Promotionsberatung - was kann und darf man erwarten?

Die Angebote kommerzieller Promotionsberater sind vielfältig und nicht immer gut zu durchschauen. Sie bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone:
Auf der einen Seite steht die legale Dienstleistung bei der Suche nach einer geeigneten Universität und einem wohlwollenden Doktorvater, auf der anderen Seite stehen strafrechtlich die Frage der Korruption sowie die Ordnungswidrigkeit des sog. »Titelkaufs«.

Der Markt der Promotionsberater ist aus leicht nachvollziehbaren Gründen wenig transparent: Promotionsberater haben in der Wissenschaft zumindest ein Schmuddel-Image– es gilt zumindest als unfein, sich ihrer zu bedienen. Und das nicht nur beim echten Titelkauf, also dem strafrechtlich verbotenen Führen von Titeln, die nicht durch ordnungsgemäßes akademisches Studium erworben wurden, sondern auch bei den verbleibenden legalen Beratungsmöglichkeiten.

Diese Intransparenz ist bedauerlich, weil Promotionsberatungen nicht selten eine ausgesprochen kostspielige Angelegenheit sind. Im Forum wurde von Beträgen zwischen 10.000 und 20.000 EUR gesprochen, die für unterschiedliche Dienstleistungen erhoben wurden.

Das Thema schwarze Schafe unter den Promotionsberatern beschäftigt immer wieder die Besucher des Forums. Auch dazu gibt hier ein paar Hinweis.

Was darf man legal von einer Promotionsberatung erwarten?

Eine Promotionsberatung kann einem unter Umständen helfen, eine Universität zu finden, an der das gewünschte Fach angeboten wird.

Erwarten darf man im Übrigen maximal das, was im Vertrag steht, keinesfalls mehr.

Was darf man von Promotionsberatungen nicht erwarten?

Man darf nicht erwarten, dass man das Geld bezahlt und dann - ohne eigene Tätigkeit - einen Doktortitel erhält, den man in Deutschland auch führen darf.

Konstellationen, bei denen man den Titel ohne eigene Tätigkeit erhält, berechtigen in aller Regel nicht zum Führen des Doktorgrades.

Wenn wirklich ein ernsthafter und anerkannter akademischer Titel (und kein Dr. h.c.) verliehen wird, dann setzt dies zumindest voraus, dass ein Prüfungsgremium eine tatsächlich veröffentlichte Dissertation anerkannt hat.

Diese Bedingungen lassen sich auf verschiedene Weisen manipulieren - legal ist aber keine davon. Folgende illegale Ansätze sind vorstellbar:

Ein Wort zum Entdeckungsrisiko…

Bemerkenswert finde ich die durchgängig hohe Anzahl an Pressemitteilungen, die man z.B. bei einer Google-News-Suche zum Stichwort »Promotionsberater« findet: Sie belegt nämlich, dass falsche Doktortitel doch vergleichsweise häufig festgestellt werden.

Ich gebe zu: Bei dem einen oder anderen Promovierten, auf den ich beruflich gestoßen bin, habe ich aus reiner Neugier schon mal schnell im Karlsruher Virtuellen Katalog nachgesehen, worüber er denn promoviert hat. Wenn die Diss dort nicht (als deutsches Buch bzw. mit einer bekannten und/oder deutschen Universität) verzeichnet ist, wäre ich schon skeptisch.

Merke: Via Internet kann man nicht nur schnell einen Promotionsberater finden, sondern auch sehr leicht kontrollieren, was sich hinter einem Doktortitel verbirgt!

Persönliche Meinung von Sebastian Veelken (doktorandenforum.de)

Die Inanspruchnahme einer legalen Promotionsberatung lohnt sich für Menschen, die den Wert ihrer persönlichen Freizeit mit mindestens dreistelligen Stundensätzen berechnen.

Anders ausgedrückt: Wer hauptberuflich soviel Geld verdient, dass er keine Zeit für eine mehrstündige Internetrecherche nebst einigen Telefonaten und ggf. Vorstellungsgesprächen hat.
Wenn man aber schon bei der Vorbereitung seines Dissertationsvorhabens mit der Zeit geizen muss, weiß ich nicht, wie man nachfolgend die Zeit für das Anfertigen einer eigenen Doktorarbeit aufbringen soll. Während des »Forschens« kommen schnell ein paar Stunden, Tage oder Wochen vergeblicher Arbeit zusammen. Da kann die vorbereitende Recherche den Kohl eigentlich nicht mehr fett machen.

Schwarze Schafe unter den Promotionsberatern

Bitte erwarten Sie hier keine Liste unredlicher Promotionsberater: Ich stehe gern gerade für meine eigenen Aussagen, Erfahrungen und Gedanken. Über einen persönlichen Erfahrungsschatz mit solchen Beratungen verfüge ich aber nicht. Deshalb möchte ich die Verantwortung für eine solche Liste nicht übernehmen. Verständlicherwiese würden sich die angegriffenen Berater wehren - und auf derartige Auseinandersetzungen bin ich nicht erpicht. Im Unterschied zu ihnen kann ich nämlich mit diesem Webangebot nicht ernsthaft Geld verdienen. Außerdem liegt mein Forum, wie Sie sehen, auf einem deutschen Server und unterliegt damit deutschem Recht.

Bitte haben Sie deshalb Verständnis dafür, dass ich entsprechende Threads im Diskussionsforum stets lösche, sobald ich sie bemerke.

Noch Fragen? - Symbolbild

oder
im Forum fragen
Start ·  Sitemap ·  Anfangen ·  Finanzen ·  Arbeiten… ·  Word… ·  Fertig … ·  Forum ·  Links ·  Impressum ·  Datenschutz
Urheberrechtlich geschützt! · doktorandenforum.de · zuletzt geändert: 05.08.2014

Gefunden bei http://doktorandenforum.de.