Lateinkenntnisse Voraussetzung für Philosophie-Promotion?

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Lateinkenntnisse Voraussetzung für Philosophie-Promotion?

Beitragvon gadamer am 04.02.2009, 21:39

Hi,
ich habe mich gerade für eine Promotion im Fach Philosophie an einer deutschen Uni angemeldet, jetzt haben die mich zwar angenommen, wollen aber dass ich so schnell wie möglich das Latinum nachweise. Ist das normal an deutschen Unis? Und weiß jemand, ob man auch in Österreich, in der Schweiz oder in Großbritannien das Latinum braucht?
Danke
Sophie
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Re: lateinkenntnisse

Beitragvon AGH am 04.02.2009, 22:21

Ja, an österreichischen Unis braucht man für bestimmte Studien (nicht erst ab Dr., sondern auch schon fürs Bakk) das Latinum.

Liebe Grüße!
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Re: lateinkenntnisse

Beitragvon Koenigsportal am 04.02.2009, 22:28

Hallo gadamer :idea: ,
soweit ich weiß, braucht man das Latinum nicht an allen Unis für ein Philosophie-Studium. Wie es für die Diss. aussieht weiß ich aber nicht. Sieh dir doch mal im Netz die PromOs an.
Gruß, koenigsp.
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Re: lateinkenntnisse

Beitragvon gadamer am 06.02.2009, 19:28

Danke an Euch, also ich hab mal jetzt an die Uni Wien geschrieben. Die haben gemeint, dass man dort das Latinum für ein Doktoratsstudium nicht braucht.
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Re: lateinkenntnisse

Beitragvon katja am 06.02.2009, 19:30

an deutschen unis braucht man für philosophie das kleine latinum und für promotionen zu dr.phil. das große latinum - also ich kenn das nur so. hab glück, dass in sachsen das schullatinum=großes ist :)) mir ist das also erspart geblieben, parallel musste ich noch 2 moderne fremdsprachen nachweisen, an manchen unis reicht eine.
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Re: lateinkenntnisse

Beitragvon Koenigsportal am 06.02.2009, 19:50

An der Uni Hamburg braucht man meines Wissens kein Latinum in Philosophie (Magister/Prom.), jedenfalls bis vor wenigen Jahren noch nicht. Für Lehramtsstud. sah/ sieht es aber anders aus. Ich denke, es lohnt sich auf jeden Fall, das individuell zu prüfen.
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Re: lateinkenntnisse

Beitragvon acoma am 06.02.2009, 20:10

aber nicht vergessen: Lateinkenntnisse und auch Altgriechisch sind nun mal für das Studium der alten und mittelalterlichen Philosophie notwendig. Z.B. Thomas von Aquin, will man den lesen in einer Übersetzung, die von Katholiken mit "Trendfaktor" besorgt wurden. :wink:
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Re: lateinkenntnisse

Beitragvon AGH am 06.02.2009, 20:25

Ich frag zur Sicherheit nach: möchtest Du Dr. phil machen mit Dissertationsgebiet Philosophie? Oder Dr. phil. mit einem anderen Dissertationsgebiet? Mich verwirrt "Promotion im Fach Philosophie" bißchen.

Liebe Grüße!
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Re: lateinkenntnisse

Beitragvon Koenigsportal am 06.02.2009, 22:05

acoma hat geschrieben:aber nicht vergessen: Lateinkenntnisse und auch Altgriechisch sind nun mal für das Studium der alten und mittelalterlichen Philosophie notwendig. Z.B. Thomas von Aquin, will man den lesen in einer Übersetzung, die von Katholiken mit "Trendfaktor" besorgt wurden. :wink:


Klar, Lateinkenntnisse schaden nie, genauso wenig wie Griechisch-Kenntnisse. Aber glaubst du im Ernst, dass man mit einem eingerosteten Schullatinum Thomas v. Aquin im Original lesen kann? Ich jedenfalls könnte es nicht udn bin froh, wenn ich mir mal einen Satz entschlüsseln kann. wer über mittelalterl. Philosophie promovieren will, wird wohl auch während des Studiums seine Sprachkenntnisse eingesetzt haben, wer aber übers 20. jhd. arbeitet braucht nicht wirklich dringend ein Latinum (oder Graecum).
Und wer sich, wie ich, seit Jahren mit stockdeutschen Denkern 'rumschlägt, braucht sogar kaum mal Englisch oder Französisch und verlernt auch das noch... Das ist bedauerlich, aber leider die Realität des Spezialistentums, das nun auch mal die General'wissenschaft' von allen ereilt hat.

Gruß,
koenigsportal
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Re: lateinkenntnisse

Beitragvon acoma am 06.02.2009, 22:26

Trotzdem, so eine Vorschrift Großes Latinum hat ja schon seinen Sinn, nicht für jeden Einzelfall natürlich. Aber drumherum schiffen aus Bequemlichkeit, scheint mir keine gute Einstellung für die wiss. Arbeit, höchstens, um die Diss. durchzubringen, mit Minimalaufwand, aber ich persönlich war immer im nachherein dankbar für die verschieden Ochsentouren, die ich machen mußte.

Was Du sagst, schon während des Studiums erkennen, was später dann weiter gebraucht wird: Warum gibt es denn den Trend, das Studium weiter zu verschulen, immer mehr genau vorzuschreiben, was gelernt werden soll: Weil die bisherige Freiheit von den Studies verwendet wurde, zu feiern, blau machen, "Studienreisen" nach Fernost, Nebenjob tätigen, usw., da ist kein Platz für Latein und ähnlich scheinbar überflüssiges. Später wird das dann bereut. Wenigstens die Grundkenntnisse sollte man sich aneignen, sogar noch mit künstlichem Zwang, zu verpflichten zu Kursen, die nicht für die Scheine unbedingt nötig sind, aber trotzdem, dran am Ball, gewonnener Ball, das versäumte läßt sich zwar später nachholen, aber der Zeitaufwand ist riesig, für den Privatgelehrten mag das egal sein, aber für diejenigen, die eine Karriere anstreben, und aber auch flexibel wollen, sind schon die generellen Vorgaben als Richtschnur zu empfehlen, was ist ein Historiker, der kein Latein beherrscht, und Griechisch schon gar nicht, sowas gibt es gar nicht, und je später, desto saurer werden die Nacharbeiten.
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