof. für Rückfragen jederzeit erreichbar ist und einem nicht das Gefühl gibt, lästig zu sein. Ich musste z.B. noch nie länger als ein paar Tage auf eine Rückmeldung warten, wenn ich dem DV gemailt habe (ich promoviere extern).
Viel Erfolg!