Arbeit an der Dissertation = Nebenjob?

Anfangen mit der Diss: Abgeschlossene Diskussionen (Doktorvatersuche, Expose...)

Arbeit an der Dissertation = Nebenjob?

Beitragvon kakapodd am 24.10.2008, 11:23

Hallo,
ich möchte mich kurz vorstellen: Ich bin seit kurzem immatrikulierte Promotionsstudentin, habe also meinen Antrag von der Uni bewilligt bekommen und bin nun Doktorandin in den Geisteswissenschaften. Nebenher arbeite ich jedoch teilzeit im meinem Beruf weiter, um mir das ganze zu finanzieren. Bisher habe ich das alles auch gut geschafft und sehe es eher als Herausforderung und Spaß.
Meine Frage ist nun: Muss ich meinen Status als Promotionsstudent meinem Arbeitgeber angeben, ihn also darüber informieren, dass ich nebenher an meiner Doktorarbeit schreibe? (Zur Info: Mein Dissertationsthema hat absolut nichts mit meinem derzeitigen Beruf zu tun) Im Arbeitsamt hat man mir gesagt, die Arbeit an der Diss gelte als Nebenjob, den ich meinem Arbeitgeber angeben müßte, wenn dies so in meinem Arbeitsvertrag steht. Bei mir steht dazu jedoch nichts.
Die Frage andersherum gestellt: Habe ich vielleicht Vorteile davon, meinen Arbeitgeber zu informieren? Welche Nachteile hätte ich?
Vielleicht steht ja von euch einer vor denselben Schwierigkeiten bzw. Fragen oder hat schon Erfahrungen bezüglich meines Problems gesammelt.
Würde mich freuen, wenn sich jemand meldet.
:)
kakapodd
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Re: Arbeit an der Dissertation = Nebenjob?

Beitragvon Bridget am 24.10.2008, 14:58

Hallo kakapodd,

wenn es nicht im Arbeitsvertrag steht, musst Du denke ich nichts sagen. Bei mir ist der Passus drin, aber mein direkter Chef sagte, dass man nur Tätigkeiten angeben muss, die über einen Geringverdienst hinausgehen, und Du verdienst ja garnichts mit der Diss, im Gegenteil. Eigentlich wollen die Arbeitgeber diese Angabe wohl, um einschätzen zu können, ob Du in vertretbarer oder eben nicht vertretbarer Weise Energie in etwas anderes als die ihnen "zustehende" Arbeit investierst. In Deiner Freiziet hast Du Dich sozusagen zu erholen (auch wenn das nirgendwo drinsteht...) Wenn Du aber sozusagen zu Deinem Privatvergnügen promovierst, und kein Geld damit einnimst, ist das auch Deine Privatsache - Du musst ja auch nicht angeben, wieviele Nächte Du durchfeierst oder wie viele Romane Du liest :wink:
Vorteile davon, Deinen Arbeitgeber freiwillig zu informieren, hättest Du meines Erachtens nur, wenn er Dich in irgendeiner Weise in der Promotion unterstützen würde, finanziell, zeitlich o.ä. Da Du ja schon gesagt hattest, dass Dein Thema nichts mit dem derzeitigen Beruf zutun hat, sehe ich aber eher die Gefahr, dass sie die Diss als "Ablenkung" sehen, als dass Sie Dir auf die Schulter klopfen dafür...

Gruß,
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Re: Arbeit an der Dissertation = Nebenjob?

Beitragvon nK am 24.10.2008, 19:23

Auch ich habe noch nie von einem allgemeinen Prinzip gehört, dass Arbeitnehmer Nebenjobs angeben müssen, wenn das nicht vertraglich vereinbart ist. Da mach Dir mal keine Sorgen.
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Re: Arbeit an der Dissertation = Nebenjob?

Beitragvon Ishtar am 24.10.2008, 21:31

Hallo kakapodd,

ich weiß nicht, ob man die nebenberufliche Promotion melden muss, aber ich habe es getan. Meine Promotionsprojekt hat nichts mit meiner Arbeit zu tun, aber ich dachte, ich gebe es lieber an bevor es vielleicht Probleme wg. Vollzeitjob und gleichzeitiger Immatrikulation gibt.
Mein Arbeitgeber wollte von mir lediglich eine Bestätigung unterschrieben haben, dass meine Arbeit nicht unter der Diss leiden wird und ich keine Firmenmittel dafür nutze.
War im Grunde alles nur Formsache... auch wenn sich meine Personalabteilung gewundert hat, dass ich länger als ein Jahr für meine Diss brauchen werde... :roll:

Viele Grüße,

Ishtar.
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Re: Arbeit an der Dissertation = Nebenjob?

Beitragvon Sebastian am 25.10.2008, 00:04

Arbeitsrechtlich gesehen würde ich nK und anderen Vorrednern voll zustimmen: Solange Du kein Geld für die Arbeit an Deiner Diss bekommst, ist es keine Nebentätigkeit, die zu unterbinden der Arbeitgeber ein Recht haben könnte. Und deshalb geht es ihn auch nichts an. Weiterbildung oder wie Du es nennst, die ohne jeden zeitlichen Konflikt mit Deinem Beruf auskommt, ist ein Privatvergnügen wie der VHS-Kurs, Lesen, Sport, Engagement im Verein. Du erwartest ja auch nicht, dass man Dir deshalb bei der Arbeit entgegenkommt.
Die Auskunft des Arbeitsamtes halte ich für falsch und lasse mich - wenn Du möchtest - auch gern auf eine telefonische Diskussion dort ein.

So wie Du es beschreibst, würde ich meinem Vorgesetzten nichts von der Arbeit erzählen: Wenn der Eindruck entsteht, dass Du nur auf der Durchreise bist und im Prinzip "nach 'was Besserem" strebst, ist das schwer wieder aus der Welt zu schaffen, wenn um Dich herum ansonsten überwiegend Dauerhafte arbeiten. Und da man Reisende nicht aufhalten soll, könnte es schnell sehr langweilig in Deinem Job werden, wenn Dein Chef Dich wegen Konkurrenzgedanken o.ä. an nichts Neues mehr heranläßt, Dich zu keiner Fortbildung anmeldet etc.

Aus dem engen Kontakt zum Arbeitsamt schließe ich, dass die Stelle noch einigermaßen neu ist - oder wie kommst Du sonst darauf, dort zu fragen? Bei einer neuen Stelle würde ich die beschriebenen Gedanken noch zweimal dick unterstreichen - da kannst Du m.E. ruckzuck abgemeldet sein.
Auf Unterstützung würde ich nur hoffen, wenn mein Vorgesetzter selbst und unter ähnlichen Bedingungen prormoviert hat und er keine Angst haben muß, dass Du zur Unzeit nach seiner Stelle schielst. Diese Bedingungen dürften selten erfüllt sein.
Zuletzt geändert von Sebastian am 28.10.2008, 00:29, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Streiche 'schaffen' setze 'arbeiten'. Ich bin doch Niederrheiner - und das kam aus Freiburg. Wie peinlich ;-)
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Re: Arbeit an der Dissertation = Nebenjob?

Beitragvon kakapodd am 27.10.2008, 16:58

Vielen Dank erstmal für eure Antworten. Aus ihnen schließe ich, dass ich mich doch weitestgehend auf mein Bauchgefühl verlassen muss. Gebe ich meine Nebentätigkeit an, kann es passieren, dass man mich nur als Durchreisende sieht und dementsprechend auch behandelt. Es kann aber auch sein, dass einige Sachen und Termine damit leichter erklärbar und verständlicher werden für die Außenstehenden. Gebe ich es nicht an, bekomme ich später vielleicht welche auf den Deckel :-).
Übrigens bin ich seit zweieinhalb Jahren dort eingestellt und habe damals in Verbindung der Verlängerung meines unbefristeten Vertrages mit dem Arbeitsamt zu tun gehabt und dort unverbindlich mal nachgefragt. Für mich war die Antwort auch unverständlich. Vielleicht erkundige ich mich nochmal anderweitig.
Also, vielen Dank für eure Antworten. Ich finde dieses Forum klasse und sehr hilfreich.
Bis später vielleicht.

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